Gold: Rekordjahr 2025 – Nachfrage über 5.000 Tonnen und Gold-Rallye mit 53 Allzeithochs

Gold ist derzeit in einem wahren Bullenmarkt

Die weltweite Goldnachfrage erreicht erstmals mehr als 5.000 Tonnen, der durchschnittliche LBMA-Goldpreis steigt deutlich – getrieben vor allem durch ETFs sowie Barren und Münzen, während Schmuckmengen sinken und Zentralbanken weiter große Käufer bleiben.

Gold-Nachfrage 2025: Rekordmenge und Rekordwert

2025 hat Gold gleich in mehreren Dimensionen neue Maßstäbe gesetzt. Die weltweite Gesamtnachfrage – inklusive außerbörslicher Geschäfte (OTC) – überschritt erstmals die Marke von 5.000 Tonnen zeigt der aktuelle Bericht des World Gold Council (WGC). In der Summe weist die Übersicht 5.002,3 Tonnen aus. Parallel dazu legte der Goldpreis kräftig zu: Im Jahresdurchschnitt stieg der LBMA-Goldpreis von 2.386,2 US-Dollar je Unze (2024) auf 3.431,5 US-Dollar (2025). Allein im Schlussquartal lag der Durchschnitt bei 4.135,2 US-Dollar je Unze. Und dem Bericht zufolge wurden zudem im Jahresverlauf 53 neuen Allzeithochs verzeichnet!

In Kombination führte das zu einem Rekordwert der Nachfrage von 555 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 45% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für den Goldmarkt ist das bemerkenswert, weil nicht nur der Preis, sondern auch die physischen Volumina hoch blieben. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Gold 2025 nicht nur als kurzfristiges Kriseninstrument betrachtet wurde, sondern in mehreren Käufergruppen eine klare Rolle im Portfolio und im physischen Erwerb einnahm.

Investmentboom: ETFs, Barren und Münzen als Treiber

Der größte Impuls kam 2025 aus dem Investmentbereich. Die Nachfragekategorie „Investment“ sprang von 1.185,4 Tonnen (2024) auf 2.175,3 Tonnen (2025) – ein Zuwachs von 84%. Auffällig ist dabei die Verschiebung innerhalb der Anlageformen: Gold-ETFs und ähnliche Produkte drehten von einem leichten Abfluss (-2,9 Tonnen in 2024) auf einen starken Aufbau von 801,2 Tonnen im Jahr 2025. Das war laut Bericht das zweitstärkste Jahr in dieser Kategorie.

Auch der klassische physische Erwerb über Barren und Münzen nahm zu. Insgesamt stieg dieser Bereich auf 1.374,1 Tonnen (nach 1.188,3 Tonnen im Jahr 2024). Besonders Barren legten zu: von 862,8 Tonnen auf 1.068,2 Tonnen. Offizielle Münzen lagen dagegen niedriger (170,5 Tonnen nach 199,9 Tonnen), während medaillenähnliche und imitationsartige Prägungen moderat zunahmen (135,4 Tonnen nach 125,6 Tonnen).

Als Motive nennt der Bericht vor allem wiederkehrende Themen: Sicherheits- und Diversifikationsüberlegungen spielten eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wurden die Preisbewegungen selbst zum Faktor, der weiteres Interesse an Gold auslöste – ein Muster, das in stark trendenden Märkten häufig zu beobachten ist.

Zentralbanken und Schmuck: gegenläufige Kräfte

Neben privaten und institutionellen Investoren blieben auch Zentralbanken wichtige Nachfragetreiber – allerdings mit abnehmender Dynamik. Die Käufe der Kategorie „Central Bank and Other Institutions“ gingen von 1.092,4 Tonnen auf 863,3 Tonnen zurück (ein Minus von 21%), so der WGC. Der Bericht ordnet das als weiterhin „historisch erhöht“ ein, betont jedoch, dass sich das Tempo gegenüber der jüngeren Vergangenheit verlangsamt habe. Im vierten Quartal fielen die Zentralbankkäufe auf 230,3 Tonnen (nach 366,6 Tonnen im Vorjahresquartal).

Gleichzeitig zeigte sich auf der Schmuckseite die erwartbare Gegenbewegung: In einem Umfeld, in dem Gold mehrfach neue Preisniveaus erreichte, sank die Schmucknachfrage nach Volumen. Die Schmuckverarbeitung („Jewellery Fabrication“) fiel von 2.026,6 Tonnen auf 1.638,0 Tonnen (minus 19%). Der Schmuckkonsum („Jewellery Consumption“) ging von 1.886,9 Tonnen auf 1.542,3 Tonnen zurück (minus 18%). Auch Lageraufbau bzw. -abbau bewegte sich niedriger.

Trotz dieser Rückgänge bleibt ein Punkt wichtig: Der WGC hebt hervor, dass die Wertseite des Schmuckmarkts deutlich zulegte. Die globale Schmucknachfrage erreichte nach Wert ein Rekordniveau von 172 Milliarden US-Dollar (plus 18%). Das unterstreicht, dass sinkende Tonnagen in einem Hochpreisumfeld nicht zwingend schwache Marktstimmung bedeuten müssen – oft passt sich der Markt über kleinere Stückgewichte, andere Produktmixe oder veränderte Kaufgewohnheiten an.

Angebotsseite: Minen, Recycling und Hedging

Auf der Angebotsseite blieb die Entwicklung 2025 vergleichsweise stabil. Die Minenproduktion stieg leicht von 3.650,4 Tonnen auf 3.671,6 Tonnen (plus 1%). Berücksichtigt man das Produzenten-Hedging, ergibt sich eine nahezu unveränderte Minenversorgung: 3.598,0 Tonnen nach 3.596,6 Tonnen im Vorjahr. Das Netto-Hedging lag 2025 bei -73,6 Tonnen (2024: -53,8 Tonnen), was die ausgewiesene Minenversorgung leicht beeinflusst.

Mehr Bewegung kam aus dem Recycling: Die Menge an recyceltem Gold stieg von 1.365,3 Tonnen auf 1.404,3 Tonnen (plus 3%). Insgesamt wuchs die Gesamtversorgung damit auf 5.002,3 Tonnen (plus 1%) – praktisch auf Augenhöhe mit der Gesamtnachfrage. In der Systematik der Tabelle ergibt sich so ein Marktbild, in dem sich Angebot und Nachfrage bilanziell eng gegenüberstehen, während sich die Dynamik vor allem innerhalb der Nachfragesegmente verschiebt.

Auch die Technologienachfrage blieb stabil: Sie lag bei 322,8 Tonnen nach 326,2 Tonnen im Vorjahr (minus 1%). Innerhalb dessen war der Elektronikbereich praktisch unverändert (270,4 Tonnen). Der Bericht führt die Stabilität trotz Störungen im Konsumelektroniksegment auf Wachstum in KI-bezogenen Anwendungen zurück – ein Hinweis darauf, dass sich industrielle Gold-Nachfrage zunehmend über unterschiedliche Endmärkte verteilt.

Unterm Strich zeigt 2025 damit ein klares Profil: Gold erzielte Rekorde bei Preis und Gesamtwert, während die Nachfrageseite vor allem durch Anlageformen geprägt wurde. Gleichzeitig stieg das Angebot nur leicht – ein Umfeld, in dem Verschiebungen bei ETF-Flüssen, Barren- und Münzkäufen sowie Zentralbankaktivität besonders stark auf die Marktwahrnehmung wirken.

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