Trotz anhaltender Volatilität: UBS sieht Gold jetzt Ende 2026 bei 5.900 USD pro Unze

Gold Barren glänzen gestapelt auf Goldinvest.de - Formation Metals

Der Goldmarkt hat in den vergangenen Wochen außergewöhnlich heftige Schwankungen erlebt, die sich auch am gestrigen Donnerstag fortsetzten – und das gelbe Metall wieder knapp unter die Marke von 5.000 USD führten. Dennoch bleibt der Grundton bei den Strategen der Großbank UBS positiv:

In einem aktuellen Kommentar verweisen die Analysten darauf, dass Gold trotz zwischenzeitlicher Erholung weiterhin rund 7% unter seinem Allzeithoch notiert – gleichzeitig aber seit Jahresbeginn etwa 16% im Plus liegt. Für UBS ist das kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines Marktes, der nach einer starken Bewegung kurzfristig sortiert, während die übergeordneten Treiber intakt bleiben.

Auffällig ist aus Sicht der Bank vor allem die Extremphase der Volatilität: UBS spricht von der größten Tagesbewegung nach unten seit 2013 und der größten Tagesbewegung nach oben seit 2008. Solche Ausschläge können kurzfristig Zweifel nähren, ob Gold seine Rolle als Absicherung gegen politische und finanzielle Spannungen in jedem Umfeld zuverlässig erfüllt. UBS hält diese Bedenken jedoch für überzogen und geht davon aus, dass der Aufwärtstrend bei Gold wieder an Fahrt gewinnen kann.

Gold und die jüngste Volatilität: Auslöser, Dollar-Fokus und Fed-Erwartungen

Als unmittelbaren Auslöser der starken Preisschwankungen nennen die UBS-Analysten die Nominierung von Kevin Warsh als künftigen Chef der Federal Reserve Ende Januar. Die Personalie habe an den Märkten kurzfristig Befürchtungen reduziert, dass ein deutlich „taubenhafter“ Kandidat die jüngste Schwäche des US-Dollars beschleunigen könnte. Zuvor hatte Gold laut UBS auch davon profitiert, dass Marktteilnehmer sich stärker um den Wert der US-Währung sorgten.

Die Botschaft dahinter: Kurzfristige Bewegungen bei Währungen und Zinserwartungen können den Goldpreis stark beeinflussen – manchmal unabhängig davon, ob sich an den längerfristigen Fundamentalfaktoren etwas ändert. UBS betont, man erwarte nicht, dass die Geldpolitik den Goldanstieg stoppt, wie es in der Vergangenheit in bestimmten Phasen mehrfach zu beobachten war. Entscheidend sei vielmehr, wie sich das Zinsumfeld real – also nach Abzug der Inflation – entwickelt und wie Anleger Positionen anpassen.

Warsh wird in der Mitteilung als jemand beschrieben, der zwar eine Schrumpfung der Fed-Bilanz befürwortet, in der Vergangenheit jedoch auch niedrigere Zinsen unterstützt habe. Für UBS ist das ein wichtiger Punkt: Selbst wenn langfristige Sorgen um den Dollar zeitweise nachlassen, könnte ein Umfeld sinkender realer US-Zinsen dem Goldmarkt Rückenwind geben.

Reale US-Zinsen als Hebel: Warum UBS bei Gold-ETFs mit neuer Nachfrage rechnet

Ein zentraler Baustein in der Argumentation von UBS ist der Zusammenhang zwischen realen US-Zinsen und der Nachfrage nach Gold-ETFs. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Steigen reale Zinsen deutlich, erhöht sich die „Opportunitätskosten“-Diskussion: Anleger erhalten dann relativ attraktiven Realzins anderswo und müssen den Verzicht auf Zinszahlungen stärker abwägen. Fallen reale Zinsen hingegen, sinkt diese Hürde.

UBS erwartet in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der realen US-Zinsen. Das könnte nach Einschätzung der Analysten die Investorennachfrage nach Gold-ETFs unterstützen, weil das Halten des Metalls im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger „teuer“ wirkt. In der Praxis kann das bedeuten, dass Kapitalströme in börsengehandelte Produkte wieder zunehmen, sobald die Zins- und Inflationskonstellation die Rahmenbedingungen dafür liefert.

