Nachdem der Silberpreis die letzten Tage nur den Weg nach oben kannte, stellte sich die Marke von 39 USD pro Unze dann doch als stärkerer Widerstand heraus – erst einmal. Analysten glauben, dass das Edelmetall noch mehr als ausreichend Schwung hat, um seine Allzeithochs wieder in Angriff zu nehmen.
Das auch in der Industrie stark gefragte Metall erreichte zwischenzeitlich fast den höchsten Stand seit 14 Jahren, geriet dann aber unter Druck. Aktuell kostet eine Unze Silber aber immer noch 38,29 USD und die Analysten von Solomon Global sehen einem Kitco News-Bericht zufolge gleich mehrere für das Metall positive Faktoren, was ihrer Ansicht nach höhere Silberpreis stütze.
Die Experten gehen davon aus, dass der Silberpreis kurzfristig seinen Anstieg fortsetzt und die psychologische Widerstandsmarke von 40 USD pro Unze testen wird. Im Anschluss, hieß es weiter, dürften frühere Monatshochs von 43,35 und 44,24 USD pro Unze aus dem Jahr 2011 ins Spiel kommen.
Industrienachfrage bleibt für Silber solide Unterstützung
Solomon Global wies darauf hin, dass die Industrienachfrage eine solide, fundamentale Unterstützung für den kleinen Bruder des Goldes darstelle. Die jüngste Rallye aber sei auf die Rolle von Silber als monetäres Metall zurückzuführen.
Denn, so die Analysten, eine Währungsabwertung treibe Anleger in der Regel in Sachwerte und Gold und Silber hätten von diesem Trend profitiert. Die Schwäche des US-Dollars resultiert ihrer Ansicht nach aus anhaltenden Sorgen, um eine fortdauernde Inflation in den USA aufgrund der geplanten Zollpolitik und andere politische Maßnahmen. Das habe zu einem erneuten Anziehen der Nachfrage nach Assets wie Edelmetallen geführt, die als Sicherer Hafen gelten. Und Silber werde dazu verstärkt herangezogen.
Silber dürfte von Veränderung der US-Geldpolitik profitieren
Gleichzeitig werde Silber, so Solomon Global, von einer sich anbahnenden Veränderung in der US-Geldpolitik profitieren. Zwar würden die Märkte für den laufenden Monat keine Zinssenkungen einpreisen, doch seien die Erwartungen hoch, dass die Fed im September beginnen wird, den Leitzins zu senken. Und sollte es zu einem signifikanten Rückgang der Zinsen kommen, so die Analysten weiter, wäre dieses Umfeld für eine ganze Reihe von Edelmetallen sogar noch positiver.
Denn niedrige Zinsen würden die Haltekosten für Assets wie Silber und Gold, die keine Rendite abwerfen, reduzieren, was das Potenzial berge, die Preise deutlich steigen zu lassen. Sollte sich am fundamentalen Umfeld nichts ändern, erklärte Solomon Global weiter, sei Silber in einer guten Ausgangsposition, um seine beeindruckende Rallye wieder aufzunehmen in den kommenden Monaten die höchsten Stände seit Jahren zu erreichen.
Trotz dieser sehr bullishen Prognose glauben die Analysten aber nicht, dass Silber weiter deutlich besser laufen wird als Gold. Der kurzfristige Anstieg des Silberpreises über 39 USD pro Unze habe die Gold:Silber-Ratio auf 85,88 fallen lassen und damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2024. Das Hoch lag im April bei 107.