Silberpreis im Squeeze-Modus – Auf der Jagd nach neuen Mehrjahreshochs

Silberbarren und Silbermünzen von GOLDINVEST - Silberpreis, Silber News und Silber Aktien

Silber hat die Woche auf dem höchsten Niveau seit Jahren beendet und den historischen Spitzenwert von 2011 in Sichtweite gebracht. Laut einem aktuellen Marktbericht schloss der COMEX-Frontmonat für Silber bei rund 47,60 US-Dollar je Unze – ein Wochenplus von knapp 3 % und seit Jahresbeginn ein Zuwachs von rund 64 %. Das Edelmetall Silber überflügelte damit sogar Gold und unterstreicht die Beobachtung vieler Marktteilnehmer, dass in einer fortgeschrittenen Phase eines Rohstoffzyklus häufig das Weißmetall die Führung übernimmt. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelner Impuls als vielmehr das Zusammenspiel aus knapper Verfügbarkeit, robusten Zuflüssen und Signalen aus dem Derivatemarkt.

Silberpreis auf Mehrjahreshoch – was den Anstieg treibt

Treiber des Silberpreises sind laut Berichten unter anderem schwindende Lagerbestände, anziehende Leasingraten (der Preis für das Leihen von physischem Metall) sowie strukturelle Nachfrage aus Industrie und ETFs. Der Markt wird vermehrt als „eng“ beschrieben, was sich in einer deutlichen Verteuerung kurzfristiger Verfügbarkeiten widerspiegelt. Beobachter ordnen die Entwicklung in die „zweite Phase“ des Rohstoffzyklus ein, in der Silber (XAG/USD) traditionell empfindlicher auf Knappheit und Kapitalzuflüsse reagiert als Gold.

Die Analysten von TD Securities sprechen in diesem Kontext von einer „Silber-Squeeze-Dynamik“, in die Investoren real einsteigen könnten. Ihren Ausführungen zufolge sind frei verfügbare LBMA-Bestände in London auf ein „kritisch niedriges“ Niveau gefallen. Parallel dazu würden die Kosten für das kurzfristige Leihen von Silber steigen, was häufig als Knappheitssignal gelesen wird.

Knappheitssignale: LBMA-Bestände, Leasingraten und ETF-Zuflüsse

Konkret verweist TDS auf ein Londoner Silberinventar von etwa 135 Mio. Unzen – ein Volumen, das in Relation zum täglichen Handelsumsatz als gering gilt. Zudem hätten die Leasingraten Niveaus erreicht, die als „extrem“ bezeichnet werden. Beides zusammen deutet auf eine straffe Versorgungslage hin, in der zusätzliche Nachfrage rasch auf begrenztes physisches Angebot trifft.

Aus Marktsicht wichtig: TD Securities schätzt, dass bei anhaltenden ETF-Zuflüssen und fortgesetzter Industrienachfrage die frei verfügbaren Bestände in weniger als vier Monaten erschöpft sein könnten. Zwar bleibe der Markt grundsätzlich liquide, doch die Puffer erscheinen kleiner. Das wiederum erhöht die Sensitivität des Silberpreises gegenüber neuen Nachfrageimpulsen oder logistischen Störungen. Ergänzend wird auf ein hohes Papier-zu-Physisch-Verhältnis (Schätzungen bis 378:1) verwiesen – ein Indikator dafür, dass zahlreichen Papieransprüchen eine vergleichsweise begrenzte Zahl realer Unzen gegenübersteht.

Globale Nachfrage: Indien importiert stark, China pausiert

Auf der Nachfrageseite stechen Indien und China hervor – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Laut Bericht haben die Silberimporte Indiens im September deutlich zugelegt, sich in einigen Schätzungen sogar verdoppelt. Diese Ströme ziehen zusätzlich Metall aus dem internationalen Markt, was die Knappheitswahrnehmung verstärken kann. Gleichzeitig sorgte die Golden-Week-Feierpause in China temporär für geringere Handelsaktivität – ein Faktor, der zwar kurzfristig dämpfend wirken kann, das grundsätzliche Nachfragebild für Silber aber nicht infrage stellt.

Hinzu kommt die Angebotsseite: Der Markt verzeichnet dem Bericht zufolge bereits das fünfte Jahr in Folge ein Angebotsdefizit. Sinkende globalen Lagerbestände, höhere Prämien im Einzelhandel und die erwähnten Leasingraten liefern dabei konsistente Signale.

Trotz der starken Bewegung bleibt das Silber-zu-Gold-Verhältnis (Gold/Silber-Ratio) laut Bericht mit rund 82 auf einem historisch erhöhten Stand. In früheren Hausse-Phasen fiel diese Kennzahl teils unter 60 – ein Hinweis darauf, dass Silber gegenüber Gold noch Aufholpotenzial hätte, falls die aktuelle Phase anhalte. Gleichwohl mahnt der Blick in die Historie zu Kontext: Nominale Preisvergleiche greifen zu kurz, wenn die Inflation nicht berücksichtigt wird.

Zur Erinnerung: Das nominale Hoch von 2011 bei knapp 49 US-Dollar je Unze entspräche laut den im Bericht herangezogenen Berechnungen heute etwa 69 US-Dollar. Das extremere 1980er-Hoch im Zuge der Hunt-Brüder-Episode läge inflationsbereinigt sogar bei rund 192 US-Dollar pro Unze. Aus dieser Perspektive handelt Silber derzeit noch deutlich unter den inflationsbereinigten Rekordmarken. Einige Marktkommentare nennen vor diesem Hintergrund technische Marken bis 75 US-Dollar als mögliches kurzfristiges Szenario – ohne Anspruch auf Prognose, sondern als Einordnung der aktuellen Dynamik.

Silber rückt an sein 2011er-Niveau heran, getragen von knappen Beständen, hohen Leasingraten, robusten ETF-Zuflüssen und starker Industrienachfrage. Ob daraus ein anhaltender Squeeze entsteht, hängt von der weiteren Entwicklung der physischen Verfügbarkeit und der Kapitalzuflüsse ab. Für Marktbeobachter bleibt Silber damit ein Brennpunkt der Edelmetall-Berichterstattung – zwischen statistischer Engpasslage, historischer Einordnung und dem steten Abgleich von Spotpreis, Terminmarkt und realer Lieferfähigkeit.

Er bisher bereits rasante Anstieg dauert nun schon so lange an, dass mittlerweile alle Segmente des Marktes profitieren. Von den Produzenten wie Silvercorp Metals (WKN A0EAS0 / TSX SVM), die Aktie hat den Ausbruch über die Marke von 7 USD nun definitiv geschafft und ist sogar auf mehr als 10,00 CAD gestiegen, über Projektentwickler wie Silver Tiger Metals (WKN A2P4YL / TSXV SLVR) bis hin zu den Explorern wie Silver47 Exploration (WKN A408EQ / TSXV AGA) sind viele Silberaktien mittlerweile im Aufwind. Auch Spezialsituationen wie Terra Balcanica Resources (WKN A40DA5 / CSE TERA) mit dem polymetallischen, allerdings Silber dominierten Viogor Zanik-Projekt in Bosnien konnten zuletzt stark anziehen.

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