Kupfer schießt auf Rekord: Spekulationswelle aus China treibt stärksten Sprung seit über 16 Jahren

Kupfer Schmelze Kessel bei Goldinvest.de Silber Gold

Der Kupfermarkt ist mit außergewöhnlicher Dynamik ins Jahr gestartet. An der London Metal Exchange (LME) verzeichnete Kupfer jetzt den kräftigsten intraday-Anstieg seit mehr als 16 Jahren – und markierte dabei erstmals Kurse oberhalb von 14.400 US-Dollar je Tonne. Medienberichten zufolge war die Bewegung weniger das Ergebnis neuer fundamentaler Signale, sondern vor allem Ausdruck einer ausgeprägten Spekulationswelle, die ihren Ursprung in China hatte und in den asiatischen Handelsstunden besonders sichtbar wurde.

Der starke Impuls setzte gegen 2.30 Uhr Londoner Zeit ein – genau in dem Zeitfenster, in dem chinesische Marktteilnehmer üblicherweise den Handel prägen. Innerhalb von weniger als einer Stunde sprang der LME-Preis um mehr als fünf Prozent. In der Spitze summierte sich der Tagesanstieg auf bis zu 10,1%. Damit erreichte Kupfer nicht nur ein neues Allzeithoch, sondern setzte auch eine Aufwärtsbewegung fort, die seit Anfang Dezember bereits zu einem Plus von rund 25% geführt hat.

Kupfer im Sog des Metall-Momentums: China als Taktgeber

Wie es weiter heißt, würden chinesische Investoren derzeit in Metalle „hineinströmen“, getragen von Momentum-Strategien, die zuletzt eine ganze Reihe von Rohstoffen – von Zinn bis Silber – in Richtung Rekordstände bewegt hätten. Kupfer wurde jetzt zu einem der prominentesten Beispiele für diese Entwicklung.

Chinesischen Analysten zufolge sei der Anstieg „komplett durch spekulative Fonds“ getrieben – und angesichts der Handelszeit „wahrscheinlich chinesisches Geld“. Diese Einschätzung unterstreicht den Charakter der Bewegung: Der Preisanstieg wird im Bericht als positions- und liquiditätsgetrieben beschrieben, weniger als Reaktion auf neue Daten zur physischen Nachfrage oder Angebotslage.

Für Marktbeobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil solche Phasen häufig von hoher Geschwindigkeit und Volatilität geprägt sind. Wenn viele Akteure gleichzeitig auf dieselbe Kursrichtung setzen, können relativ kurze Zeitfenster ausreichen, um große Preisbewegungen zu erzeugen – insbesondere an Märkten, in denen Terminhandel und kurzfristiges Kapital stark präsent sind.

Fundamentale Signale bleiben gemischt – trotz neuer Rekorde

Auffällig ist laut Bericht, dass die Rallye bei Kupfer nicht ohne Gegenargumente aus der Fundamentalseite stattfindet. China, das ungefähr die Hälfte des weltweiten physischen Kupferverbrauchs repräsentiert, zeige demnach eher Anzeichen schwächerer Nachfrage. Gleichzeitig wird auf die Terminstruktur an der LME verwiesen: Ein sich ausweitender Contango – also höhere Preise für spätere Liefertermine als für den Kassamarkt – gilt häufig als Hinweis auf ausreichende kurzfristige Verfügbarkeit beziehungsweise tendenziell komfortable Lagerbestände.

Damit entsteht ein Spannungsfeld, das der Bericht klar herausarbeitet: Kupfer steigt stark, obwohl zwei klassische Marktindikatoren – Nachfrageimpulse aus China und die Signale aus der Terminstruktur – nicht zwingend auf akute Knappheit hindeuten. In solchen Situationen gewinnt die Frage nach Positionierung und Marktmechanik an Bedeutung: Welche Investoren dominieren den Handel, wie hoch ist die Risikobereitschaft, und wie schnell können sich Trades wieder drehen, wenn das Momentum nachlässt?

Dass Kupfer in nahezu allen elektrischen Anwendungen eingesetzt wird, verleiht dem Metall grundsätzlich eine hohe strategische Bedeutung. Der Bericht verweist zudem darauf, dass Kupfer seit Jahren bei Investoren beliebt ist, die auf strukturelle Nachfrage durch Energiewende und den Ausbau von Rechenzentren setzen. Der aktuelle Kursschub wird jedoch ausdrücklich als Bewegung beschrieben, die sich kurzfristig eher von spekulativen Faktoren ableitet als von neuen, konkreten Datenpunkten aus der Realwirtschaft.

Shanghai Futures Exchange: Rekordaktivität und Signalwirkung für Kupfer

Die Spekulationsdynamik zeigt sich laut Bericht auch an den Handelsvolumina in China. An der Shanghai Futures Exchange (SHFE), der wichtigsten Rohstoff-Terminbörse des Landes, seien die Umsätze stark gestiegen. Der Januar sei – bezogen auf die sechs wichtigsten Basismetalle der SHFE – bereits der umsatzstärkste Monat überhaupt gewesen. Kupfer habe am Donnerstag zudem das zweitgrößte tägliche Handelsvolumen seiner Historie erreicht.

Auch die Preisbewegung in Shanghai war deutlich: SHFE-Kupferfutures stiegen nach Wiederaufnahme des Abendhandels auf 112.000 Yuan je Tonne. Zuvor hatte der Kontrakt bereits mit einem Plus von 5,8% bei 109.110 Yuan geschlossen. Die starke Aktivität in Shanghai und der gleichzeitige Sprung in London werden im Bericht als zwei Seiten derselben Bewegung interpretiert: China als kurzfristiger Taktgeber, der über spekulatives Kapital und Handelsvolumen Preisimpulse setzt, die auf den globalen Referenzmärkten sichtbar werden.

Makro-Rückenwind: Dollar, Sachwerte und Geldpolitik im Fokus

Der Bericht ordnet die Metallrallye außerdem in eine Phase ein, in der Rohstoffe generell Rückenwind erhalten: Ein schwächerer US-Dollar, ein gestiegenes Interesse an realen, physischen Vermögenswerten sowie erhöhte geopolitische Spannungen werden als unterstützende Faktoren genannt. Zusätzlich habe zuletzt die Spekulation über eine künftig „lockerere“ US-Geldpolitik – im Zusammenhang mit dem möglichen nächsten Chef der US-Notenbank – die Stimmung an den Märkten gestützt.

Ein Marktteilnehmer wird mit der Beobachtung zitiert, dass Rohstoffe derzeit „reihum“ Rallyes erleben. Kupfer habe längere Zeit um 13.000 US-Dollar je Tonne „gependelt“, während Fonds sich bereits auf eine stärkere Bewegung vorbereitet hätten. Der jetzt beobachtete Sprung sei daher nicht völlig überraschend, wohl aber in seiner Geschwindigkeit außergewöhnlich.

Unterm Strich zeichnet der Bericht das Bild eines Kupfermarktes, der kurzfristig von spekulativem Momentum aus China dominiert wird, gleichzeitig aber in einem Umfeld steht, das Metalle insgesamt begünstigt. Für die nächsten Wochen bleibt damit die zentrale Frage, ob der Markt die neuen Rekordniveaus stabilisiert – oder ob die hohe Dynamik der Bewegung ebenso schnell wieder zu Gegenbewegungen führen kann.

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