US-Hedgefonds Elliott Management steigt groß bei Barrick Mining ein – stehen Veränderungen ins Haus?

Gold Mine Kipplaster Barrick Mining

Einstieg eines neuen Großaktionärs bei dem kanadischen Gold- und Kupferproduzenten Barrick Mining (WKN A417GQ)! Nach Informationen der Financial Times hat der US-Hedgefonds Elliott Management eine größere Beteiligung an Barrick aufgebaut. Der Einstieg des bekannten aktivistischen Investors fällt in eine Phase, in der ohnehin über strukturelle Veränderungen bei Barrick Mining spekuliert wird – bis hin zu einer möglichen Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Gesellschaften.

Auslöser der jüngsten Debatte war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche. Demnach prüft der Verwaltungsrat von Barrick Mining, das Unternehmen in eine Einheit mit auf Nordamerika fokussierten Vermögenswerten und eine zweite mit den Minen in Afrika und Asien zu teilen. Die nordamerikanischen Assets gelten dabei als politisch und regulatorisch stabiler, während Projekte in afrikanischen und asiatischen Ländern von Investoren oftmals mit höheren Risiken bewertet werden.

Barrick Mining: Debatte um Aufspaltung und Neuausrichtung

Die Frage nach der künftigen Struktur von Barrick Mining steht seit dem überraschenden Weggang von CEO Mark Bristow Ende September verstärkt im Raum. Analysten und Investoren hatten seither wiederholt die Möglichkeit einer Neuausrichtung ins Spiel gebracht. Im Fokus steht insbesondere die Idee, das Portfolio zu straffen, Vermögenswerte zu veräußern und die geografische Risikostruktur klarer zu trennen.

Eine Aufspaltung würde zugleich wesentliche Elemente der jüngeren Konzerngeschichte zurückdrehen. Barrick Mining war in seiner heutigen Form 2019 durch die Übernahme von Randgold entstanden. Damals brachte Bristow vor allem die afrikanischen Minen in den Konzern ein, die nun genau jene Region darstellen, die für eine separate Einheit oder mögliche Verkäufe diskutiert wird.

Parallel berichtete Bloomberg, dass der US-Konkurrent Newmont zeitweise über ein mögliches Geschäft nachgedacht habe, um mehr Kontrolle über die Nevada-Vermögenswerte von Barrick zu gewinnen. Die Goldminen in Nevada zählen zu den wichtigsten Ertragsbringern im Konzern und werden von Barrick Mining gemeinsam mit Newmont betrieben. In Investorenkreisen gilt insbesondere dieses nordamerikanische Kernportfolio als potenziell höher bewertet, wenn es in einer eigenständigen Struktur geführt würde.

Elliott Management drängt in die Top-10-Aktionäre von Barrick Mining

Die Financial Times nennt keine exakte Beteiligungshöhe, doch soll die Position von Elliott Management groß genug sein, um den Fonds in die Gruppe der zehn größten Anteilseigner von Barrick Mining zu katapultieren. Zu den größten Investoren des Konzerns zählen bislang Kapitalverwalter wie Capital Research & Management und Vanguard. Mit Elliott stößt nun ein Akteur hinzu, der für sein aktives, oft auch öffentlichkeitswirksames Engagement bei Portfoliounternehmen bekannt ist.

Auf Sicht des bisherigen Jahres ergibt sich für die Barrick-Aktie ein Kursanstieg von rund 128% Prozent, was die starke Performance des Konzerns im Umfeld hoher Goldpreise widerspiegelt. Der Einstieg eines aktivistischen Investors in einer Phase relativer Kursstärke ist insofern bemerkenswert, als der Druck nicht aus einer Krise heraus entsteht, sondern aus der Frage, ob der Konzernwert durch eine andere Struktur und Strategie besser zur Geltung kommen könnte.

Elliott Management verwaltet nach aktuellen Angaben rund 76 Milliarden US-Dollar und ist im Rohstoffsektor kein unbeschriebenes Blatt. Der Fonds hatte sich bereits bei Anglo American engagiert, das inzwischen einer Fusion mit Teck Resources zugestimmt hat, und hält auch eine bedeutende Beteiligung am Royalty- und Streamingunternehmen Triple Flag Precious Metals. Die Historie legt nahe, dass Elliott bei Barrick Mining ebenfalls auf Veränderungen in der Unternehmensstrategie oder -struktur drängen könnte, ohne dass dazu bislang konkrete Forderungen publik geworden sind.

Im Jahresverlauf liegt die Barrick Mining-Aktie aktuell rund 128% vorn; Chart: TradingView
Im Jahresverlauf liegt die Barrick Mining-Aktie aktuell rund 128% vorn; Chart: TradingView

Mögliche Konsequenzen eines Umbaus für Barrick Mining und den Goldsektor

Was eine tiefgreifende Umstrukturierung für Barrick Mining bedeuten würde, ist derzeit noch offen. Eine Aufteilung in eine nordamerikanische Gesellschaft mit Minen in politisch stabilen Jurisdiktionen wie Kanada und den USA und eine zweite Einheit mit Minen in Afrika und Asien könnte zu einer klareren Risikodifferenzierung führen. Investoren, die sich primär auf stabile Rechtsräume konzentrieren, könnten gezielt in das Nordamerika-Geschäft investieren, während andere Anleger bewusst ein Engagement in wachstumsstärkeren, aber auch volatileren Regionen eingehen.

Gleichzeitig würde eine solche Trennung die Frage aufwerfen, wie Synergien und Größenvorteile, die Barrick Mining bislang als globaler Multi-Asset-Produzent nutzt, künftig noch zum Tragen kommen. Einkaufsvorteile, gemeinsame technische Expertise oder Kapitalallokation über die einzelnen Regionen hinweg müssten in einem Zwei-Gesellschaften-Modell neu organisiert werden. Auch mögliche Asset-Verkäufe, etwa von Minen mit höherem politischen Risiko, stehen im Raum, wurden bisher aber weder von Barrick noch von Elliott öffentlich bestätigt.

Für den Goldsektor insgesamt wäre ein Umbau bei Barrick Mining ein Signal mit potenziell weitreichender Wirkung. Als einer der größten Goldproduzenten der Welt fungiert Barrick als Referenzunternehmen für viele Investoren. Veränderungen in der Struktur, der regionalen Ausrichtung oder der Kapitalstrategie könnten daher auch die Diskussion bei anderen großen Minengesellschaften beeinflussen, die mit ähnlichen Fragen nach Risikoprofil, geografischer Streuung und Portfoliostruktur konfrontiert sind.

Kurzfristig bleibt die Ausgangslage allerdings geprägt von Unsicherheit. Weder Barrick Mining noch Elliott Management haben sich bislang öffentlich zu den Berichten geäußert. Klar ist nur, dass der Einstieg eines finanzstarken und erfahrenen aktivistischen Investors den Druck auf Vorstand und Aufsichtsrat erhöhen dürfte, die strategischen Optionen sorgfältig zu prüfen.

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