Zum ersten Mal seit 14 Jahren ist der Silberpreis am Spotmarkt auf mehr als 40 USD pro Unzen gestiegen. Vor allem steigende Erwartungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank geben der Rallye im Edelmetallmarkt Nahrung. Denn auch der Goldpreis notiert nur wenige Dollar unterhalb seines Allzeithochs knapp über 3.500 USD pro Unze.
Nach Ansicht der Experten der Saxo Bank hat Gold seine Zugewinne von Ende der vergangenen Woche am Montag vor allem auf Grund der anhaltenden Inflation in den USA; eines schwächeren Verbrauchervertrauens, steigender Zinssenkungserwartungen an die Fed sowie Bedenken in Bezug auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve ausgebaut.
Zudem seien entscheidende Widerstände bei 40 USD pro Unze für Silber sowie 3.450 USD pro Unze bei Gold überwunden worden. Das habe weitere Käufe ausgelöst, hieß es. Andere Experten sind ebenfalls der Ansicht, dass vor allem die Aussicht auf niedrigere Zinsen, sowie das knappe Angebot, Silber nach oben geführt haben.

Erwartete Zinssenkungen entscheidende Faktoren für Silber und Gold
Die Zuversicht, dass die Fed bereits im September eine Zinssenkung vornehmen dürfte, stieg, nachdem auch die Präsidentin der Fed von San Francisco unter Berufung auf die Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt Unterstützung für eine Änderung der Geldpolitik signalisierte.
Jetzt wartet der Markt auf den US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag. Dieser könnte es der Fed erlauben, einen neuen Zinssenkungszyklus einzuleiten, da davon ausgegangen wird, dass niedrigere Zinsen zu höheren Investitionen führen. Umfragen zufolge soll die Zahl neuer Stellen in den USA im August – außerhalb des Landwirtschaftssektors – um 78.000 gestiegen sein. Im Juli lag das Plus demzufolge bei 73.000 Stellen.
Ein Thema, dass unter anderem die Entwicklung der Edelmetallpreise nach wie vor beeinflusst, ist die anhaltende, starke Kritik aus dem Weißen Haus an der Notenbank. Das führte soweit, dass viele Marktteilnehmer sich große Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed von der Politik machen. Der Disput gipfelte zuletzt im Versuch von US-Präsident Trump, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, die dagegen gerichtlich vorgeht.
Hinzu kommt, dass ein Berufungsgericht urteilte, dass viele der von Trump verhängten Zölle illegal sind. Sie bleiben vorerst nur in Kraft, um zu erlauben, dass die nächsten Instanzen den Fall weiterverfolgen. In jedem Fall bedeutet dies weitere Unsicherheiten und Unabwägbarkeiten für die globalen Märkte, was wiederum gut für den Sicheren Hafen Gold ist.
Angesichts dessen sowie erwarteter Zinssenkungen, eines schwächeren US-Dollars, steigender Mittelzuflüsse bei ETFs sowie erholter indischer Importe sehen die Analysten von Morgan Stanley weiteres Potenzial sowohl für Gold als auch für Silber. Für das gelbe Metall sei noch 10% weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden, während Silber die Prognose bereits fast erfüllt habe, aber Potenzial aufweise, diese zu übertreffen, hieß es.