Gold bleibt nach Ansicht von UBS Wealth Management auch 2026 der zentrale Edelmetall-Werttreiber. Die Analysten rechnen damit, dass der Preis für das gelbe Metall bereits bis Ende des ersten Quartals auf rund 5.000 US-Dollar je Unze steigen und dieses Niveau bis in den Herbst hinein halten kann. Zum Jahresende 2026 erwartet die Großbank einen moderaten Rückgang auf etwa 4.800 US-Dollar pro Unze.
Die Prognose baut auf einem anhalten Bullenmarkt auf: Gold notierte zuletzt bereits in der Nähe von 4.500 US-Dollar je Unze und reagierte deutlich auf die jüngsten geopolitischen Spannungen, etwa nach der US-Militäroperation gegen Venezuelas Präsidenten Maduro. Laut der Experten könnten politische oder finanzielle Schocks – etwa im Umfeld der US-Zwischenwahlen – den Preis temporär sogar in Richtung 5.400 US-Dollar treiben.
Die UBS verweist dabei auf eine Kombination aus strukturellen und kurzfristigen Faktoren: anhaltende Käufe von Notenbanken, hohe und wachsende Staatsdefizite, sinkende reale US-Zinsen sowie eine insgesamt erhöhte geopolitische Unsicherheit.
Warum UBS Gold 2026 so positiv sieht
Gold steht für die UBS im Kontext eines breiteren Rohstoffbooms. Die Experten erwarten, dass Rohstoffe im Portfolio 2026 eine größere Rolle spielen, da Angebot-Nachfrage-Ungleichgewichte und die Energiewende gleich mehrere Segmente stützen. Innerhalb dieser Anlageklasse nimmt Gold in der UBS-Einschätzung eine besondere Rolle als Diversifikationsbaustein ein.
Auf der Nachfrageseite bleiben laut UBS vor allem die Zentralbanken ein wichtiger Treiber. Viele Länder bauen ihre Goldreserven weiter aus, um Währungsrisiken zu reduzieren und ihre Bilanzen gegenüber geopolitischen Spannungen robuster zu machen. Parallel dazu bleiben die realen Renditen – also Zinsen nach Inflation – niedrig, was die Opportunitätskosten der Goldhaltung begrenzt.
Hinzu kommt der fiskalische Faktor: Wachsende Staatsdefizite, insbesondere in den USA, nähren die Sorge um langfristige Geldentwertung. Gold wird in diesem Umfeld von vielen Marktteilnehmern als Absicherung gegen Währungs- und Schuldenrisiken betrachtet.
Die Analysten der UBS betonen zugleich, dass Gold – trotz des starken Laufs – vor allem als strategischer Diversifikator gesehen werden sollte. In Phasen erhöhter Unsicherheit oder hoher Inflation könne eine Rohstoffbeimischung grundsätzlich dazu beitragen, Portfolios gegenüber Schocks widerstandsfähiger zu machen; in früheren Einschätzungen nannte die Bank als grobe Orientierung eine Allokation von bis zu 5 % in einen breit gestreuten Rohstoffindex.
Rohstoffmärkte im Aufwind: Kupfer, Aluminium und Öl im Blick
Obwohl Gold klar im Mittelpunkt der aktuellen UBS-Prognose steht, verweist die Bank auch auf Chancen in anderen Rohstoffen. Kupfer und Aluminium sieht man vor weiteren Angebotsengpässen, da die globale Elektrifizierung, der Ausbau von Stromnetzen und die Energiewende die Nachfrage anziehen. Strukturell angespanntes Angebot, lange Vorlaufzeiten für neue Minen und regulatorische Hürden könnten die Versorgung zusätzlich dämpfen.
Für den Ölmarkt erwartet UBS dagegen erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine spürbare Erholung. Das derzeitige Überangebot sollte nach Einschätzung der Analysten zurückgehen, wenn das Nachfragewachstum anhält und die Produktion außerhalb der OPEC+ langsamer zulegt. Begrenzte freie Kapazitäten bei OPEC+ werden als weiterer Faktor genannt, der den Ölpreis nach unten absichern könnte.
Im Agrarbereich sieht die Bank ebenfalls Potenzial, insbesondere vor dem Hintergrund extremer Wetterereignisse und struktureller Nachfrage nach Biokraftstoffen und Futtermitteln. Insgesamt zeichnen die Analysten ein Bild, in dem mehrere Rohstoffsegmente gleichzeitig von langfristigen Trends getragen werden – Gold bleibt darin der zentrale „Sicherheitsbaustein“.
Ausblick 2026: Chancen für Gold, aber auch hohe Volatilität
Trotz der optimistischen Preisziele von bis zu 5.000 US-Dollar für Gold betont UBS, dass Rohstoffe und insbesondere Edelmetalle mit erheblichen Kursschwankungen einhergehen können. Preisphasen, in denen geopolitische Ereignisse, Inflationsdaten oder Zinserwartungen kurzfristig dominieren, können starke Ausschläge nach oben und unten auslösen.
Für 2026 sieht die Bank mehrere potenzielle Katalysatoren für Gold:
- mögliche weitere Zinssenkungen in den USA,
- anhaltende oder steigende Zentralbankkäufe,
- Unsicherheit rund um die US-Innenpolitik und die Haushaltslage,
- sowie ein generell fragiles geopolitisches Umfeld.
Gleichzeitig könnten ein unerwartet kräftiger Anstieg der Realzinsen, eine Beruhigung politischer Spannungen oder Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf phasenweise Druck auf den Goldpreis ausüben.
Die UBS bleibt dennoch bei ihrer Einschätzung, dass Gold im Umfeld hoher Schulden, niedriger Realzinsen und latenter Krisenrisiken ein „wertvoller Portfolio-Diversifizierer“ bleibt – und dass 2026 ein weiteres Jahr sein könnte, in dem das Metall eine zentrale Rolle im globalen Rohstoff- und Anlagemix spielt.