Auch bei hohen Goldpreisen: Wirtschaftlichkeit von Goldprojekten steht und fällt mit der Lage

Gold Mine Australien Tagebau

Wie sehr sich der Bergbau in den letzten 50 Jahren verändert hat, zeigt ein Blick auf die sogenannten Cutoff-Grade. Sie bezeichnen den Mindestgehalt an Metall im Erz, der nötig ist, um am gegebenen Standort einen wirtschaftlichen Abbau der Erze durchführen zu können. Noch vor 40 Jahren lag der branchenübliche Cutoff-Grad bei 2,0 g/t und jungen Geologen wurde von ihren Seniorchefs erklärt, dass alles Erz, dass diesen Cutoff-Gehalt unterschreitet als wertloser Abfall anzusehen sei.

Bohrergebnisse mit nur 2,0 g/t Gold oder darunter wurden deshalb als ein Misserfolg angesehen. Die Projekte wurden relativ schnell aufgegeben und in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht wieder angetastet, denn kein Unternehmen konnte und wollte es sich leisten, viel Geld in die Entwicklung einer offenkundig unrentablen Lagerstätte zu stecken.

Zwei Entwicklungen, die im ersten Moment nicht viel miteinander zu tun hatten, sich jedoch gegenseitig verstärken, haben in den letzten beiden Dekaden dazu geführt, dass die vor 30 bis 40 Jahren ignorierten Projekte heute wieder Beachtung finden. Der erste Grund stellt die technische Weiterentwicklung der gesamten Branche dar. Durch sie wurde es möglich, auch Projekte mit niedrigeren Goldgehalten zu erschließen, wenn sie leicht zugänglich sind und sich Skaleneffekte realisieren lassen.

Der technische Fortschritt und die höheren Metallpreise machen einst ignoierte Projekt heute wieder rentabel aber …

Der zweite Grund, der die vor 40 Jahren ignorierten Projekte heute wieder in den Fokus rückt, sind die stark gestiegenen Metallpreise. Sie haben nicht nur im Goldbergbau dazu geführt, dass heute auch bei Goldgehalten von deutlich unter 2,0 g/t ein profitabler Abbau möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auch bei Platin-, Palladium-, Silber- und Kupferprojekten liegen die heutigen Cutoff-Gehalte deutlich unter den Niveaus von vor 40 Jahren.

Der kleine Nachsatz „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“ ist allerdings von entscheidender Bedeutung, denn in ihm kommt zum Ausdruck, dass nicht nur gewisse Mindestgehalte vorhanden sein müssen, sondern diese auch in entsprechender Menge. Oder anders ausgedrückt: Viel entscheidender als die bloße Zahl der Unzen oder die Größe einer Ressource ist ihre Qualität.

Für die Bergbauunternehmen und auch für die Anleger, die ihr Geld in diese Unternehmen investieren, besteht daher die Gefahr, ein Projekt falsch einzuschätzen, wenn man nur auf die Zahl der Unzen oder nur auf den Erzgehalt schaut, denn die Qualität einer Ressource wird nicht nur durch ihre Größe und den durchschnittlichen Metallgehalt bestimmt.

Drei wichtige Faktoren gilt es zu beachten: Lage, Lage, Lage

Ebenso wichtig ist ihre Lage, weil ein Standort mit bereits gut ausgebauter Infrastruktur einen niedrigeren Cutoff-Gehalt rechtfertigt, während Lagerstätten, die weit außerhalb der vorhandenen Infrastruktur liegen, auch mit höheren Cutoff-Graden trotz der aktuell hohen Metallpreise keine realistische Chance haben, zeitnah in Produktion zu gehen.

Investoren sind daher gut beraten, nicht nur auf die Bohrergebnisse und die Größe der Ressource zu schauen. Mindestens ebenso wichtig ist der Faktor Lage. Das erinnert sehr stark an den Immobiliensektor und der Vergleich ist durchaus angebracht, denn ein guter Immobilienkäufer wird sich nicht allein auf die Größe der Immobilie und das Jahr ihrer Fertigstellung konzentrieren, sondern vor allem ihre Lage bewerten. Diese ist unveränderbar.

Das haben Wohnungen und Häuser mit geologischen Lagerstätten gemein und wer als Käufer am Immobilienmarkt aus gutem Grund nur in sogenannte 1a-Lagen investiert, sollte sich deshalb im Rohstoffsektor nicht zweitklassigen geologischen Vorkommen zufrieden geben.

Erfahrene Investoren denken daher stets daran, dass es Faktoren gibt, die mit dem Metallgehalt im Erz nicht viel zu tun haben, den Cutoff-Grad aber dennoch massiv senken.

Aus genau diesem Grund hat beispielsweise Gold Terra Resource (WKN A2P0BS / TSXV YGT) ein Alleinstellungsmerkmal unter den vielen Hundert Explorations- und Entwicklungsgesellschaften, die in Kanada an der Kanadischen Börse (CSE) bzw. an der TSX-Venture-Börse gelistet sind, denn das Unternehmen entwickelt mit der Con-Mine nicht nur ein Goldprojekt in Distriktgröße, sondern verfügt auch über eine ausgezeichnete Mineninfrastruktur mit bestehenden Stromleitungen und Straßen.

Gold Terra Resource kann seinen zukünfigen Minenarbeitern deshalb in einigen Jahren, wenn das Projekt in Produktion gehen soll, Jobs anbieten, die mit dem Auto von der Stadt Yellowknife aus in rund zehn Minuten zu erreichen sind. Dieser „weiche“ Faktor hat mit dem harten Gestein auf den ersten Blick herzlich wenig zu tun. Er senkt aber den Cutoff-Gehalt ganz gewaltig.

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