Produktionsausfälle nehmen zu: China setzt Seltene Erden weiter als Handelswaffe ein

Handelsstreit China USA bei Seltenen Erden - Ucore könnte Teil der Lösung werden

Was in den 1970er Jahren das Öl für die OPEC-Staaten war, sind heute die Seltenen Erden für China: nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch eine politische Waffe. Öl wurde 1973 im Jom-Kippur-Krieg als Waffe eingesetzt, um die Unterstützung des Westens für Israel zu unterbinden. In der gleichen Weise nutzt die chinesische Führung in Peking die Seltenen Erden heute zur Unterstützung ihrer Außen-, Handels- und Wirtschaftspolitik.

So selten wie es ihr Name nahelegt sind die Seltenen Erden eigentlich nicht. Doch ihr Abbau und vor allem ihre Raffinierung sind ein schmutziges und für die Umwelt schädigendes Geschäft. Der Westen war deshalb in den 1990er Jahren heilfroh, dass China diese undankbare Aufgabe für die Welt übernommen hat. An die Konsequenzen dieser Entwicklung hat damals – außer den Chinesen – kaum jemand gedacht.

Heute sind sie jedoch schmerzhaft spürbar, denn aus China stammen mehr als 90 Prozent der aufbereiteten Seltenen Eden. Von einem Monopol zu sprechen, ist damit fast schon eine Untertreibung. China ist sich seiner Stellung im Markt und damit auch seiner daraus erwachsenden politischen Macht nur zu bewusst und es zögert, anderes als in den Dekaden zuvor, auch nicht mehr, diese Macht in seinem Sinn zu nutzen.

Trotz Übereinkunft mit Peking keine spürbare Verbesserung

Mit der Europäischen Union hatte sich die chinesische Regierung eigentlich auf einen Mechanismus verständigt, der die Versorgung europäischer Firmen mit Seltenen Erden sicherstellen sollte. Doch die Umsetzung dieser Vereinbarung verläuft äußerst schleppend. Wie die europäische Handelskammer in China mitteilte, liegen von 141 Anträgen auf Exportlizenzen immer noch 121 auf Eis. Die Kammer warnt daher vor weiteren Produktionsausfällen bei ihren Mitgliedsfirmen.

Schon im September könnte die schleppende Bearbeitung der Exportlizenzen bei 46 Unternehmen zu eine Produktionsstopp führen. Dies sei allerdings erst der Anfang, denn bis Dezember könnten weitere folgen. Die Schuld für diese Misere sieht die Handelskammer beim chinesischen Handelsministerium, das von 141 Exportanträgen bislang lediglich 19 genehmigt hat. Bei 121 Anträgen, von denen viele als dringend eingestuft werden, stehen die Entscheidungen noch aus.

Ein Antrag wurde zudem aufgrund eines Datenfehlers abgelehnt. Die Informationen zu diesen Anträgen hat die europäische Handelskammer im August bei ihren Mitgliedsfirmen gesammelt und mit dem Stichtag 9. September veröffentlicht. Nicht mitgeteilt wurde jedoch, welche Unternehmen aus welchen EU-Staaten betroffen seien.

Eigene Lösungen in der Seltenen-Erden-Frage werden immer wichtiger

Kammer-Präsident Jens Eskelund betonte deshalb, dass das dringendste Problem vieler Firmen derzeit sei, neue Lizenzen zu erhalten. Nur wenige Unternehmen profitieren bereits von dem zwischen China und der EU vereinbarten Mechanismus zur Entlastung der Situation.

Benötigt werden die Seltenen Erden für die Herstellung hochwertiger Elektromagnete, aber auch Sensoren und Elektromotoren können ohne diese Komponenten nicht hergestellt werden. Im Juli hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen neuen Vermittlungsmechanismus angekündigt. Er sollte das langwierige und komplizierte Antragsverfahren eigentlich beschleunigen. Dass dem nicht so ist, zeigen die aktuellen Erhebungen aus dem August.

Einmal mehr zeigt sich damit wie abhängig und verletzlich Europas Wirtschaft bei den Seltenen Erden immer noch ist. Ohne eine gesicherte eigene Versorgung mit diesen und anderen unverzichtbaren Rohstoffen wird sich die EU daher nicht aus der strategischen Abhängigkeit von anderen Ländern lösen können.

Chance in der Krise für Ucore Rare Metals

Für weitsichtige Investoren bietet sich hier allerdings auch eine Chance, denn die Seltenen Erden sind derzeit nur ein Engpass von vielen. Auch bei anderen als kritisch eingestuften Elementen wie Magnesium, Antimon und auch Silber gilt es, die chinesische Dominanz bei der Förderung, Raffinierung und Verarbeitung dieser Metalle zu brechen.

Ein Unternehmen, das schon vor Jahren beschlossen hat, sich am Aufbau eine westlichen Lieferkette für Seltene Erden zu beteiligen ist die kanadische Ucore Rare Metals (WKN A2QJQ4/ TSXV UCU). Das Technologie- und Rohstoffunternehmen hat eine eigene Technologie zur Aufbereitung der Seltene Erden-Ausgangsmaterialien namens RapidSX entwickelt, die nicht nur schneller ist, sondern auch einen weniger negativen Einfluss auf die Umwelt hat als die in China übliche Solvent Extraction (SX).

Ucore plant, eine erste Produktionslinie schon im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb zu nehmen. In der Anlage im US-Bundesstaat Louisiana, die bereits mit insgesamt mehr als 22 Mio. USD vom US-Verteidigungsministerium gefördert wird, sollen dann nach und nach weitere Fertigungsstraßen in Betrieb gehen. Erst vor Kurzem meldete Ucore eine Kooperation mit einem australischen Technologieunternehmen, die es erlauben soll, auch Material aus Quellen wie Elektroschrott zu nutzen.

Ein Update, indem am vergangenen Freitag von den Fortschritten beim Bau der Anlage in Alexandria, Louisiana, berichtet wurde, ließ die Ucore-Aktie zuletzt über die Marke von 4,00 CAD steigen. Überhaupt ist die Aktie bereits gut gelaufen, allerdings dürfte das nur der Auftakt gewesen sei, sollte eine potenzielle Produktion Seltener Erden tatsächlich 2026 wie geplant anlaufen. Wir bleiben dran!

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Die Entwicklung der Ucore-Aktie in den letzten 12 Monaten; Quelle: TradingView

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