Von einer breiten Öffentlichkeit fast unbemerkt, hat sich Namibia in nur wenigen Jahren von einem weißen Fleck auf der Ölkarte zu einem der spannendsten Explorationsziele der Welt entwickelt. Mit spektakulären Offshore-Funden im Orange Basin rückt das Land in eine Liga mit jüngsten Erfolgsgeschichten wie Guyana und Suriname. Fachleute gehen davon aus, dass Namibia bis 2035 zu den zehn größten Ölproduzenten weltweit aufsteigen könnte. Europäische Öl-Player sind prominent vertreten: Während Öl-Majors wie TotalEnergies (Frankreich), Shell (UK) und Galp (Portugal) Milliarden investieren, hat sich mit Oregen Energy Corp. (CSE: ORNG | FSE: A1S) ein kanadisches Explorationsunternehmen frühzeitig einen Platz in der ersten Reihe gesichert.
Oregen verfolgt dabei eine klare Strategie: durch seine frühe Positionierung im so genannten „String of Pearls“-Trend, die gezielte Aufstockung seiner Beteiligung am aussichtsreichen Block 2712A und den geplanten Einstieg in weitere Lizenzen will das Unternehmen zu einem der profiliertesten Junior-Player im Orange Basin aufsteigen. Das Unternehmen will selbst nicht bohren, sondern setzt stattdessen auf moderne 3D-Seismik und künftige Farm-outs an Majors. Dadurch eröffnet Oregen Investoren eine seltene Frühphasen-Chance mit beträchtlichem Hebel im Erfolgsfall.
Vom Randgebiet zum globalen Hotspot
Noch vor einem Jahrzehnt war Namibias Küste weitgehend unerforscht. Erste Bohrungen brachten wenig Erfolg, die Region galt lange als zu teuer und zu riskant. Erst die jüngsten Fortschritte in der seismischen Exploration und die geologische Analogie zu Westafrika führten zum Durchbruch. Seither hat sich das Bild dramatisch verändert. TotalEnergies stieß im Venus-Feld auf schätzungsweise 5,1 Milliarden Barrel – die größte Entdeckung in Subsahara-Afrika. Shell bestätigte mit den Funden Graff und Jonker weitere Milliardenreserven. Galp Energia veröffentlichte Anfang 2024 schließlich beeindruckende Schätzungen für das Mopane-Feld, das bis zu 10 Milliarden Barrel Öläquivalent umfassen könnte. Zusammengenommen summieren sich Namibias Offshore-Reserven inzwischen auf rund 20 Milliarden Barrel Öl – ein Potenzial, das den Energiemarkt nachhaltig verändern kann.

Politische Stabilität als Standortvorteil
Die Attraktivität Namibias wird nicht nur durch seine Geologie bestimmt, sondern auch durch ein politisches und regulatorisches Umfeld, das Investoren Sicherheit gibt. Das Land gilt als eine der stabilsten Demokratien Afrikas, Korruption spielt im Vergleich zu anderen rohstoffreichen Staaten eine geringere Rolle. Die Regierung verfolgt eine pro-investorenfreundliche Strategie und unterstützt die schnelle Erschließung der Offshore-Felder. Auf Gewinne aus Ölgeschäften fallen 35 Prozent Steuern an, hinzu kommt eine Lizenzabgabe von fünf Prozent. Über die staatliche Ölgesellschaft Namcor ist Namibia mit zehn bis fünfzehn Prozent an allen Projekten beteiligt. Diese Bedingungen gelten international als moderat und machen Namibia für internationale Ölkonzerne und Explorationsunternehmen gleichermaßen attraktiv.
Oregen Energy als früher Player
In dieses Umfeld stößt Oregen Energy vor. Am 26. August 2025 genehmigte die Canadian Securities Exchange (CSE) die Umfirmierung von Supernova Energy in Oregen Energy. Seit dem 27. August notiert die Aktie unter dem neuen Kürzel ORNG (CSE) sowie weiterhin in Frankfurt unter dem Ticker A1S. Mit nur rund 64,6 Millionen voll verwässerten Aktien ist die Kapitalstruktur vergleichsweise schlank. Im August konnte zudem eine erste Tranche einer Eigenkapitalfinanzierung über 3,6 Millionen CAD erfolgreich abgeschlossen werden – ein weiterer Schritt, um die geplanten Arbeitsprogramme abzusichern.
