Die kanadische Green Canada Corporation treibt ihren Weg an den Kapitalmarkt voran: Zum einen soll jetzt das Uranexplorationsunternehmen über ein Reverse Takeover mit MAACKK Capital Corp. den Börsengang vollziehen, zum anderen ist gleichzeitig die Übernahme des Marshall-Uranprojekts in Saskatchewan von Basin Energy vorgesehen. Green Canada Corporation ist eine zu 54,3 Prozent von PTX Metals Inc. (TSXV: PTX / WKN: A403Z4) gehaltene Gesellschaft mit einem Portfolio von Uranprojekten im Athabasca-Becken in Saskatchewan, im Thelon-Becken in Nunavut sowie im Otish-Becken in Québec.
Mit den jetzt vorgestellten Vereinbarungen positioniert sich die Green Canada Corporation als künftiger börsennotierter Uranexplorer mit Fokus auf einige der wichtigsten Uranprovinzen Kanadas. Die Transaktion umfasst neben der Strukturierung des Börsenmantels auch die Einbindung erfahrener Partner wie Basin Energy, CanAlaska Uranium und PTX Metals.
Green Canada Corporation: Reverse Takeover mit MAACKK als Börsenvehikel
Kern der Kapitalmarkttransaktion ist eine verbindliche Absichtserklärung zwischen Green Canada Corporation und MAACKK Capital Corp. vom 13. November 2025. Vorgesehen ist, dass MAACKK alle ausstehenden Aktien von Green Canada Corporation im Wege einer Verschmelzung mit einer neu zu gründenden MAACKK-Tochter übernimmt. Die fusionierte Gesellschaft wird als hundertprozentige Tochter von MAACKK geführt, während die bisherigen Aktionäre von Green Canada Corporation im Gegenzug neue Aktien des sogenannten Resulting Issuer erhalten. Damit handelt es sich formal um eine Übernahme von MAACKK durch die GCC-Aktionäre, also ein klassisches Reverse Takeover.
Vor Abschluss des Reverse Takeover soll MAACKK seine bestehenden Aktien im Verhältnis 6,25 zu 1 zusammenlegen, um die Kapitalstruktur zu straffen. Parallel plant die Green Canada Corporation eine nicht vermittelte Privatplatzierung über brutto 2,5 Millionen kanadische Dollar, deren Konditionen noch im Kontext der Marktbedingungen festgelegt werden sollen. Die Finanzierung soll in Tranchen bis zum Abschluss der Transaktion erfolgen und nach Vollzug in die Berechnung der künftigen Anzahl der Resulting-Issuer-Aktien einfließen.
Die Umsetzung der Transaktion steht unter dem Vorbehalt mehrerer Genehmigungen. Dazu gehören insbesondere die Zustimmung der Aktionäre von Green Canada Corporation auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, die Billigung durch die jeweiligen Verwaltungsräte von PTX, GCC und MAACKK sowie die Zulassung der neuen Gesellschaft an der Canadian Securities Exchange oder einer anderen noch zu bestimmenden Börse. Green Canada Corporation kann MAACKK zudem auffordern, eigene Aktionäre über die geplante Aktienkonsolidierung, eine mögliche Umfirmierung, die Wahl eines neuen Boards und die Bestätigung früherer Gesellschaftsentscheidungen abstimmen zu lassen.
PTX Metals hält derzeit rund 18,17 Millionen Aktien und damit gut 54 Prozent der Green Canada Corporation. Nach Vollzug des Reverse Takeover werden PTX und die übrigen GCC-Aktionäre ihre bisherigen Anteile in Aktien des Resulting Issuer tauschen. Die Transaktion gilt nach den Richtlinien der TSX Venture Exchange als Geschäft mit unabhängigen Dritten, es werden keine Vermittlungsgebühren erwartet. Mit Abschluss sollen die bisherigen Organe von MAACKK zurücktreten und durch ein neu besetztes Board ersetzt werden.
Marshall-Uranprojekt: Green Canada Corporation erweitert Athabasca-Portfolio
Parallel zum geplanten Börsengang hat die Green Canada Corporation eine weitere verbindliche Absichtserklärung mit Basin Energy Limited (ASX: BSN) und deren Tochter Basin Energy Marshall Corp. geschlossen. Ziel ist die Übernahme von 100 Prozent der Rechte am Marshall-Uranprojekt in Saskatchewan. Das Projekt liegt im Athabasca-Becken und damit in einer der bedeutendsten Uranregionen weltweit. Marshall und das benachbarte North-Millennium-Gebiet befinden sich etwa elf Kilometer westlich von Camecos Millennium-Lagerstätte und rund zwanzig Kilometer südwestlich der Pike-Zone auf dem West-McArthur-Projekt von CanAlaska.

