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Die am Mittwoch gemeldete US-Inflationsrate hat mit 6,2 % p.a. den höchsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten erreicht! Im Monatsvergleich stieg der US-Verbraucherpreisindex um 0,9% an. Die Kerninflation stieg mit 4,6 % so stark wie seit 1991 nicht mehr. Alle Schätzungen der sogenannten Experten und Wirtschaftswissenschaftler wurden damit deutlich übertroffen!

 


US-Inflation, Stand 31.10.2021

US-Inflation, Stand 31.10.2021 © Holger Zschaepitz

Vor allem der deutliche Anstieg bei den Kraftstoff- und Lebensmittelpreisen hat zu diesem Anstieg geführt. Offiziell wird die drastische Beschleunigung der Lebenshaltungskosten derzeit damit begründet, dass sich die Volkswirtschaften nach der COVID-19-Störung wieder erholen, wobei das Angebot mit der Nachfrage jedoch nicht Schritt halten können.

Inflationstrend in der Eurozon

Inflationstrend in der Eurozone, Stand 31.10.2021 © Holger Zschaepitz

Auch in Deutschland zieht die Inflation gnadenlos an. Mit einer offiziellen Inflationsrate von 4,5 % ist Deutschland nun der Inflationsmeister in der Eurozone. Selbst wenn man die Inflationsentwicklung seit 1999 vergleicht, hat Deutschland einen größeren Kaufkraftverlust erlitten als Frankreich und wird bald mit Italien gleichziehen, welches historisch betrachtet immer eine andere Inflationskultur hatte.

EZB-Bilanz steigt zum 5.11.2021 um weitere 16,6 Mrd.

EZB-Bilanz steigt zum 5.11.2021 um weitere 16,6 Mrd. EUR an. © Holger Zschaepitz
Die Leser auf Gold.de wissen aber ganz genau, dass die aggressiven Bilanzausweitungen der Notenbanken natürlich die Ursache für das deutliche Anziehen der Inflation sind.

So gießt die EZB weiter Öl ins Inflations-Feuer, denn ihre Bilanzsumme ist zuletzt um 16,6 Mrd. Euro auf ein neues Allzeithoch von 8.382,7 Mrd. Euro angestiegen.

Die aufgeblähte EZB-Bilanz entspricht jetzt 80,5% des BIP der Eurozone.

Zu glauben, dass man die Inflation durch Gelddruckerei bekämpfen könne, ist absurd. Zuerst wurde das Narrativ verbreitet, dass die Inflation nur „vorübergehend“ sei. Dann wurde sie mit den Problemen bei den Versorgungsketten begründet. Nun wird behauptet, man könne die Inflation durch höhere Infrastruktur-Ausgaben („Build Back Better Act) bändigen und rückgängig machen.

Gold in US-Dollar seit dem Juni 2020

Gold in US-Dollar seit dem Juni 2020. © Holger Zschaepitz und Gold.de

Der Goldpreis hat jedenfalls mit einem deutlichen Anstieg auf die Veröffentlichung der katastrophalen US-Inflationsdaten geantwortet. In der Spitze schossen die Notierungen bereits bis auf 1.868 US-Dollar.

Der Ausbruch über die Abwärtstrendlinie der letzten 15 Monate ist Balsam auf die geplagten Seelen der Edelmetall-Investoren. Zwar ist das Ende der monatelangen Korrektur noch nicht 100%ig in trockenen Tüchern, das charttechnische Bild hat sich aber deutlich aufgehellt.

Ein Anstieg bis auf ca. 1.910 US-Dollar in den kommenden Wochen bzw. ein bis zwei Monaten hat jetzt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Goldpreis Tageschart in US-Dollar – Ausbruch über den Abwärtstrend

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 11.November 2021

Gold in US-Dollar, Tageschart vom 11.November 2021. ©Gold.de

Mit dem deutlichen Anstieg in den letzten sieben Tagen, hat der Goldpreis unsere bullische Erwartung vom 8.Oktober sogar übertroffen. Tatsächlich benötigten die Goldbullen aber wie vermutet einige Anläufe, um die immer noch fallende 200-Tagelinie (1.791 US-Dollar) nachhaltig zurückerobern zu können.

Erst mit einem nochmaligen tückischen Rücksetzer bis auf 1.760 US-Dollar konnte im Anschluss dann die runde Marke von 1.800 USD endlich übersprungen werden. Die freigesetzte Energie nutzen die Bullen auch gleich für den Ausbruch über den Abwärtstrend der letzten 15 Monate.

Dabei beeindruckt insbesondere die Tatsache, dass die Widerstandszone um 1.830 bis 1.835 US-Dollar problemlos übersprungen werden konnte, obwohl die Gold-Bullen hier zweimal im Juli und einmal Anfang September jeweils kläglich scheiterten.

Die stark überkaufte Stochastik auf dem Tageschart lässt nun zwei Szenarien erwarten. Entweder können die Bullen das Momentum direkt weiter für sich nutzen und die Kurse bis zur nächsten Widerstandszone um 1.900 bis 1.915 US-Dollar vorantreiben.

Dazu müsste sich der Stochastik-Oszillator aber in den eher seltenen „eingebetteten Zustand“ transformieren. Alternativ und realistischer wäre zunächst ein Rücklauf bis an den ehemaligen Abwärtstrend im Bereich um 1.830 bis 1.835 US-Dollar.

Von hier könnten die Bullen dann mit frischen Kräften in höhere Gefilde vorstoßen.

Insgesamt hat sich das Bild deutlich aufgehellt und der Goldpreis sollte entweder direkt oder über einen Umweg in den kommenden Wochen bzw. ein bis zwei Monaten bis auf 1.910 US-Dollar ansteigen können.

Kauflimit bei 1.510 Euro ganz knapp verpasst

Das zuletzt genannte Nachkauflimit von 1.510 Euro wurde am 10.Oktober mit 1.513 Euro leider ganz knapp verpasst. Wer unseren Limit-Empfehlungen hier folgt konnte aber Ende September zu Kursen zwischen 1.480 und 1.500 Euro Gold nochmals günstigst zu kaufen.

Aktuell ist der Goldpreis bis auf 1.619 Euro davon geeilt.

Rücksetzer bis auf 1.580 Euro sind allerdings durchaus denkbar und möglich. Wie immer zahlt sich Geduld aus. Den deutlich gestiegenen Kursen hinterherzulaufen, macht nur Sinn, wenn man noch überhaupt gar keine physischen Edelmetalle besitzt. Andernfalls empfiehlt sich eine abwartende Haltung und ein konservatives Kauflimit von 1.550 Euro.

 

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst

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