Viele Investoren dürfte die seit Monaten andauernde Konsolidierung des Goldpreises, auch wenn diese auf hohem Niveau stattfand, frustriert haben. Doch das Warten scheint nun ein Ende zu haben – und Gold den Ausbruch in Richtung 4.000 USD je Unze beginnen, wie Analysten erklären.
Die Experten von MarketGauge.com hatten in einem Interview mit Kitco News von letzter Woche bereits erklärt, dass sie unmittelbar mit einem Anstieg des Goldpreises über 3.500 USD rechnen. Und der wurde ja jetzt vollzogen. Sie weisen unter anderem darauf hin, dass aus technischer Sicht ein Preisausbruch in der Regel umso stärker ausfällt, je länger zuvor die Konsolidierung gedauert hat – und halten deshalb jetzt einen Anstieg des gelben Metalls auf 3.800 bis 4.000 USD für möglich!
Dann allerdings rechnet man mit ersten Gewinnmitnahmen. Was aber nicht zwangsweise bedeute, dass Anleger den Sprung auf den Zug verpasst haben. Denn, so die Analysten weiter, wenn Anleger beginnen würden, die Preisstärke zu kaufen – also einen solchen Ausbruch zu kaufen – könne es zu parabolischen Bewegungen kommen.
Gold vor „parabolischem“ Anstieg?

Ausgelöst wurde der neue Schwung im Goldpreis nach Aussage von MarketGauge von der sich andeutenden Veränderung der Haltung der US-Notenbank in Bezug auf ihre Geldpolitik. Das sei zuletzt in den Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell in Jackson Hole zu erkennen gewesen. Dabei sei deutlich geworden, dass Powell nicht zu sehr darauf bedacht sei, die Inflation wieder auf 2,0% zu senken, sondern dass für den obersten Notenbanker nun die Verlangsamung der US-Wirtschaft und der Arbeitsmarkt im Fokus stünden.
Diese mögliche Hinwendung zu einer wieder lockereren Geldpolitik führe zu steigenden Bedenken in Bezug auf die Kaufkraft der US-Währung, so die Experten weiter. Ihrer Ansicht nach beginne sich abzuzeichnen, dass globale Investoren und Nationen ihr Vertrauen in den US-Dollar verlieren und sich wieder Gold als Weltwährung zuwenden würden. Es komme geradezu zu einer Flucht ins Gold, hieß es weiter.
Silber weiter volatiler
In Bezug auf Silber beobachten die Analysten eine höhere Volatilität und auch bereits einige Gewinnmitnahmen, nachdem Golds kleiner Bruder die Marke von 40 USD pro Unze überwunden hat.

Sie sehen Silber aber weiterhin als attraktive Investmentchance an und erwarten, dass das auch in der Industrie gefragte Metall Gold in das neue Jahr hinein outperformen wird. Hier sei die Gold:Silber-Ratio entscheiden, die derzeit erste Unterstützung bei 86 Punkten sehe. MarketGauge aber geht davon aus, dass dieser Wert auf unter 80 Punkte fallen wird. Was den Silberpreis auf mehr als 50 USD pro Unze und neue Allzeithochs steigen lassen könne.
Zumal Silber nach Ansicht der Analysten zu einem entscheidenden Element in der globalen Energiewende geworden sei. Das Metall wird insbesondere in der Herstellung von Solarzellen verwendet.
Auf relativer Basis sei Silber jetzt, angesichts des Goldpreisanstiegs günstig und 50 USD pro Unze, sei man überzeugt, sollten leicht zu erreichen sein.