Dass sich der Goldpreis in diesem Jahr mehrfach auf neue Allzeithochs geschraubt hat, ist den meisten Anlegern durchaus bewusst. Auch der Silberpreis ist seit Anfang September stark gestiegen, weshalb auch Silber in diesen Tagen viel Aufmerksamkeit erfährt. Nicht bewusst ist vielen Investoren jedoch, dass sich derzeit auch Kupfer im Rallyemodus befindet.
Mit einem Anstieg von rund 32 Prozent seit Anfang Januar zählt Kupfer zweifellos zu den besten Investments des Jahres 2025. Der Kupferpreis notiert inzwischen wieder über 11.700 US-Dollar je Tonne und hat im Sommer neue Allzeithochs ausgebildet. Im Anschluss an das aktuelle Jahres- und Allzeithoch fielen die Notierungen jedoch wieder deutlich zurück.
Zwar hat sich das rote Metall von den im August erreichten Tiefs längst erholt und wieder deutlich zurückgekämpft, doch viele Anleger scheinen diesen Anstieg übersehen zu haben. Dabei ist der seit Jahresbeginn zu beobachtende Anstieg keine kurzfristige, wilde Spekulation, sondern der Ausdruck einer tiefen strukturellen Veränderung.
Die Basis für ein größere Rallye im Kupfersektor ist gelegt
Der Kupferpreis steigt also nicht, weil spekulative Anleger beherzt zugreifen und hier die Möglichkeit von hohen Gewinnen sehen, sondern weil sich ausgelöst u.a. durch die KI-Revolution gerade eine tiefgreifende, strukturelle Verschiebung am Kupfermarkt vollzieht. Dieser Aspekt ist wichtig, denn spekulative Bewegungen können sich sehr schnell erschöpfen und anschließend wieder kraftlos in sich zusammenfallen.
Stützt sich eine Preisbewegung an den Rohstoffmärkten jedoch vor allem auf fundamentale Zusammenhänge, kann davon ausgegangen werden, dass ihre Treiber über eine gewisse Zeit fortbestehen werden, weil es auch mit größten Anstrengungen nicht möglich sein wird, die Gründe für das bestehende strukturelle Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage quasi über Nacht zu beseitigen.
Dies wiederum lässt die Erwartung zu, dass ein schnelles Ende dieser Kupferrallye nicht zu erwarten ist. Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass die Situation am Kupfermarkt noch eine ganze Zeit lang angespannt sein wird. Anleger, die sich noch nicht in diesem Sektor positioniert haben, sind damit keineswegs zu spät dran, sondern haben immer noch die Gelegenheit, auch von dieser zunächst übersehenen Chance zu profitieren.
Durch die KI-Revolution werden die Karten auf dem Kupfermarkt neu gemischt
Bekannt ist vielen Anlegern, dass das Kupfer eines der bedeutendsten Metalle der Energiewende ist. Sie setzt an vielen Stellen auf den elektrischen Strom und um diesen dort verfügbar zu machen, wo er gerade benötigt wird, sind Kupferkabel unverzichtbar. Nicht bewusst ist vielen Anlegern jedoch, dass dieser Zusammenhang auch in den großen Rechenzentren greift, ohne die viele KI-Anwendungen gar nicht möglich sein werden.
Charakteristisch für den KI-Boom ist ein massiver Auf- und Ausbau von großen Rechenzentren. Es werden dabei nicht nur einfach klassische Rechenzentren benötigt, die für ihren Aufbau und Betrieb zwischen 5.000 und 10.000 Tonnen Kupfer benötigen, sondern moderne Hyperscaler– und KI-Rechenzentren. Ihr Kupferbedarf kann auf bis zu 50.000 Tonnen Kupfer für eine Anlage ansteigen. Ein modernes KI-Rechenzentrum kann somit leicht mehr Kupfer benötigen als mehrere konventionelle Rechenzentren zusammen.
Schon heute benötigen die bestehenden Rechenzentren einen Anteil von 1,5 Prozent an der gesamten weltweiten Stromerzeugung. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln. Gewaltige Anstrengungen und sehr viel Kupfer sind für den Aufbau dieser Anlagen daher zwingend erforderlich. Benötigt wird das Kupfer in ihnen u.a. für die Kühlung, für Netzanschlüsse und Speicherlösungen, aber auch für Transformatoren und die vielen Stromleitungen, die zwischen ihnen verlegt werden.
Die Nachfrage nach Kupfer ist hoch und unelastisch
Vor dem Hintergrund dieses enormen Bedarfs stellt sich sofort die Frage, ob das benötigte Kupfer nicht durch andere, preiswertere Alternativen ersetzt werden könnte. Die Antwort fällt allerdings negativ aus und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Technisch könnte Kupfer zwar durch bessere Stromleiter wie beispielsweise Silber ersetzt werden. Doch dieses hat auch einen sehr viel höheren Preis.
Silber wäre zwar der bessere Stromleiter, schwebt aber preislich in einer ganz anderen Region und ist damit für die meisten Anwendungsbereiche nahezu unerschwinglich. Hinzu kommt, dass die reinen Kupferkosten innerhalb der Gesamtkosten, die für die Errichtung eines großen KI-Rechenzentrums zu stemmen sind, ausgesprochen klein sind. An ihnen werden die Projekte gewiss nicht scheitern, denn die Kupferkosten machen lediglich 1 Prozent der gesamten Baukosten aus.
Sollte der Kupferpreis in den kommenden Jahren von aktuell über 11.000 US-Dollar je Tonne auf beispielsweise 20.000 US-Dollar/Tonne ansteigen, wird dennoch kein einziger Betreiber eines Rechenzentrums auf die Idee kommen, auf Kupfer zu verzichten. Die Nachfrage der Rechenzentren nach Kupfer ist damit ausgesprochen stabil und unelastisch. Oder anders ausgedrückt: Am Kupfer führt beim Aufbau der modernen Rechenzentren kein Weg vorbei.
Damit zeichnet sich schon heute ab, dass die Lage auf dem globalen Kupfermarkt nicht nur kurzfristig, sondern auf Jahre hinaus äußerst angespannt sein wird. Was die Nachfrager nach Kupfer beunruhigen wird, ist für weitsichtige Investoren jedoch eine Chance. Noch sind viele Kupferprojekte und die Aktien der Entwicklungsgesellschaften zu Preisen erhältlich, die an vielen Stellen preiswert und an manchen sogar lächerlich gering sind.
Minenentwickler und Kupferexplorer wie z.B. American West Metals, Algo Grande Copper, Axo Copper, Brixton Metals oder PTX Metals und Prismo Metals könnten, so sie denn ihre Projekte erfolgreich fortführen, mittel- bis langfristig gute Chancen, stark von der anhaltenden Kupferrallye zu profitieren.