Wolfram-Preis nimmt noch einmal Fahrt auf: 220.000 Dollar je Tonne – Südkorea wird zur Schlüsselquelle

Wolfram profitiert von steigenden Rüstungsausgaben

Die – noch – nicht börsennotierte Wolframgesellschaft Pure Tungsten rückt nach eigener Aussage mit der historischen Ssangjon-Mine in Südkorea näher an den geplanten Produktionsstart heran. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf die deutlich positiv veränderten Marktbedingungen bei Wolfram, das in der internationalen Rohstoffdebatte wegen seiner militärischen Bedeutung häufig auch als „war metal“ bezeichnet wird.

Nach Angaben von Pure Tungsten ist der Preis für Wolframkonzentrat seit Anfang 2025 stark gestiegen und hat zuletzt ein Niveau erreicht, das rechnerisch rund 220.000 US-Dollar je Tonne entspricht. Vor diesem Hintergrund überarbeitet das Unternehmen seine Finanzprognosen und Entwicklungspläne für das Projekt vor dem geplanten Börsengang in Kanada in der ersten Hälfte des Jahres 2026.

Parallel dazu nähert sich Pure Tungsten dem Abschluss einer Pre-IPO-Finanzierung im Volumen von 5 Millionen CAD. Operativ richtet sich der Blick vor allem auf den Neustart der Ssangjon-Mine, aus der bereits im Juni 2026 die erste Lieferung von Wolframkonzentrat erfolgen soll. Damit würde die Mine erstmals seit 1974 wieder in Produktion gehen. Für Pure Tungsten ist das ein wesentlicher Meilenstein, weil das Unternehmen sich damit als neuer Anbieter von Wolfram außerhalb Chinas positionieren will.

Pure Tungsten reagiert auf steigende Wolframpreise

Der jüngste Marktimpuls für Pure Tungsten kommt aus einem Rohstoffumfeld, das sich nach Darstellung des Unternehmens spürbar verändert hat. Hintergrund sind anhaltende Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine sowie die dadurch beschleunigten Verteidigungsausgaben vieler Staaten. In diesem Umfeld gewinnt Wolfram als strategischer Rohstoff an Gewicht, weil das Metall unter anderem für panzerbrechende Munition, Raketensysteme, Komponenten von Jet-Turbinen sowie weitere Anwendungen in Luft- und Raumfahrt und Militärtechnik benötigt wird.

Pure Tungsten hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass Regierungen verstärkt bemüht seien, Lieferketten für kritische militärische Rohstoffe abzusichern. Für das Unternehmen ist diese Entwicklung unmittelbar relevant, da die Wirtschaftlichkeit neuer Wolframproduktion außerhalb Chinas bei einem höheren Preisniveau deutlich anders bewertet werden kann. Entsprechend nutzt Pure Tungsten die aktuelle Marktphase, um die finanzielle Planung für die Ssangjon-Mine neu zu bewerten.

Dass das Unternehmen ausgerechnet jetzt den Schritt in Richtung Börsennotierung vorbereitet, hängt damit eng zusammen. Die Kombination aus steigendem Wolframpreis, wachsender strategischer Bedeutung des Metalls und der absehbaren Wiederaufnahme der Produktion in Südkorea schafft für Pure Tungsten ein Umfeld, in dem das Projekt stärker in den Mittelpunkt rückt. Die Gesellschaft betont, dass Projekte wie Ssangjon in der derzeitigen Marktlage an Bedeutung gewinnen könnten, wenn westliche Märkte verstärkt nach nicht-chinesischen Bezugsquellen suchen.

Ssangjon-Mine soll im Juni 2026 erstes Konzentrat liefern

Für Pure Tungsten steht nun vor allem die operative Umsetzung im Vordergrund. Die Ssangjon-Mine in Südkorea soll nach den aktuellen Planungen im Juni 2026 die erste Lieferung von Wolframkonzentrat ausbringen. Nach Angaben von Unternehmenschef Tiger Kim wäre dies die erste Produktion auf dem Standort seit dem Jahr 1974. Er verweist darauf, dass diesem Schritt vier Jahre Arbeit und Planung vorausgegangen seien.