Oregen sicherte sich einen Anteil von zunächst 8,75 Prozent am Block 2712A im Orange Basin und erhöhte diesen im August 2025 durch eine Beteiligung am Betreiber WestOil Ltd. auf 33,95 Prozent. Damit übernimmt das Unternehmen künftig eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung des Lizenzgebiets. Der Block umfasst 5.484 Quadratkilometer in Wassertiefen zwischen 2.800 und 3.900 Metern – exakt dort, wo auch TotalEnergies, Shell und Galp ihre jüngsten Großfunde gemacht haben.
Tim O’Hanlon, Senior Advisor von Oregen und früherer Afrika-Chef von Tullow Oil, bringt die Bedeutung auf den Punkt: „Oregen positioniert sich als einer der wenigen börsennotierten Junior-Player mit direkter Exponierung gegenüber den bedeutendsten Offshore-Funden der vergangenen Jahre.“
Block 2712A: Auf dem „String of Pearls“-Trend
Die geologische Lage von Block 2712A ist außergewöhnlich. Er liegt unmittelbar nördlich und auf dem gleichen geologischen Trend wie die Großfunde Venus, Graff und Mopane. Der Untergrund wird von der Kudu-Schiefer-Formation gespeist – jenem Muttergestein, das auch die Nachbarfelder auflädt. Satellitenbilder zeigen natürliche Ölschlieren direkt über dem Block, ein Hinweis auf aktive Hydrocarbonmigration. Regionale Seismik deutet zudem auf Turbidit-Fächer hin, großvolumige und gut abgedichtete Reservoirstrukturen, die als ideale Speicher für leichte Öle gelten.
Im November 2025 wird Oregen eine hochauflösende 3D-Seismik-Kampagne über 3.000 Quadratkilometer durchführen, um diese Hypothesen zu verifizieren. Diese Daten gelten als entscheidender Meilenstein: Sie sollen den Übergang von geologischen Analogien hin zu klar definierten Bohrzielen ermöglichen – und damit die Tür für Farm-out-Verhandlungen mit Supermajors öffnen.



Oregen Roadmap bis 2027
Oregen verfolgt eine klare Strategie. 2025 steht die 3D-Seismik im Mittelpunkt, flankiert von einem unabhängigen NI 51-101 Report. 2026 soll ein strukturierter Farm-out-Prozess starten, bei dem internationale Partner einsteigen, um Kosten und Risiken zu teilen und gleichzeitig Kapital für die nächsten Schritte bereitzustellen. Ab 2027 könnten dann die ersten Explorationsbohrungen beginnen. Parallel dazu prüft Oregen weitere Beteiligungen in Namibia, darunter bereits eine Absichtserklärung über einen siebenprozentigen carried interest in einem zusätzlichen Offshore-Projekt.
Namibia auf den Spuren Guyanas
Die Entwicklung im Orange Basin erinnert stark an Guyana. ExxonMobil stieß dort 2015 auf die ersten großen Offshore-Vorkommen, heute produziert das Land bereits über 600.000 Barrel pro Tag. Namibia könnte diesem Muster folgen: geologisch vielversprechende Tiefwasserbecken, frühe Erfolge durch internationale Majors, politische Stabilität und eine Regierung, die den schnellen Übergang in die Produktionsphase unterstützt. Ian Thom, Research Director bei Wood Mackenzie, formuliert es so: „Namibia bewegt sich im gleichen Trend wie Guyana, Suriname oder Senegal – Regionen, die sich binnen weniger Jahre von Explorations-Hotspots zu global relevanten Ölprovinzen entwickelt haben.“
Eine Frühphasen-Chance für Investoren
Die Dynamik im Orange Basin ist enorm: Mehr als zehn neue Bohrungen sind für 2025 und 2026 geplant. Besonders aufmerksam blickt der Markt auf TotalEnergies, das 2026 eine finale Investitionsentscheidung für das Venus-Feld treffen will – ein historischer Meilenstein, der Namibia erstmals vom Explorations- ins Produktionszeitalter katapultieren würde.
Für Investoren eröffnet Oregen Energy eine klassische Frühphasen-Chance: Der Einstieg ist risikobehaftet, doch der Hebel bei Erfolg beträchtlich. Sollte Namibia den Weg Guyanas wiederholen, könnte Oregen mit Block 2712A Anteil an einer der spannendsten Energiegeschichten des Jahrzehnts haben. Der kleine kanadische Explorer ist frühzeitig dabei, strategisch positioniert und bereit, mit starken Partnern zu wachsen – eine Kombination, die in einem heißen Marktumfeld außergewöhnliches Potenzial verspricht.