Gold bei 6.000 USD bis Jahresende? BNP Paribas sieht weiter Rückenwind

Gold Goldbarren Candle Chart im Hintergrund

Der Goldmarkt bleibt nach Einschätzung von BNP Paribas trotz der jüngsten Turbulenzen – aktuell läuft der Kampf um die Marke von 5.000 USD je Unze – auf Kurs. Die Rohstoffstrategen der Bank, halten es sogar für möglich, dass Gold bis zum Jahresende auf 6.000 US-Dollar je Unze steigen kann – gestützt durch anhaltende makroökonomische und geopolitische Risiken.

Zugleich rechnen die Analysten damit, dass sich das Verhältnis von Gold zu Silber weiter zugunsten des gelben Metalls verschiebt, wie sie gegenüber Bloomberg Television erklärten.

Der Hintergrund: Gold wird aus Sicht vieler Marktteilnehmer weiterhin als Absicherung gegen Unsicherheit betrachtet. Silber spielt zwar ebenfalls eine Rolle, reagiert aber häufig stärker auf Stimmungsschwankungen und kurzfristige Nachfrageimpulse. Die Experten formulieren es so, dass Gold als „Risikoschutz“ in einer Weise funktioniere, die Silber nicht in gleicher Form biete. Genau daraus könnte sich – trotz bereits erfolgter Bewegung – weiterer Spielraum für eine Entkopplung ergeben.

Gold bleibt im Fokus – auch wegen Zentralbanken und ETFs

Neben dem allgemeinen Umfeld verweist die BNP Paribas vor allem auf zwei Nachfragequellen, die den Goldpreis aus ihrer Sicht stabilisieren: Zentralbankkäufe und Zuflüsse in goldgedeckte ETFs. Auf offizieller Seite nennt man ausdrücklich Polen: Das Land habe im vergangenen Jahr die Liste der größten Käufer angeführt und im letzten Monat angekündigt, weitere 150 Tonnen Gold erwerben zu wollen. Solche Schritte gelten am Markt als Signal, dass staatliche Akteure Gold weiterhin als strategische Reservekomponente sehen.

Auch aus China kommt laut der französischen Bank Rückenwind: Die dortige Zentralbank habe ihre Goldkäufe im Januar auf den 15. Monat in Folge ausgeweitet. Zusammengenommen unterstreicht das, dass die Nachfrage aus dem „offiziellen Sektor“ nicht nur punktuell, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg präsent bleibt – ein Faktor, der in Phasen erhöhter Unsicherheit besonders aufmerksam verfolgt wird.

Parallel dazu seien die ETF-Zuflüsse in Gold aus Sicht von BNP Paribas „stetig“ geblieben. Zwar habe es während der Korrektur in der Vorwoche kurzzeitig einen Rückgang gegeben, doch danach hätten die Zuflüsse wieder angezogen. Für den Markt ist das insofern relevant, als ETFs oft als Gradmesser gelten, wie stark institutionelle und private Investoren Gold in Portfolios gewichten – insbesondere dann, wenn Risiken an den Finanzmärkten oder in der Weltpolitik im Vordergrund stehen.

Gold-Silber-Verhältnis: Warum BNP Paribas mehr Abstand erwartet

Ein weiteres wichtiges Element in der Einschätzung der Analysten ist das Gold-Silber-Verhältnis (Gold:Silver Ratio). Dieses Verhältnis zeigt, wie viele Unzen Silber für den Kauf einer Unze Gold nötig sind. Die BNP Paribas betont, dass der Wert zwar noch unter seinem Zweijahresdurchschnitt „in den 80ern“ liege, zuletzt aber bereits wieder angezogen habe. Es gebe also weiterhin „Raum für mehr Entkopplung“.

Der Gedanke dahinter ist weniger technisch als funktional: Gold wird am Markt häufig stärker als Versicherung gegen Risiken gesehen – also als Vermögenswert, der von Krisen- oder Unsicherheitsphasen profitieren kann. Silber teilt diesen Charakter teilweise, ist aber zugleich stärker von kurzfristigen physischen Flüssen und der allgemeinen Risikostimmung geprägt. In der Praxis führt das nicht selten dazu, dass Silber in beide Richtungen stärker ausschlägt, während Gold in der Wahrnehmung „defensiver“ wirkt.

In diesem Umfeld könnte ein steigendes Gold-Silber-Verhältnis bedeuten, dass Gold relativ stärker nachgefragt wird als Silber – selbst dann, wenn beide Metalle grundsätzlich im selben Marktsegment verortet sind. Genau diese relative Entwicklung stellt BNP Paribas in den Vordergrund.

Silber: starke Schwankungen, aber erste Hinweise auf nachlassenden Druck

Während die Bank bei Gold vor allem strukturelle Treiber hervorhebt, zeichnet sie bei Silber ein Bild, das von extremer Volatilität geprägt ist. In den vergangenen Monaten sei der weiße Rohstoff stark geschwankt – getrieben unter anderem von kräftiger physischer Nachfrage, besonders in Teilen Asiens. Diese Phase intensiver Käufe hat die Preisbewegungen nach Einschätzung der Experten zusätzlich beschleunigt.

Gleichzeitig sieht BNP Paribas nun Anzeichen einer Abkühlung im physischen Markt. Man verweist darauf, dass Metallbestände beziehungsweise Lieferströme nach Europa und Asien fließen und sich der unmittelbare Angebotsdruck dadurch verändern könnte. Zudem könnte das saisonale Umfeld die Nachfrage dämpfen: Das bevorstehende chinesische Neujahr dürfte laut den Analysten die Silbernachfrage in China vorübergehend abschwächen – ein Hinweis darauf, dass kurzfristige Faktoren bei Silber stärker durchschlagen können als bei Gold.

Breiter werdender Konsens zugunsten von Gold

Die Bank steht mit ihrer Gold-Einschätzung nicht allein. Sie verweist darauf, dass auch andere große Häuser – darunter Deutsche Bank AG und Goldman Sachs Group Inc. – Gold eine Erholung beziehungsweise Unterstützung durch langfristige Nachfragetreiber zutrauen. In der Summe ergibt sich daraus ein Bild, in dem Gold weiter als strategischer Baustein betrachtet wird: Zentralbanken bleiben aktiv, ETF-Ströme zeigen sich belastbar, und das Umfeld aus geopolitischen sowie makroökonomischen Risiken ist nach Darstellung der Experten weiterhin ein tragender Faktor.

Für Anleger, die die Metalle vor allem als „Risikobarometer“ verfolgen, liefert BNP Paribas damit eine klare Einordnung: Gold bleibt der ruhigere Anker – während Silber zwar Chancen auf dynamische Bewegungen bietet, zugleich aber stärker von kurzfristigen Nachfrageschwankungen und Marktmechanik geprägt ist.

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