Nach dem heftigsten Rücksetzer der laufenden Edelmetallrallye zeigen sich Goldpreis und Silberpreis am letzten Handelstag der Woche zum Schluss deutlich stabilisiert. Beide schlossen zwar klar unter ihren Rekordhochs, bewegen sich aber in einer konsolidierten Spanne und beenden den Januar trotz „Schocktag“ mit starken Zuwächsen.
Goldpreis: Ruhigere Töne nach turbulenter Woche
Der Goldpreis hatte in der vergangenen Woche in der Spitze über 5.600 US‑Dollar je Unze erreicht, bevor es am 30. Januar zu einem scharfen Rückgang kam. Zum Handelsschluss notierte Gold bei rund 4.890 US‑Dollar je Unze und damit rund 13–15% unter dem Rekordniveau, aber immer noch deutlich über den Kursen zu Monatsbeginn.
Marktbeobachter sprechen von einer „Konsolidierung auf hohem Niveau“: Der starke Einbruch wird überwiegend als Kombination aus Gewinnmitnahmen und dem Abbau kurzfristig gehebelter Positionen gewertet, nicht als fundamentale Trendwende. Auf Monatssicht liegt der Goldpreis trotz Crash‑Tag weiterhin mit rund 18–20% im Plus – ein außergewöhnlich starkes Januar‑Ergebnis.
Silberpreis: Beruhigung nach extremen Ausschlägen
Silber war am Vortag besonders stark unter Druck geraten, nachdem es in den Tagen zuvor zeitweise zweistellige prozentuale Tagesgewinne und neue Allzeithochs verzeichnet hatte. In der Spitze fielen die Notierungen laut verschiedenen Marktberichten um rund 30%, bevor im späten Handel eine Erholung einsetzte.
Zum Wochenschluss zeigt sich der Silberpreis wieder gefangen und pendelt – je nach Markt und Kontrakt – in einer deutlich engeren Spanne unterhalb der Rekordmarken. Trotz der dramatischen Zwischenkorrektur weist Silber auf Monatssicht weiter ein Plus von etwa 35–40% aus, auf Jahressicht bleibt der Zuwachs im deutlich dreistelligen Prozentbereich.
Edelmetallrallye: Starker Januar trotz Volatilität
Die Entwicklung der letzten Tage verdeutlicht die hohe Sensitivität der Edelmetallmärkte gegenüber Stimmungsumschwüngen, ohne den übergeordneten Aufwärtstrend bislang zu brechen. Auslöser der Rallye waren vor allem geopolitische Unsicherheiten, die Erwartung sinkender Zinsen sowie anhaltende Nachfrage nach „sicheren Häfen“ in einem von politischen und wirtschaftlichen Risiken geprägten Umfeld.
Der abrupte Rücksetzer zum Monatsende wird von vielen Analysten als „überfällige Bereinigung“ bewertet, nachdem Positionierungs- und Stimmungsindikatoren zuvor extreme Optimismus-Werte erreicht hatten. Dass sowohl Gold als auch Silber den Januar dennoch mit deutlich positiven Vorzeichen abschließen, unterstreicht die Stärke der vorangegangenen Aufwärtsbewegung.
Blick nach vorn: Konsolidierungsphase im Fokus
Für die kommenden Tage richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die Frage, ob sich die Preise oberhalb wichtiger Unterstützungszonen behaupten können. Beim Goldpreis gelten insbesondere die jüngsten Verlaufstiefs sowie die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte als technisch relevante Marken, bei Silber die Zone unterhalb der jüngsten Rekordstände.
Auch makroökonomische Faktoren bleiben entscheidend: Äußerungen von Notenbankvertretern zur weiteren Zinspolitik, neue Inflationsdaten sowie die Entwicklung des US‑Dollar könnten bestimmen, ob die aktuelle Stabilisierung in eine längere Seitwärtsphase oder in einen neuen Aufwärts- beziehungsweise Abwärtstrend mündet.
Für GOLDINVEST‑Leser zeigt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Nach einem außergewöhnlich volatilen „Schocktag“ haben sich Goldpreis und Silberpreis zunächst gefangen, während die Edelmetallrallye auf Monatssicht weiterhin beeindruckende Spuren in den Charts hinterlässt.