Stand: 05.09.2025 von Florian Grummes
Wie vermutet, kam es am Goldmarkt in den letzten zwei Wochen zum Showdown. Ausgehend von einem finalen Sommertief bei 3.311 US-Dollar am 20.August kannten die Goldpreise zuletzt nur noch den Weg nach oben.
Insbesondere das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole lieferte die Initialzündung. Im Anschluss konnten die Goldnotierungen problemlos die mehrmonatige Widerstandszone um 3.400 bis 3.450 US-Dollar überwinden und schnell bis auf ein neues Allzeithoch bei 3.578 US-Dollar anziehen. Erst in den letzten zwei Tagen holt der Goldmarkt knapp unterhalb der neuen Bestmarke etwas Luft.
Parallel dazu konnte auch der Silberpreis deutlich zulegen. Ausgehend vom Sommertief bei 36,96 US-Dollar legte Silber in gerade einmal zwei Wochen um 12,2 % zu und notiert erstmals seit dem Herbst 2011 wieder klar oberhalb von 40 US-Dollar!
Kurz vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktzahlen sehen die Edelmetalle damit sehr stark aus, sind allerdings nach den starken Kursanstiegen auch überkauft und damit anfällig für eine Konsolidierung bzw. vorübergehende Rücksetzer. Der klare Ausbruch des Goldpreises aus seinem viermonatigen Konsolidierungsdreieck lässt aber eindeutig eine Fortsetzung der begonnenen Rallye in den kommenden Wochen erwarten. Ähnlich sieht es beim Silber aus.Mit dem Anstieg über den psychologischen Widerstand um 40 US-Dollar ist der Weg in Richtung der Allzeithochs bei 50 US-Dollar eigentlich frei.
Dabei hat der Silbermarkt in den letzten Jahren eine tiefgreifende Transformation durchlaufen. Historisch war Silber vor allem durch seine Verwendung in Münzen und in der Fotografie geprägt. Heute hingegen bildet die industrielle Nachfrage den Kern des Marktes. Getrieben wird dieser Wandel vor allem durch Technologien und die globale Energiewende – ein struktureller Umbruch, der Silber in einem völlig neuen wirtschaftlichen Kontext positioniert.
Silver Demand, Projected Shofts in global demand, vom 01. September 2025. Quelle: Mining Visuals
Die Daten des Silver Survey 2025 verdeutlichen diese Entwicklung: Mit 270 Millionen Unzen bleibt der Bereich Elektronik und Elektrotechnik der größte Verbraucher und etabliert Silber als unverzichtbaren Rohstoff in Geräten, Fahrzeugen und digitaler Infrastruktur. Mit einem Anstieg von +140 % gegenüber 2016 wächst die Nachfrage besonders dynamisch im Photovoltaik-Sektor und hat im Jahr 2025 ca. 196 Millionen Unzen erreicht.Auch andere industrielle Anwendungen verzeichnen ein stabiles Wachstum von knapp 20 %, was Silbers Vielseitigkeit und wachsende Bedeutung in Hightech-Industrien unterstreicht.
Demgegenüber verlieren die traditionellen Verwendungszwecke weiter an Gewicht. Die Fotografie schrumpft um über 30 % und sinkt damit fast gänzlich in die Nische. Die Nachfrage nach Silbermünzen und Silberbarren hingegen ist im Laufe der letzten neun Jahre leicht gesunken.
Insgesamt ergibt sich ein Silbermarkt, der nicht mehr vom Gegensatz zwischen traditionellen und modernen Anwendungen bestimmt wird. Silber hat sich vielmehr als unverzichtbarer industrieller Schlüsselrohstoff in den Bereichen Elektrifizierung, Konnektivität und grüne Energie etabliert – ein Markt, der klar im Zeichen der „Industrialisierung des Silbers“ steht.