Die Projektgebiete liegen nahe der Grenze zwischen den geologischen Domänen Mudjatik und Wollaston und werden von Sandsteinen und Siltsteinen der Manitou-Falls-Gruppe überdeckt. Die Mächtigkeit des Sandsteins wird auf 700 bis 900 Meter geschätzt, nur wenige Aufschlüsse erreichen die Oberfläche. Historische Explorationen seit Ende der 1970er-Jahre konzentrierten sich auf Sedimentgeochemie in Seen und Gesteinsbrocken, auf luftgestützte Magnetik- und EM-Untersuchungen sowie auf bodengebundene geophysikalische Profile. Bohrungen wurden auf Marshall und North Millennium bislang nicht niedergebracht.
Im Jahr 2024 ließ Basin Energy systematische Stepwise-Moving-Loop-TEM-Messungen auf beiden Projektflächen durchführen. Auf Marshall wurden knapp fünfzig Linienkilometer über eine Linie mit mehreren Schleifen abgearbeitet, auf North Millennium gut dreißig Kilometer entlang dreier Profile. Die Auswertung ergab Leitfähigkeitsanomalien, die als potenzielle Zonen für unkonformitätsbedingte Uranvererzung interpretiert wurden. Für das Marshall-Projekt wird auf dieser Basis ein erstes Diamantbohrprogramm empfohlen, das die identifizierten Leiter testen soll. Green Canada Corporation plant, mit dem Erwerb des Marshall-Projekts diese Empfehlungen im Rahmen eines anfänglichen Arbeitsprogramms umzusetzen.
Struktur der Urantransaktionen und Rolle von Basin Energy, CanAlaska und PTX
Die Gegenleistung für den Erwerb des Marshall-Projekts durch Green Canada Corporation ist mehrstufig aufgebaut. Vereinbart wurden Barzahlungen in Höhe von insgesamt 600.000 kanadischen Dollar, die in vier gleichen jährlichen Raten geleistet werden sollen, sowie Aktien des künftigen Resulting Issuer im Volumen von 300.000 kanadischen Dollar, die über drei Jahre in Tranchen nach volumengewichteten Durchschnittskursen ausgegeben werden. Zusätzlich erhält Basin Energy bei Abschluss einen Anteil von 9,99 Prozent am ausgegebenen Aktienkapital des Resulting Issuer auf unverwässerter Basis nach Abschluss der Parallelfinanzierung.
Basin Energy behält sich für drei Jahre ein Vorkaufsrecht auf einen möglichen Weiterverkauf des Marshall-Projekts durch Green Canada Corporation vor und erhält zudem ein befristetes Rückkaufsrecht. Innerhalb von fünf Jahren oder bis zur Erreichung von zehn Millionen Dollar an Explorationsaufwendungen kann Basin einen Anteil von 25 Prozent am Projekt für eine Million kanadische Dollar zurückerwerben. Green Canada Corporation verpflichtet sich im Gegenzug, innerhalb von 24 Monaten ein anfängliches Arbeitsprogramm auf Marshall zu finanzieren, dessen Budget mindestens 1,5 Millionen kanadische Dollar oder den für den Erhalt der Claims notwendigen Betrag umfasst.
Operativ wird das Marshall-Projekt von CanAlaska Uranium geführt, das im Rahmen einer separaten Vereinbarung als Betreiber fungiert. Green Canada Corporation zahlt dafür eine Operatorgebühr von zwanzig Prozent auf die anfänglichen Explorationsausgaben. Gleichzeitig erhalten GCC und Basin von CanAlaska eine neunmonatige Exklusivität, um eine mögliche Earn-in-Option am North-Millennium-Joint-Venture von CanAlaska und Basin Energy zu prüfen. Bei erfolgreicher Due-Diligence könnten die Parteien die Bedingungen verhandeln, unter denen Green Canada Corporation bis zu 51 Prozent an diesem Joint Venture erwerben kann.
Mit Blick auf die Unternehmensführung setzt die Green Canada Corporation beim künftigen Resulting Issuer auf ein Team mit ausgeprägter Rohstoff- und insbesondere Uranerfahrung. Vorgesehen sind Richard (Rick) Mazur als Executive Chairman, der auf mehr als vier Jahrzehnte internationale Explorationserfahrung und frühere CEO-Funktionen bei einem Uran- und Critical-Metals-Explorer zurückblickt, sowie Greg Ferron als Präsident, der seit vielen Jahren in der Bergbaufinanzierung und in leitenden Funktionen verschiedener Explorations- und Entwicklungsunternehmen tätig ist. Ergänzt wird das Board um den Investor und Director Jean-David Moore sowie den Schweizer Finanzspezialisten Olivier Crottaz; ein Vertreter von Basin Energy soll den Verwaltungsrat komplettieren. Geologisch wird die Green Canada Corporation vom ausgewiesenen Uran- und Explorationsgeologen Rhys Davies beraten.
Mit der Kombination aus Reverse Takeover, der geplanten Börsennotiz und der Übernahme des Marshall-Uranprojekts stellt Green Canada Corporation die Weichen für den nächsten Entwicklungsschritt. Im Fokus stehen dabei der Ausbau der Uranposition im Athabasca-Becken, die Option auf eine Beteiligung am North-Millennium-Joint-Venture und die engere Einbindung erfahrener Partner wie PTX Metals, Basin Energy und CanAlaska in die weitere Exploration.