Ucore treibt Vorbereitung auf kommerzielle Verarbeitung Seltener Erden ab 2026 voran

Ucore Rare Metals - Der Standort des SMC in Alexandria, Louisiana

Ucore Rare Metals (TSXV UCU / WKN A2QJQ4) arbeitet weiter mit hohem Tempo daran, seine RapidSX™-Technologie zur Trennung seltener Erden in den industriellen Maßstab zu überführen. Das Unternehmen meldet deutliche Fortschritte bei seinem vom US-Verteidigungsministerium unterstützten Demonstrationsprogramm und der geplanten Anlage in Alexandria im US-Bundesstaat Louisiana, wo ab 2026 vor allem schwere Seltene Erden verarbeitet werden sollen.

Im Rahmen eines mit rund 22,4 Mio. US-Dollar dotierten „Other Transaction Agreement“ (OTA) mit dem US Department of War betreibt Ucore Rare Metals seit Ende 2023 eine 52-stufige RapidSX™-Demonstrationsanlage im kanadischen Kingston (Ontario). Die dort gewonnenen Betriebsdaten und Prozessoptimierungen bilden die Grundlage für den im Bau befindlichen „Louisiana Strategic Metals Complex“ (SMC), ein künftiges Trenn- und Raffineriezentrum für Seltene Erdenoxid-Produkte.

52-stufige RapidSX™-Demonstrationsanlage von Ucore im kanadischen Kingston
52-stufige RapidSX™-Demonstrationsanlage im kanadischen Kingston

Ucore Rare Metals demonstriert RapidSX™ im Dauerbetrieb in Kanada

In der „Commercialization and Demonstration Facility“ (CDF) in Kingston läuft seit knapp zwei Jahren ein intensives Testprogramm. Ucore Rare Metals hat dort nach eigenen Angaben bereits rund 5.700 Betriebsstunden mit Tonnen eines schweren Mischoxid-Feeds (MREO) aus einer „US-freundlichen“ Quelle absolviert – in einer Umgebung, die einen 24/7-Betrieb einer kommerziellen Anlage simuliert.

Die 52-stufige RapidSX™-Pilotanlage verarbeitet diesen Feed über mehrere Trennstufen („Splits“), um unterschiedliche REE-Gruppen und Produkte zu erzeugen. Dazu gehören unter anderem La-Ce-, Nd-Pr-, Sm-Eu-Gd-Fraktionen sowie schwerere Gruppen wie Tb-Dy und ein Ho-Y-Er-Tm-Yb-Lu-Mix. Entscheidend: Jede dieser Trennsequenzen wird im CDF parallel mit einer konventionellen 52-stufigen Flüssig-Flüssig-Extraktionsanlage (CSX) verglichen, um Ausbeute und Reinheit direkt zu bewerten.

Ucore Rare Metals hat dazu ein eigenes ICP-MS-Labor mit sieben Tagen Betrieb pro Woche aufgebaut, um die kontinuierliche Prozessüberwachung sicherzustellen. Mehr als 25.000 Proben wurden bislang analysiert. Die bisherigen Auswertungen zeigen laut Unternehmen, dass RapidSX™ und das klassische CSX-Verfahren chemisch vergleichbare Ergebnisse liefern – bei gleichzeitig deutlich kompakterer Ausrüstung und höherem Durchsatz von RapidSX™.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten in Kingston liegt auf der betrieblichen Flexibilität: Die RapidSX™-Anlage wurde so ausgelegt, dass sie sich innerhalb weniger Stunden auf unterschiedliche Trennaufgaben und Feed-Materialien umrüsten lässt. Gleichzeitig werden Protokolle trainiert, die es erlauben, den Betrieb – geplant oder ungeplant – über Minuten bis Wochen zu stoppen und anschließend ohne lange Anlaufphasen wieder aufzunehmen.

Schwere Seltene Erden-Komplex von Ucore Rare Metals in Louisiana nimmt Konturen an

Ziel der Aktivitäten im CDF ist der schrittweise Transfer der RapidSX™-Technologie in das Louisiana SMC in Alexandria. Dort plant Ucore Rare Metals eine kommerzielle Trennanlage mit Fokus auf mittlere (Sm, Eu, Gd) und schwere Seltene Erden (zunächst Tb und Dy, potenziell später auch Yttrium), ergänzt um die Option, auch ein NdPr-Seltenerdoxidprodukt herzustellen.

