Die alte Kaufmannsweisheit, dass der Gewinn im Einkauf liegt, gilt selbstverständlich auch für die Finanzmärkte. Auch hier sind diejenigen Anleger im Vorteil, die einen Vermögenswert günstig erwerben können. Dank des niedrigeren Einstandspreises läuft die Anlage nicht nur schneller in den Gewinn, sondern dieser fällt prozentual am Ende auch höher aus, wenn es zuvor gelang, zu einem günstigen Kurs zu kaufen.
Aus diesem Grund warten viele Anleger immer wieder auf Kursrücksetzer, weil sie in ihnen eine günstigere Einstiegsgelegenheit sehen, die sie gerne für sich nutzen möchten. Manche gehen sogar so weit, dass sie sich einen handfesten, aber im Grunde vollkommen unberechtigten Crash herbeisehnen. Er lässt die Kurse zunächst schnell und tief fallen, aber anschließend, wenn sich herausstellt, dass das ganze Kurstheater vollkommen überzogen und unberechtigt war, auch sehr schnell wieder ansteigen.
Ein intensiverer Blick auf die Charts zeigt zudem über alle Aktien, Rohstoffe, Anleihen und Währungen hinweg immer wieder, dass Korrekturen wesentlich schneller verlaufen als die vorangegangenen Anstiege. Das führt sehr oft dazu, dass Korrekturen bereits nach nur einem Drittel der Zeit beendet sind, die der vorherige Anstieg in Anspruch genommen hatte.
Bei Silber geht derzeit alles rasend schnell
Silber stellt an dieser Stelle an sich keine Ausnahme dar. Auch hier zeigen sich in den Charts die gewohnten Muster. Aktuell stellt man jedoch fest, dass Kursrückgänge und Korrekturen nicht von langer Dauer sind. So haben beispielsweise die von der COMEX im späten Dezember vorgenommenen zweimaligen Erhöhungen der Margenanforderungen in beiden Fällen sofort zu fallenden Kursen geführt. Doch diese Kursrückgänge wurden sogleich wieder gekauft und heute notiert der Silberpreis auf Niveaus, die weit über jenen Preisen liegen, die zum Zeitpunkt der Margenerhöhungen gezahlt wurden.
Das ist absolut ungewöhnlich, denn sowohl 1980 wie auch 2011 ging der Silberpreis als Folge der damaligen Margenanhebungen nicht nur in eine deutlich längere Korrektur über, sondern es entwickelte sich in beiden Fällen jeweils ein jahrelanger Bärenmarkt, der Silber in seinem Verlauf auf extrem tiefe Niveaus, die mehr als 50 Prozent unter den damaligen Hochs lagen, zurückgeführt hat.
Vor wenigen Tagen wurde wieder versucht, dem Silber auf diese Art und Weise das Genick zu brechen. Bislang jedoch ohne durchschlagenden Erfolg, denn die Korrekturen, die wir in den vergangenen drei Wochen sahen, waren ausgesprochen kurz und alles andere als tief. Den bekannten kanadischen Silberinvestor Eric Sprott veranlasste diese Beobachtung bereits zu der Einschätzung, dass die Macht der Banken über das Silber gebrochen ist.
Hat Eric Sprott recht – und vieles spricht derzeit dafür – bricht für den Silberpreis in diesen Tagen nicht nur ein neues Jahr an, sondern eine komplett neue Ära.