Gleichzeitig verweist UBS darauf, dass ein weiterer stabilisierender Faktor bestehen bleibt: Zentralbanken dürften ihre Goldreserven weiter aufstocken. Diese Nachfragequelle gilt häufig als weniger kurzfristig getrieben als spekulative Positionierungen und kann in Phasen erhöhter Schwankungen eine wichtige Gegenkraft darstellen. Für UBS sind es genau diese beiden Elemente – realere Zinsen und Zentralbankkäufe –, die die Basis für eine Fortsetzung des Goldtrends bilden.

UBS-Zielmarke für Gold: 5.900 US-Dollar

Vor diesem Hintergrund hebt UBS die eigene Erwartung für den Jahresausgang an: Die Analysten prognostizieren, dass Gold zum Jahresende bei rund 5.900 US-Dollar je Unze liegen könnte. Diese Einschätzung ordnet die Bank in ein insgesamt positives Bild für Rohstoffe ein: Sowohl Industriemetalle als auch Edelmetalle hätten aus ihrer Sicht Spielraum, ihre starken Entwicklungen fortzusetzen. Treiber seien dabei vor allem Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage, geopolitische Risiken sowie längerfristige Trends.

Interessant ist zudem der Hinweis, dass Rohstoffe im Jahr 2026 in Portfolios eine sichtbarere Rolle spielen könnten – nicht als Einbahnstraße, sondern als Ergebnis eines Umfelds, in dem Preisbewegungen stärker durch strukturelle Faktoren und weniger durch kurzfristige Stimmungswechsel geprägt werden. UBS nennt in diesem Zusammenhang auch andere Rohstoffsegmente wie Kupfer, Aluminium und Agrarrohstoffe, die – aus Sicht der Bank – zusätzliche Renditequellen darstellen und die Schwankungsstruktur eines Rohstoffengagements verändern können.

Unterm Strich bleibt die Kernaussage der UBS-Analysten klar: Trotz außergewöhnlicher Volatilität sehen sie Gold weiterhin von einem Umfeld unterstützt, in dem reale Zinsen tendenziell sinken und die Nachfrage aus dem offiziellen Sektor robust bleibt. Genau diese Kombination erklärt, warum UBS bei Gold zwar kurzfristige Turbulenzen einpreist, aber am positiven Grundbild festhält.

Schlagwörter

Erwähnte Unternehmen

Kategorien

Weiterführende Links

Verpassen Sie keine wichtigen News mehr.

Erhalten Sie exklusive Updates zu spannenden Rohstoff-Unternehmen, Marktanalysen und Investmentchancen direkt in Ihr Postfach.

Durch das Absenden des Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Kontaktdaten zum Versand des Newsletters verarbeitet werden.

Disclaimer

I. Informationsfunktion und Haftungsausschluss: Die GOLDINVEST Consulting GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Analysen und Nachrichten auf www.goldinvest.de zu veröffentlichen. Die Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle, fachkundige Anlageberatung. Es handelt sich nicht um Finanzanalysen oder Verkaufsangebote, noch liegt eine Handlungsaufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren vor. Entscheidungen, die auf Basis der veröffentlichten Informationen getroffen werden, erfolgen vollständig auf eigene Gefahr. Zwischen der GOLDINVEST Consulting GmbH und den Lesern bzw. Nutzern entsteht kein vertragliches Verhältnis, da sich unsere Informationen ausschließlich auf das Unternehmen und nicht auf persönliche Anlageentscheidungen beziehen.

 

II. Risikoaufklärung:
Der Erwerb von Wertpapieren birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Trotz sorgfältiger Recherche übernimmt die GOLDINVEST Consulting GmbH und ihre Autoren keine Haftung für Vermögensschäden oder die inhaltliche Garantie bezüglich Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der veröffentlichten Informationen. Bitte beachten Sie auch unsere weiteren Nutzungshinweise.

 

III. Interessenkonflikte:
Gemäß §34b WpHG und §48f Abs. 5 BörseG (Österreich) weisen wir darauf hin, dass die GOLDINVEST Consulting GmbH sowie ihre Partner, Auftraggeber oder Mitarbeiter Aktien der oben genannten Unternehmen halten. Zudem besteht ein Beratungs- oder sonstiger Dienstleistungsvertrag zwischen diesen Unternehmen und der GOLDINVEST Consulting GmbH, und es ist möglich, dass die GOLDINVEST Consulting GmbH jederzeit Aktien dieser Unternehmen kauft oder verkauft. Diese Umstände können zu Interessenkonflikten führen, da die oben genannten Unternehmen die GOLDINVEST Consulting GmbH für die Berichterstattung entlohnen.

Weitere Beiträge