Die Ssangjon-Mine verfügt laut Pure Tungsten über eine große Wolfram-Ressource sowie über eine betriebsbereite Aufbereitungsanlage, die hochwertiges Wolframkonzentrat erzeugen kann. In der ersten Phase ist eine Produktion von rund 1.000 Tonnen Konzentrat pro Jahr vorgesehen. Das entspräche nach Unternehmensangaben etwa 8 % des derzeitigen nicht-chinesischen Wolframangebots. Zugleich verweist Pure Tungsten auf weiteres Ausbaupotenzial.

Gerade diese Größenordnung macht deutlich, warum das Projekt für die Versorgung außerhalb Chinas relevant sein könnte. Pure Tungsten stellt Ssangjon als eine der am weitesten entwickelten nicht-chinesischen Wolframquellen dar. In einem Markt, in dem über Engpässe bei nicht-chinesischem Material diskutiert wird, gewinnt ein Projekt mit kurzfristig geplanter Produktion und vorhandener Infrastruktur naturgemäß zusätzlich an Aufmerksamkeit.

Südkorea und westliche Märkte rücken bei Wolfram enger zusammen

Auch der Standort selbst spielt für Pure Tungsten eine wichtige Rolle. Die Ssangjon-Mine liegt rund 23 Kilometer von der Sangdong-Wolframmine von Almonty Industries entfernt, deren Wiederinbetriebnahme ebenfalls noch in diesem Jahr vorgesehen ist. Damit entsteht in Südkorea ein Umfeld, in dem zwei Wolframprojekte zeitlich nah beieinander in Richtung Produktion gehen.

Nach Darstellung von Pure Tungsten profitiert Ssangjon zudem von politischer Unterstützung im Rahmen der südkoreanischen Initiative für kritische Mineralien. Das passt zu einer breiteren Entwicklung, die das Unternehmen in den USA, Europa und Südkorea sieht: Dort fördern gesetzliche und politische Maßnahmen zunehmend die Entwicklung kritischer Rohstoffprojekte außerhalb Chinas. Für Wolfram ist das besonders relevant, weil das Metall nicht nur industriell genutzt wird, sondern auch sicherheitspolitisch an Bedeutung gewonnen hat.

Vor diesem Hintergrund verbindet Pure Tungsten die Wiederinbetriebnahme der Ssangjon-Mine mit einer größeren strategischen Erzählung: Die Produktion in Südkorea soll nicht nur ein einzelnes Bergbauprojekt reaktivieren, sondern auch einen Beitrag zu alternativen Lieferketten für westliche Märkte leisten. Dass das Unternehmen seinen Börsengang in Kanada vorbereitet und parallel Kapital über eine Pre-IPO-Finanzierung einsammelt, fügt sich in dieses Bild ein.

Pure Tungsten verbindet Börsenpläne mit einem strategischen Rohstoff

Für Pure Tungsten laufen damit derzeit mehrere Entwicklungslinien zusammen. Einerseits treibt das Unternehmen die letzten Schritte bis zur geplanten ersten Lieferung aus der Ssangjon-Mine voran. Andererseits reagiert es auf ein Marktumfeld, in dem Wolfram wegen geopolitischer Spannungen, steigender Verteidigungsausgaben und wachsender Versorgungssorgen stärker beachtet wird. Hinzu kommt die Vorbereitung auf die geplante Börsennotierung in Kanada in der ersten Jahreshälfte 2026.

Mit der angestrebten ersten Auslieferung im Juni 2026, einer Jahreszielproduktion von zunächst rund 1.000 Tonnen Konzentrat und der laufenden Überarbeitung der Projektplanung auf Basis höherer Wolframpreise versucht Pure Tungsten, die nächste Entwicklungsphase einzuleiten. Das Unternehmen verknüpft dabei Projektfortschritt, Finanzierung und Marktumfeld eng miteinander – mit der Ssangjon-Mine als zentralem Baustein.

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