Oregen Energy (CSE: ORNG, WKN: A41D1A) treibt seine Strategie im namibischen Orange Basin mit dem nächsten möglichen Schritt voran. Das Unternehmen hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um eine Beteiligung am Grundkapital von Petrovena Energy zu prüfen. Petrovena ist bereits Partner von Oregen Energy auf Block 2712A (PEL 107) und hat zuletzt ein Award Letter erhalten, um ein Petroleum Agreement abzuschließen und eine Lizenz für das Gebiet Block 2812Ab zu erhalten. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde Oregen Energy seine Präsenz in einer der derzeit aktivsten Offshore-Regionen Afrikas deutlich ausweiten.
Im Zentrum der Überlegungen steht Block 2812Ab im Orange Basin vor Namibia. Das Gebiet umfasst rund 2.742 Quadratkilometer und liegt direkt nordwestlich von Block 2913B (PEL 56), auf dem sich unter anderem die Venus-Entdeckung befindet. TotalEnergies arbeitet dort weiterhin auf eine endgültige Investitionsentscheidung für die Venus-Entwicklung im Jahr 2026 hin. Für Oregen Energy würde ein Einstieg über Petrovena bedeuten, zusätzlich zu seiner bereits bestehenden indirekten Beteiligung von 33,95% an Block 2712A eine weitere strategische Position in unmittelbarer Nähe zu bereits bestätigten Entdeckungen aufzubauen.
Bereits 2025 hatte Oregen Energy in Block 2712A investiert. Über diese Transaktion wurde das Unternehmen zum größten Aktionär von WestOil Ltd., dem Betreiber des Blocks. Petrovena und NAMCOR halten dort jeweils 15%. Nach Darstellung des Unternehmens verschafft diese Struktur Oregen Energy bereits heute spürbaren Einfluss, während technische Bewertungen und die weitere Explorationsplanung voranschreiten. Die nun angestoßene Prüfung einer Beteiligung an Petrovena wäre damit eine logische Erweiterung des bisherigen Orange-Basin-Ansatzes.
Oregen Energy rückt mit Block 2812Ab näher an Venus heran
Für Oregen Energy ist Block 2812Ab vor allem wegen seiner Lage von Interesse. Die Fläche befindet sich nicht nur direkt nordwestlich des Venus-Gebiets von TotalEnergies, sondern auch unmittelbar westlich von Chevrons Block 2813B (PEL 90). Damit liegt Block 2812Ab innerhalb desselben oberkretazischen Turbidit-Fairways, in dem im Orange Basin bereits mehrere bedeutende Entdeckungen gemacht wurden.
Die Wassertiefen auf Block 2812Ab reichen von 2.900 bis 3.900 Metern. Nach Angaben des Unternehmens wurde das Gebiet bereits von mehreren historischen 2D-Seismikprogrammen erfasst. Auf Basis der ausgewerteten regionalen und benachbarten Datensätze sieht Oregen Energy das Potenzial, dass Block 2812Ab ähnliche strukturelle und stratigraphische Merkmale aufweist wie die benachbarte Venus-Entdeckung und weitere Funde auf PEL 56. Vor allem die Interpretation von Daten aus dem Umfeld von Block 2913B stützt aus Sicht des Unternehmens die Annahme, dass sich diese Play-Typen nach Nordwesten in Block 2812Ab fortsetzen könnten.
Parallel dazu laufen Gespräche über 3D-Seismikprogramme sowohl auf Block 2712A als auch auf Block 2812Ab. Ziel ist es, bestehende 2D-Daten weiter zu verfeinern und mehrere bohrreife Prospects auf tiefmarinen klastischen Reservoiren abzugrenzen, die den produktiven Reservoiren in der Nachbarschaft ähneln. Für Oregen Energy ist das ein zentraler technischer Schritt, weil sich mit 3D-Seismik die räumliche Ausdehnung dieser geologischen Systeme deutlich präziser erfassen lässt und damit künftige Tiefbohrziele besser definiert werden können.
Block 2712A bleibt für Oregen Energy das zweite Standbein im Orange Basin
Neben dem potenziellen neuen Exposure über Petrovena bleibt Oregen Energy auf Block 2712A bereits heute substanziell positioniert. Der Block umfasst 5.484 Quadratkilometer an attraktivem Tiefwasser-Areal im Orange Basin und liegt in der Nähe von Lizenzen, die von Chevron, TotalEnergies, Galp Energia und Shell gehalten werden. Über WestOil als Betreiber hält Oregen Energy dort eine indirekte Working Interest von 33,95%.