Zusätzliche Dynamik könnte in den kommenden Monaten und Jahren eine wieder anziehende Investment-Nachfrage bringen. Während westliche Notenbanken seit Jahrzehnten fast ausschließlich auf Gold als Reserve setzten, sorgte bspw. die saudische Zentralbank nun mit ihrem erstmaligen Kauf von Silber und Silberminen-ETFs für Aufsehen. Auch wenn das Volumen mit rund 40 Millionen US-Dollar gering ist, könnte dieser Schritt Signalcharakter haben und einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Silber als Investment und Währungsreserve einleiten.
Silber in US-Dollar – Tageschart
Seitdem der Silberpreis Ende März aufgrund der damaligen Panik an den Aktienmärkten kurzzeitig bis auf 28,31 US-Dollar abgestürzt war, haben die Bullen den Silbermarkt fest unter ihre Kontrolle gebracht. Nicht nur konnten die Verluste schnell wieder aufgeholt werden, das Abschütteln der schwachen Hände gab Silber offensichtlich auch genügend Kraft, um über die Widerstandsmarken bei 35 und 37,50 als auch 40 US-Dollar auszubrechen.

Trotz zwischenzeitlichen Konsolidierungen und kurzlebigen Rückschlägen schieben sich die Silbernotierungen erstaunlich beständig und geduldig immer weiter nach oben. Die typisch impulsive und fahnenstangenartige Übertreibung ist bislang nicht zu erkennen, was die Kursanstiege und damit die laufende Rallye umso nachhaltiger erscheinen lässt.
Auf dem Tageschart hat der Silberpreis allerdings am Mittwoch mit einem Hoch bei 41,47 US-Dollar wieder das Widerstandsband erreicht, welches bereits im Juni und Juli den Aufwärtstrend vorübergehend stoppte. Insofern wäre ein Rücksetzer bis in den Bereich von ca. knapp unter 40 US-Dollar in den kommenden Tagen durchaus möglich.
Können die Bullen hingegen den steigenden Keil direkt oder in Kürze nach oben aufbrechen, wären eine Beschleunigung der Rallye und damit Kursziele im Bereich um 50 US-Dollar schon im September bzw. bis Mitte Oktober denkbar. Andernfalls zieht sich das Ganze in die Länge und Silber bewegt sich innerhalb des Keils weiter nach oben.Die eigentlich überkaufte Tagesstochastik ist jedenfalls in den „eingebetteten und damit super bullischen“ Zustand gewechselt.
Ähnlich sieht das Setup am Goldmarkt aus. Damit ist der Aufwärtstrend zementiert und das Beschleunigungsszenario hat eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit!
Silber – Von der Sommerflaute zum Höhenflug
In den letzten zwei Wochen gelang dem Goldpreis erwartungsgemäß der Ausbruch nach oben. Ausgehend von einem Sommertief bei 3.311 US-Dollar stiegen die Goldpreise in den letzten zwei Wochen sehr stark an und erreichten mit 3.578 US-Dollar ein neues Allzeithoch.
Nach diesem steilen Anstieg gönnte sich der Markt in den letzten zwei Tagen unterhalb dieses Rekordwerts verdientermaßen eine kleine Verschnaufpause. Rücksetzer bis auf unter 3.500 US-Dollar müssen einkalkuliert werden. Das Worst-Case-Szenario wäre ein Test der Ausbruchszone zwischen 3.450 und 3.400 US-Dollar.
Angesichts der bullischen Ausgangslage sowie dem festgezurrten Aufwärtstrend auf dem Tageschart sind die Chancen aber klar auf der Oberseite zu finden. Die nächsten Kursziele für den Goldpreis liegen bei ca. 3.750 und ca. 4.000 US-Dollar und könnten schon bald erreicht werden.
Parallel dazu legte auch der Silberpreis kräftig zu. Vom Sommertief bei 36,96 US-Dollar ausgehend stieg Silber binnen zwei Wochen um 12,2 % an und überwand erstmals seit dem Herbst 2011 wieder die Marke von 40 US-Dollar. Trotz der überkauften Situation dürften Rücksetzer nur von sehr kurzlebiger Natur sein.
Das Potenzial für weitere Preissteigerungen in den kommenden Wochen mit Kurszielen von ca. 45 und bestenfalls ca. 50 US-Dollar ist definitiv vorhanden.
