Es hat sich inzwischen im Westen herumgesprochen, dass Rohstoffe eben doch nicht nur aus dem Hafen kommen, sondern, ähnlich wie der Strom, der aus der Steckdose kommt, eine gewisse Vorgeschichte haben. Eine Konsequenz dieses Aufwachens ist, dass sich der internationale Wettbewerb um die kritischen Mineralien in den letzten Jahren deutlich intensiviert hat.
Da Kobalt, Nickel, Kupfer, Silber und Mangan, um nur einige wichtige kritische Metalle zu nennen, nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, ist das Ringen um sie längst zu einem strategischen Schlachtfeld geworden und es geht bei diesem Kampf nicht allein um die Rohstoffe selbst, sondern um nicht mehr und nicht weniger als um die technologische Führungsrolle der Großmächte.
Die Ausgangslage könnte für den Westen allerdings kaum ungünstiger sein, denn China kontrolliert bereits seit den 1990er Jahren bis zu 90 Prozent der Kapazitäten zur Verarbeitung der Seltenen Erden, wodurch die Raffination zu einem geopolitischen Engpass geworden ist. Welchen Einfluss China damit schon jetzt hat, zeigen die im Jahr 2010 gegenüber Japan verhängten Exportkontrollen und die Geschehnisse aus dem letzten Frühjahr, als China auch die USA und Europa von ihrem Nachschub an Seltenen Erden abzuschneiden drohte.
China hat sich seine heutige Führungsrolle einiges kosten lassen
Weitere Exportkontrollen für Graphit, Wolfram und Antimon sind im Jahr 2024 hinzugekommen und seit Anfang 2026 unterliegt auch die Ausfuhr von Silber aus dem Reich der Mitte schärferen Exportbestimmungen. China ist jedoch seine heutige Machtposition nicht einfach nur zugefallen. Es hat systematisch auf sie hingearbeitet und in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben, um in seine heutige Position zu kommen.
Über zwei Jahrzehnte hinweg haben staatlich unterstützte Konzerne und Banken viel Kapital investiert, um den Bergbau, die Raffination und die Logistik für kritische Mineralien weltweit zu dominieren. Die Konsequenz dieses langen Atems erleben wir jetzt. Heute raffiniert China etwa 73 Prozent des weltweiten Kobalts, 68 Prozent des Nickels, 59 Prozent des Lithiums und 40 Prozent des Kupfers.
Die politische Führung in Beijing hält damit nicht nur einen immensen Einfluss auf die Industrie ihres eigenen Landens in den Händen, sondern sie kontrolliert mittelbar über mögliche Exportbeschränkungen auch in anderen Ländern die Entwicklung der dortigen nachgelagerten Industrien angefangen von den Elektrofahrzeugen bis hin zu fortschrittlichen Waffen.
In Afrika und Zentralasien haben sich chinesische Unternehmen durch langfristige Abnahmevereinbarungen, Infrastruktur-für-Ressourcen-Deals und Kapitalbeteiligungen nicht nur den vorrangigen Zugang zu Erzen gesichert. Es besteht inzwischen auch ein erheblicher politischer Einfluss, der beispielsweise in westafrikanischen Staaten wie Mali, dem Niger oder Burkina Faso leicht dazu führen kann, dass westliche Unternehmen keinen Zugang zu neuen Rohstoffprojekten mehr bekommen oder eigene Projekte in diesen Ländern sogar verlieren, weil die Regierungen die vergebenen Lizenzen widerrufen und sie anschließend chinesischen Unternehmen übertragen.
Die Reaktion des Westens kommt spät, aber sie kommt
Der Westen ist sich seiner misslichen Position inzwischen schmerzlich bewusst. Die Jahre der sorglosen Selbstzufriedenheit sind vorbei. Es wird nicht mehr nur davor gewarnt, dass China zu viele kritische Rohstoffe kontrollieren könnte, sondern man bemüht sich, es den Chinesen gleich zu tun und sich ebenfalls den Zugriff auf gute Projekte in Afrika und Südamerika zu sichern. Auch administrativ ändert sich derzeit einiges.
Das Gesetz der Europäischen Union über kritische Rohstoffe und das Abkommen zwischen der EU und den USA über kritische Mineralien zielen beispielsweise darauf ab, die Versorgung zu diversifizieren, die langen Genehmigungsverfahren zu straffen und die Produktion im Inland bzw. innerhalb von befreundeten Staaten zu fördern. Um dies zu erreichen und mehr Unabhängigkeit von China zu erlangen, werden neue Finanzmittel bereitgestellt, steuerliche Anreize gegeben und Genehmigungsverfahren beschleunigt.
Die Europäische Union stellt Mittel in Höhe von schätzungsweise 22,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um 47 Rohstoffprojekte, die als „strategisch“ eingestuft werden, in den nächsten Jahren in Produktion zu bringen. In den USA geht die Regierung unter Donald Trump den gleichen Weg. Auch hier werden Projekte inzwischen schneller genehmigt und das Verteidigungsministerium nimmt viel Geld in die Hand, um die Versorgung der US-Rüstungsunternehmen mit Antimon und den Seltenen Erden sicherzustellen.
Die Zeit drängt, denn die Nachfrage ist hoch und steigt weiter an
Der sich verschärfende geopolitische Wettbewerb um die endliche Mineralvorkommen vollzieht sich jedoch in einer Zeit, die von einer steigenden Nachfrage gekennzeichnet ist. Die hohe Nachfrage und das neu entfachte geopolitische Ringen wirken damit gleichzeitig auf die Preisfindung ein, was mittel- bis langfristig zu weiter steigenden Preisen führen sollte.
So geht die Internationale Energieagentur inzwischen davon aus, dass sich der Markt der für die Energiewende wichtigen Mineralien in den nächsten fünf Jahren verdoppeln wird. Für das Lithium wird sogar eine Verdreifachung des heutigen Bedarfs erwartet. S&P Global warnt davor, dass die Kupfernachfrage bis zum Jahr 2040 verglichen mit dem heutigen Niveau um etwa 50 Prozent höher sein könnte.
2040 ist dabei aus Sicht des Bergbaus nicht mehr weit weg, denn um eine kleinere oder mittelgroße Mine in Betrieb zu nehmen sind heute bereits 15 Jahre notwendig. Bei größeren Projekten steigt der Zeitbedarf leicht auf 20 bis 25 Jahre an. Wer als Anleger von diesem Trend profitieren möchte, der wirft deshalb heute schon einen intensiven Blick auf die möglichen Produzenten von morgen.
Im Bereich Kupfer bieten sich dazu American West Metals, Brixton Metals, Algo Grande Copper, Prismo Metals, oder MAX Resource an. Wer den Silberengpass spielen möchte, investiert in First Mining Gold, Gold Terra Resource, Norsemont Mining oder Cerro de Pasco Resources. Während all jene Anleger, die etwas konservativer agieren möchten und sich daher lieber auf die Produzenten bzw. produktionsnahen Unternehmen konzentrieren bei Silver Tiger Metals trotz der erhöhten Kursniveaus immer noch attraktive Chancen vorfinden. Und last not but least ist Ucore Rare Metals mit seiner Technologie zur Separierung Seltener Erden-Ausgangsmaterialien auf dem besten Weg, direkt zu einer sicheren, westlichen Lieferkette beizutragen!