Während Gold und Silber weiterhin von Geopolitik und Safe-Haven-Nachfrage profitieren, erlebt Wolfram (Tungsten) 2026 einen eigenen Superzyklus. Die Preise für Wolframkonzentrate, APT und Pulver haben sich seit Jahresbeginn um bis zu 110 Prozent vervielfacht und testen nun Rekordhöhen – getrieben von chinesischen Quoten, sinkenden Erzgraden und explodierender High-Tech-Nachfrage.
Preiserholung wird Rallye: +500% in einem Jahr
Wolframpreise haben in den letzten 12 Monaten eine atemberaubende Kehrtwende hingelegt. Konzentrate notieren derzeit bei rund 22.000–24.000 USD/MTU (Metric Ton Unit (MTU), wobei 1 MTU = 10 kg Wolframtrioxid), APT bricht die 450-USD-Marke und Pulverpreise klettern auf 55.000 USD/t – ein Zuwachs von über 500 Prozent seit den Tiefs 2024. Analysten sprechen vom „rising-easily, falling-hardly“-Phänomen: Das Metall klettert mühelos, fällt aber kaum zurück, da das Angebotsgefälle strukturell geworden ist.
China als Weltmarktführer (80 Prozent Förderung) hat 2025 die Quoten um 6,5 Prozent gekürzt, Exportkontingente verschärft und Recyclingquoten angehoben – parallel sinken die Erzgehalte in den Minen. CICC prognostiziert ein globales Defizit von 20.000 MTU bis 2028, während die Nachfrage durch Rüstung, Halbleiter, EV-Batterien und AI-Rechenzentren explodiert.
Geopolitik verstärkt den Druck: Iran-Konflikt als Katalysator
Die Eskalation im Nahen Osten – US/Israel-Luftschläge gegen Iran – stützt nicht nur Gold, sondern auch Wolfram als „NATO-Metall“. Als kritischer Rohstoff für Panzerläufe, Raketen und Hochleistungswerkzeuge profitiert Tungsten direkt von Rüstungsausgaben. Berichte vom 1. März melden weitere Preisanstiege in Shanghai, während westliche Regierungen ihre strategischen Reserven aufstocken.
In den USA stuft das Verteidigungsministerium Wolfram als „critical defense material“ ein; Europa drängt auf Diversifizierung weg von Peking. Prognosen sehen den Markt bis 2031 auf 177 Kilotons bei 4,65 Prozent CAGR – doch das Defizit bleibt.
Westliche Antwort: Almonty, Pure Tungsten und Sangdong als Gamechanger
Nicht nur Nachfrage, sondern auch Angebotslücken machen Wolfram 2026 zum Dauerbrenner. Almonty Industries ramped die Sangdong-Mine (Südkorea) hoch: Phase 1 produziert bereits, Phase 2 zielt auf über 460.000 MTU/Jahr ab – das größte Wolframprojekt außerhalb Chinas. Parallel plant Almonty den US-Start von „Gentung Browns Lake“ im zweiten Halbjahr 2026: Die erste kommerzielle US-Wolframmine seit Jahrzehnten, finanziert mit 219 Mio. USD.
American Tungsten stärkt parallel sein US-Portfolio durch Investitionen wie Viking Mines. Unter den vielversprechenden High-Grade-Projekten positioniert sich Pure Tungsten als potenzieller globaler Produzent, um westliche Versorgungssicherheit zu stärken.
| Wolframpreis-Entwicklung (USD/MTU, Stand März 2026) | 2024-Tief | 2025-Durchschnitt | März 2026 |
|---|---|---|---|
| Konzentrat (62,5% WO3) | 9.000 | 16.000 | 23.500 |
| APT (88,5% WO3) | 220 | 320 | 450 |
| Pulver | 28.000 | 42.000 | 55.000 |
Ausblick: Superzyklus mit Verlängerungspotenzial
Für 2026 bleibt das Chance-Risiko-Profil bei Wolfram attraktiv: Strukturelle Knappheit trifft auf Tech- und Rüstungsboom. Sollten China-Exporte weiter sinken oder geopolitische Risiken eskalieren, könnten Preise 30.000 USD/MTU bei Konzentraten testen. Gleichzeitig wächst die Recycling-Konkurrenz, und ein starker US-Dollar könnte Druck machen.
GOLDINVEST beobachtet: Wolfram etabliert sich als kritisches Pendant zu Gold – industriell, geopolitisch und zyklisch. Anleger achten auf Projekte wie Almonty und Pure Tungsten, während der Markt auf Pekings nächste Quote und US-Mine-Updates wartet. Entwicklungen in Echtzeit: Bleiben Sie dran.