Der chilenische Lithiumproduzent SQM (Sociedad Quimica y Minera de Chile) (NYSE SQM) hat für das dritte Quartal 2025 einen deutlichen Gewinnanstieg gemeldet. Verantwortlich ist vor allem ein verbessertes Preisumfeld, da die durchschnittlichen Lithiumpreise erstmals seit rund zwei Jahren wieder gestiegen sind.
Der Nettogewinn von SQM legte im Zeitraum bis zum 30. September auf 178,4 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,62 US-Dollar je Aktie zu, nach 131,4 Mio. US-Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Umsatz wuchs um 8,9 % von 1,08 Mrd. auf 1,17 Mrd. US-Dollar.
Damit unterstreicht SQM erneut seine Rolle als einer der wichtigsten Anbieter am globalen Lithiummarkt – in einer Phase, in der sich die Branche nach dem Rückgang von den Rekordpreisen aus dem Jahr 2022 neu sortiert.
SQM: Lithiumgeschäft legt zweistellig zu
Besonders dynamisch entwickelte sich im dritten Quartal das Kerngeschäft von SQM mit Lithium und Derivaten. In diesem Segment stiegen die Erlöse um 21,4 % auf 603,7 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen begründet diese Entwicklung mit einer stärker als erwartet ausgefallenen Nachfrage nach dem Batterierohstoff.
Konzernchef Ricardo Ramos erklärte, man gehe davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend im Schlussquartal fortsetze. Die Nachfrage nach Lithium werde nicht nur von Elektrofahrzeugen (EV), sondern zunehmend auch von stationären Energiespeichersystemen (Energy Storage Systems, ESS) getragen. Diese Anwendungen gewinnen im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien an Bedeutung, etwa bei Großspeichern für das Stromnetz oder bei industriellen Speicherlösungen.
Neben Lithium produziert SQM auch Düngemittel und industrielle Chemikalien. Gleichwohl bleibt der Lithiumbereich der entscheidende Ergebnishebel: Preisveränderungen und Absatzmengen in diesem Segment schlagen direkt auf Umsatz und Profitabilität des Konzerns durch. Die jetzt gemeldeten Zahlen zeigen, dass sich die Margen nach der vorangegangenen Preiskorrektur wieder etwas erholen konnten.
Lithium-Markt zwischen Korrektur und neuer Nachfragewelle
Der globale Lithiummarkt befindet sich nach einer Phase extremer Preisausschläge in einem Anpassungsprozess. Nach Rekordständen im Jahr 2022 hatte ein rascher Ausbau der Produktionskapazitäten in mehreren Förderländern – unter anderem in Südamerika und Australien – dazu geführt, dass das Angebot zeitweise schneller wuchs als die Nachfrage. Die Folge waren sinkende Preise und Druck auf die Margen vieler Produzenten, darunter SQM und Wettbewerber wie der US-Konzern Albemarle.
Die nun wieder anziehenden Durchschnittspreise deuten darauf hin, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage etwas stabilisiert hat. Zwar sind die Notierungen nach wie vor deutlich von den Höchstständen entfernt, gleichzeitig zeigt der Markt aber, dass bereits moderate Nachfrageimpulse ausreichen, um die Preise nach oben zu bewegen.
Strukturell bleibt die Perspektive für den Rohstoff Lithium eng mit der globalen Energiewende verknüpft. Elektrofahrzeuge, Hybridmodelle und Batterie-Speicherlösungen sind auf leistungsfähige Lithium-Ionen-Technologien angewiesen. Branchenanalysten gehen davon aus, dass der Bedarf an Lithium in den kommenden Jahren weiterwächst – wenn auch nicht in jedem Jahr mit gleicher Dynamik. Für Produzenten wie SQM bedeutet dies, dass kurzfristige Preisschwankungen im Rahmen eines insgesamt wachsenden Marktes erfolgen.
SQM und Codelco: Nächster Schritt für Lithium aus der Atacama
Parallel zu den Zahlen zum dritten Quartal berichtete SQM über Fortschritte bei der geplanten Partnerschaft mit dem staatlichen chilenischen Kupferkonzern Codelco. Ziel der Kooperation ist es, die Lithiumförderung im Salar de Atacama – einem der wichtigsten Lithium-Salzseen der Welt – auszuweiten und langfristig abzusichern.
Nach Unternehmensangaben rückt die Vereinbarung ihrer endgültigen Form näher. Die chinesische Wettbewerbsbehörde hat der Transaktion bereits zugestimmt, sodass nur noch die Genehmigung durch den chilenischen Rechnungshof aussteht. Eine Quelle bei Codelco hatte zuvor signalisiert, dass mit einer abschließenden Entscheidung bis zum Jahresende gerechnet werde.
SQM ist eines von nur zwei Unternehmen, die derzeit Lithium in Chile fördern. Die Kooperation mit Codelco fügt sich in die Bemühungen der chilenischen Regierung ein, die Kontrolle über strategische Rohstoffe wie Lithium zu stärken und gleichzeitig private Expertise und Kapitalersatze einzubinden. Für SQM eröffnet die Partnerschaft die Möglichkeit, die Produktionsbasis im Atacama-Salar langfristig auf eine neue vertragliche Grundlage zu stellen und Kapazitätserweiterungen gemeinsam mit dem Staatskonzern voranzutreiben.
Bedeutung der SQM-Zahlen für den globalen Lithiummarkt
Die aktuellen Quartalszahlen von SQM sind nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für den breiteren Markt von Interesse. Als weltweit zweitgrößter Lithiumproduzent liefert SQM mit seinen Ergebnissen und Kommentaren ein Stück weit Orientierung für die Branche. Der Anstieg von Umsatz und Gewinn, insbesondere im Lithiumsegment, kann als Indikator dafür gesehen werden, wie sich Preisniveau und Nachfrage im laufenden Jahr entwickelt haben.
Gleichzeitig zeigt der Ausblick des Managements, dass der Konzern weiterhin mit robuster Nachfrage aus dem EV- und ESS-Bereich rechnet. Kurzfristig hängt die weitere Entwicklung auch von Faktoren wie dem Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien, regulatorischen Rahmenbedingungen für Elektromobilität und der Investitionsbereitschaft in neue Projekte ab.
Für die Lithiumnation Chile wiederum unterstreichen die Zahlen die Rolle des Sektors als wichtiger Baustein der Exportwirtschaft. Die Kooperation von SQM mit Codelco im Salar de Atacama könnte darüber hinaus Einfluss darauf haben, wie sich das Land im globalen Wettbewerb um Batterie-Rohstoffe positioniert – zwischen staatlicher Steuerung und internationalem Kapital.