Die Kombination aus Block 2712A und dem möglichen zusätzlichen Zugang zu Block 2812Ab passt damit exakt zu der Strategie, ein konzentriertes Orange-Basin-Portfolio mit mehreren Katalysatoren aufzubauen. Aus Unternehmenssicht erhöht das nicht nur die geologische Kontinuität innerhalb des Portfolios, sondern auch die strategische Flexibilität bei technischen Arbeitsprogrammen und möglichen Partnerschaften. Hinzu kommt, dass die Lage der Blöcke in einem Gebiet mit wachsender Infrastrukturplanung langfristig auch kommerzielle Anknüpfungspunkte schaffen könnte, sobald erste Offshore-Entwicklungen in Namibia voranschreiten.
Gerade diese Nähe zu aktiven Entwicklungsprojekten ist ein wesentlicher Teil der Investmentlogik. Das Unternehmen sieht Block 2812Ab innerhalb des Kerns des entstehenden Offshore-Öltrends in Namibia. Sollte die Beteiligung an Petrovena umgesetzt werden, würde sich Oregen Energy in einem Korridor positionieren, der zunehmend von großen internationalen Ölgesellschaften geprägt ist.
Orange Basin gewinnt weiter an Dynamik
Die industrielle Entwicklung im Orange Basin liefert den Hintergrund für die Expansionspläne von Oregen Energy. Im Dezember 2025 vereinbarten TotalEnergies und Galp eine Transaktion, nach der TotalEnergies eine operative 40%-Beteiligung an PEL 83 einschließlich der Mopane-Entdeckung übernehmen soll. Im Gegenzug erhält Galp Beteiligungen an PEL 56 und PEL 91. Bestandteil der Vereinbarung ist zudem ein Explorations- und Bewertungsprogramm mit drei Bohrungen in den kommenden zwei Jahren; die erste Bohrung ist für 2026 geplant. TotalEnergies hat für Mopane einen Entwicklungspfad skizziert, der eine Produktion von mehr als 200.000 Barrel pro Tag tragen könnte. Eine endgültige Investitionsentscheidung wird dort für 2028 angestrebt.
Weitere Aktivität kommt von Rhino Resources und seinen Partnern, die auf Block 2914A (PEL 85) mit der Bohrung Volans-1X eine Gas-Kondensat-Entdeckung gemeldet haben. Die Bohrung erfasste 26 Meter Netto-Mächtigkeit in flüssigkeitsreichen Reservoiren ohne beobachteten Wasserkontakt. Laboranalysen zeigten ein hohes Kondensat-Gas-Verhältnis und Flüssigkeiten von rund 40 Grad API. Für 2026 ist eine Bewertungsbohrung auf dem Prospect Capricornus geplant, zusätzlich zu weiteren Tests auf Volans.
Auch Shell will seine Explorationsaktivitäten im Orange Basin wieder aufnehmen. Gemeinsam mit QatarEnergy und NAMCOR plant der Konzern ab April 2026 eine neue Bohrkampagne auf dem Offshore-Block PEL 39 mit der Deepsea-Mira-Bohranlage. Gleichzeitig bleibt Venus ein zentraler Bezugspunkt für die Region. TotalEnergies arbeitet dort weiterhin auf eine FID im Jahr 2026 hin. Das Entwicklungskonzept für Venus zielt auf rund 150.000 Barrel Tagesproduktion, mit erstem Öl um 2030 und berichteten Entwicklungskosten von etwa 20 US-Dollar je Barrel Öläquivalent.
Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Oregen Energy seine Position im Orange Basin weiter verdichten will. Mit der unverbindlichen Absichtserklärung zu Petrovena sichert sich das Unternehmen zunächst die Option, seine Präsenz in unmittelbarer Nachbarschaft zu einigen der wichtigsten Offshore-Projekte Namibias auszubauen. Ob daraus eine endgültige Transaktion wird, hängt von den laufenden Verhandlungen ab. Die strategische Richtung ist jedoch klar: Oregen Energy setzt auf ein fokussiertes Portfolio in einem Becken, das sich zunehmend von einer Frontier-Region zu einem Gebiet mit aktiver Bewertung, Entwicklungsplanung und neuer Bohrtätigkeit entwickelt.