Pulsar Helium Inc. (AIM: PLSR, TSXV: PLSR, OTCQB: PSRHF) hat die Resultate einer unabhängigen Vor-Machbarkeitsstudie (Pre-Feasibility Study, PFS) für sein Tunu-Projekt in Ostgrönland bekannt gegeben. Die Untersuchung, durchgeführt von Sproule-ERCE, bestätigt das Potenzial eines geothermischen Reservoirs und die Möglichkeit einer Heliumgewinnung. Damit positioniert sich das Unternehmen an einer Schnittstelle von erneuerbarer Energieversorgung und kritischer Rohstoffproduktion.
Geothermie und Helium: Pulsar Heliums Doppelstrategie in Ostgrönland
Das Tunu-Projekt befindet sich nahe der Siedlung Ittoqqortoormiit am Scoresby-Sund. Laut der PFS wurden im Untergrund Temperaturen zwischen 80 und 130 Grad Celsius identifiziert. Analysen deuten darauf hin, dass Störungs- und Bruchsysteme den Fluss von geothermischen Fluiden steuern. In Kombination mit den dort gemessenen Heliumkonzentrationen könnte ein integriertes Projekt entstehen, das sowohl Strom aus Erdwärme liefert als auch Helium aus den geförderten Gasen abscheidet.
Die Modellierungen zeigen, dass unter günstigen Bedingungen Durchflussraten von bis zu rund 720 Kubikmetern pro Stunde möglich sind. Dies würde eine Versorgung der lokalen Gemeinde mit sauberer Energie erlauben und gleichzeitig die Grundlage für die Abtrennung von Helium schaffen. In einem optimistischen Szenario wäre eine tägliche Heliumproduktion von etwa 350.000 Kubikfuß erreichbar – ein Wert, der das Projekt zu einer der aussichtsreichsten primären Heliumquellen Europas machen könnte.
Infrastruktur und Kostenrahmen
Die Studie untersuchte verschiedene technische Ansätze, darunter Binary-Cycle- und Dual-Flash-Systeme für die geothermische Stromerzeugung. Der Kapitalbedarf für entsprechende Anlagen wird auf 20 bis 30 Millionen US-Dollar geschätzt. Damit ergibt sich ein realistischer Rahmen für die Entwicklung eines kombinierten Projekts aus Energieproduktion und Heliumgewinnung.
Ein weiterer Faktor, der die Projektentwicklung erleichtern könnte, ist der geplante Bau eines Flughafens in Ittoqqortoormiit. Die Regierungen von Grönland und Dänemark haben Mittel dafür zugesagt, der Baustart ist für 2026 vorgesehen. Die neue Infrastruktur soll ganzjährige Erreichbarkeit gewährleisten und könnte die Logistik für künftige Arbeiten von Pulsar Helium deutlich verbessern.
Fortschritte und nächste Schritte für Pulsar Helium
In den vergangenen anderthalb Jahren hat Pulsar Helium das Tunu-Projekt von einer konzeptionellen Idee zu einem durch Daten untermauerten Vorhaben weiterentwickelt. Erste Untersuchungen an Thermalquellen ergaben Heliumgehalte von bis zu 0,8 Prozent, einer der höchsten Werte, die in Europa gemessen wurden. 2024 folgte eine passive seismische Untersuchung am Kap Tobin, die Anomalien im Untergrund aufzeigte, die als potenzielle Speicher- und Fließwege für heliumhaltige Fluide interpretiert werden.
Auf Basis dieser Ergebnisse wurde Sproule-ERCE 2025 mit der Vor-Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Unternehmen integrierte geophysikalische, geochemische und geologische Daten in ein Gesamtmodell, das nun die Grundlage für weitere Planungsschritte bildet. Empfohlen wird ein Explorationsprogramm ab 2026, das geophysikalische Messungen, weitere Probenahmen und eine erste Testbohrung umfasst.
Bedeutung des Tunu-Projekts
Mit dem Tunu-Projekt ist Pulsar Helium der erste Lizenznehmer für Heliumexploration in Grönland. Das Unternehmen hält die exklusive Mineral Exploration Licence 2025/101 mit einer Laufzeit von fünf Jahren, verlängerbar auf bis zu 22 Jahre. Damit verfügt Pulsar über eine langfristige Basis für die Weiterentwicklung.
Das Projekt ist nicht nur durch seine geothermischen Potenziale von Bedeutung, sondern auch, weil es sich um eine seltene primäre Heliumlagerstätte handelt, die nicht mit Kohlenwasserstoffen oder CO2 vergesellschaftet ist. Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Helium in Hightech-Industrien sowie der Suche nach nachhaltigen Energiequellen könnte Tunu eine strategisch wichtige Rolle in Europa einnehmen. Damit erhöht sich die Chance auf ein weiteres produktives Heliumprojekt des Unternehmens neben dem außergewöhnlich hochgradigen Hauptprojekt Topaz in Minnesota, dessen Entwicklung ebenfalls bereits weit fortgeschritten ist.