Wer in Silber aktiv sein will, der muss in Mexiko investieren. Diese Mahnung stammt nicht von Goldinvest, sondern von Keith Neumeyer, dem CEO von First Majestic Silver. Wie ein Mantra wiederholt er immer wieder diese Aussage, um auf die hohe Bedeutung hinzuweisen, die das mittelamerikanische Land für die weltweite Silberförderung hat.
Mexiko ist vor China der mit Abstand größte und damit wichtigste Produzent von Silber. Was im mexikanischen Silberbergbau geschieht hat damit zwangsläufig Konsequenzen für die ganze Welt. Aufhorchen ließ deshalb die Meldung von Fresnillo, dem weltweit größten Silberproduzenten, dass die eigene Produktion im 1. Halbjahr 2025 um zwölf Prozent rückläufig war.
Als Gründe für den sehr deutlichen Rückgang der Produktion gab das Unternehmen niedrigere Erzgehalte und die Schließung eigener Bergbaubetriebe an. Beide Aspekte sind geeignet, die Silberkäufer zu beunruhigen, denn nach fünf Jahren mit einem Defizit zwischen Angebot und Nachfrage sind die noch vorhandenen Lagerbestände vergleichsweise gering.
Die Silberproduktion geht zurück anstatt zu steigen
Wünschenswert wäre deshalb eine Ausweitung der Produktion. Sinkende Erzgehalte und die Schließung von Bergbaubetrieben weisen jedoch in die entgegengesetzte Richtung. An dieser Stelle rächt sich nun, das hervorgerufen durch die niedrigen Silberpreise der letzten Dekade die Suche nach neuen Lagerstätten sträflich vernachlässigt wurde.
Neue Vorkommen zu finden, sie auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen und schließlich die Genehmigung neuer Minen benötigen allerdings Zeit. Konnten in der Vergangenheit für all diese Schritte leicht zehn bis 15 Jahre ins Land gehen sind es heute aufgrund der strengeren Umweltvorschriften eher 15 bis 20 Jahre.
Höhere Umweltstandards zum Wohle der Natur sind dabei durchaus zu begrüßen. Sie müssen aber auch in ihren Auswirkungen rechtzeitig berücksichtigt werden und genau das ist in den letzten Jahren nicht geschehen. Eine ganze Reihe von Faktoren kam zusammen und bewirkte einen unwiederbringlichen Verlust von Zeit, der kaum mehr aufzuholen ist.
Ein Wettlauf gegen die Zeit, der mit reichlich Verspätung begonnen wird
Da der Silberpreis noch bis in die Jahre 2022 und 2023 hinein nur knapp über den Produktionskosten vieler Minen lag, verfügten diese über keinen ausreichenden finanziellen Spielraum, um neue Lagerstätten zu finden und zu entwickeln. So wurde über Jahre hinweg nur das Allernötigste getan – und das war viel zu wenig.
Finanzielle Hilfe hätte vom Kapitalmarkt kommen können, wenn dieser bereit gewesen wäre, die risikoreiche Exploration neuer Lagerstätten zu finanzieren. Doch die Anleger wandten sich lieber dem Bitcoin zu als in entfernten Regionen die Suche nach neuen Silbervorkommen zu unterstützen.
Das ändert sich zwar gerade und gemessen am Niveau der vergangenen Jahre fließt momentan relativ viel Risikokapital in den Sektor, doch die zuvor verlorenen Jahre sind an dieser Stelle unwiederbringlich verloren. Mehr noch: Sie drohen, eine ohnehin angespannte Lage weiter zu verschärfen.
Eine Welle der Nachfrage trifft auf ein dürres Angebot
Die einzigartigen Eigenschaften des Silbers haben dieses zu einem Metall gemacht, dass heute für verschiedene Anwendungen und Branchen unverzichtbar ist. Silber hat eine unübertroffene elektrische und thermische Leitfähigkeit, seine Reflektivität ist außergewöhnlich und seine Formbarkeit und Duktilität sind hervorragend.
Silber wird zwar in den meisten Fällen nicht in großen Mengen benötigt, doch dort wo das Silber eingesetzt wird, ist es unverzichtbar. Mehr als 80% der Silbernachfrage stammt deshalb mittlerweile aus industriellen Anwendungen. Jedes Solarpanel, jedes Elektroauto, jede 5G-Antenne, jede fortschrittliche Batterie, jeder Präzisionsroboter und jedes Militärsystem der nächsten Generation ist heute auf Silber angewiesen, um effizient zu funktionieren.
Allein für die Solarindustrie wird in den kommenden Jahren ein Verbrauch von über 80 Millionen Unzen Silber pro Jahr prognostiziert. Während nicht klar ist, wo das dafür benötigte Silber langfristig herkommen soll, drängt mit den Silber-Festkörperbatterien eine neue Technologie auf den Markt, die ebenfalls und damit zusätzlich auf einen gesicherten Nachschub an Silber angewiesen ist.
Eine Chance, die Anleger ergreifen sollten
Im vergangenen Jahr erreichte der weltweite industrielle Silberverbrauch mit über 680 Millionen Unzen einen neuen Höchststand. Er dürfte in diesem Jahr nochmals übertroffen werden, denn die Prognosen für 2025 gehen davon aus, dass die Silbernachfrage auf 700 Millionen Unzen ansteigen wird.
Während all diese Anwendungen zusätzlich um das am Markt vorhandene Silber ringen, geht das Angebot der Minen seit 2016 um etwa sieben Prozent pro Jahr zurück. Das Recycling von Silber hat zwar zugenommen, es kann aber mit dem Verlust an neu gefördertem Silber nicht Schritt halten. Dass diese Knappheit und das Ringen um das letzte noch verfügbare Silber über den Preis entschieden wird, liegt auf der Hand.
Weitsichtige Investoren nehmen diese Steilvorlage an. Sie setzen auf große bekannte Silberproduzenten wie First Majestic Silver, Coeur Mining oder Silvercorp Metals, auf Minenentwickler, die bald in Produktion gehen wie Silver Storm Mining aber auch auf aussichtsreiche Explorationsunternehmen wie Silver47 Exploration und natürlich auch auf physisches Silber in Form von Münzen und Barren.