Nach Unternehmensangaben ist die Vorbereitung für die Installation der ersten „RapidSX™-Maschine“ in Louisiana für Mitte des Jahres 2026 im Gang. Dazu laufen Feld- und Detailengineering, Genehmigungsverfahren sowie die Beschaffung von Langfristkomponenten und schwerem Ausgangsmaterial für Testläufe und das erste Anfahren. Teile der künftigen Komponenten werden bereits im CDF im verkleinerten Maßstab getestet und skaliert.

Mit dieser ersten Einheit verfolgt Ucore Rare Metals einen modularen Ansatz: Das in Kanada erprobte Anlagenkonzept soll im Sinne eines „Copy & Paste“-Prinzips in Louisiana nachgebaut und dann schrittweise durch weitere RapidSX™-Maschinen erweitert werden. So will das Unternehmen die Kapazität stufenweise erhöhen, ohne in frühen Projektphasen ein überdimensioniertes Werk errichten zu müssen.

Technische Vorteile von RapidSX™ und Rolle im US-Lieferkettenaufbau

Im Vergleich zur klassischen Flüssig-Extraktion sieht Ucore Rare Metals mehrere strukturelle Vorteile der RapidSX™-Plattform. Die Prozessstufen sind kompakter, überwiegend aus Standard-Industriekomponenten („commercial off-the-shelf“) aufgebaut und benötigen weniger Platz. Gleichzeitig soll der Durchsatz je nach Auslegung zwei- bis viermal höher ausfallen als bei konventionellen Anlagen, was sowohl Betriebskosten als auch den ökologischen Fußabdruck reduzieren dürfte.

Weniger benötigte Becken und eine kleinere physische Anlage könnten zudem zu einem geringeren Investitionsvolumen (CAPEX) und weniger baulicher Komplexität führen. Aus Sicht des US-Verteidigungsressorts ist vor allem die beschleunigte Hochlaufphase relevant: Das OTA zielt explizit darauf ab, innerhalb der USA Verarbeitungskapazitäten für schwere Seltene Erden aufzubauen, die in strategischen Anwendungen wie Permanentmagneten, Verteidigungstechnologie oder Hochleistungs-Elektronik eingesetzt werden.

Die Kombination aus Demonstrationsbetrieb in Kanada und der geplanten Übertragung nach Louisiana schafft dabei eine Art „Entwicklungsbrücke“. Statt die Technologie direkt im großen Maßstab zu testen, werden Prozesschemie, Steuerung und Analysetools zunächst im CDF unter nahezu kommerziellen Bedingungen etabliert. Erst danach erfolgt der Übergang in die US-Anlage, was das technische Risiko für den Louisiana SMC reduziert.

Nächste Schritte: Ucore Rare Metals plant schwere Seltene Erden-Start 2026

Mit Abschluss der aktuellen Demonstrationsphase im CDF konzentriert sich Ucore Rare Metals nun auf die letzten Voraussetzungen für den Aufbau der Produktion in den USA. Dazu gehören neben den technischen Skalierungsversuchen in Kingston die vollständige Ausgestaltung der Betriebs- und Laborprotokolle für den Standort Alexandria, die Beschaffung von Ausgangsmaterial für die erste Beschickung sowie die finale Ausarbeitung des Anlagenlayouts.

Das Unternehmen berichtet, dass alle wesentlichen Arbeitspakete – von der verfahrenstechnischen Optimierung über die analytische Kontrolle bis hin zur Anlagenplanung – eng entlang des Zeitplans für Louisiana abgestimmt werden. Ziel ist, 2026 die Verarbeitung schwerer seltener Erden im Louisiana SMC aufzunehmen und damit einen Baustein zur Diversifizierung der westlichen Lieferkette in diesem strategischen Rohstoffsegment zu schaffen.

Ucore Rare Metals bleibt damit ein Beispiel dafür, wie technologiegetriebene Separationstechnik und staatlich unterstützte Projekte zusammenwirken können, um mittelfristig unabhängige Wertschöpfungsketten für Seltene Erden außerhalb der etablierten asiatischen Zentren aufzubauen – ein Thema, das sowohl für Industrie als auch Politik in letzter Zeit stark an Bedeutung gewonnen hat.

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