Die Ölpreise der Sorte Brent werden zu Beginn der europäischen Handelssitzung über 106 US-Dollar gehandelt und liegen immer noch über der Marke von 100 USD je Barrel. Der Krieg am Golf, der nun schon seit über einer Woche andauert, macht die Händler zunehmend nervös hinsichtlich der Auswirkungen, die ein langwieriger Konflikt auf die weltweite Energieversorgung haben könnte.
Die Region am Persischen Golf macht etwa ein Viertel der weltweiten Ölproduktion aus, wobei der größte Teil davon in Tankern über die Straße von Hormus transportiert wird. Diese Seeroute ist aufgrund der Gefahr von Angriffen praktisch gesperrt, was bedeutet, dass der weltweit wichtigste Öl-Exporthafen effektiv vom Markt ausgeschlossen ist.
Wichtigster Öl-Exporthafen effektiv vom Markt ausgeschlossen
Angesichts der Tatsache, dass der Konflikt bereits in die zweite Woche geht und es keinen offensichtlichen Weg oder Zeitplan für einen Waffenstillstand gibt, ist es kaum verwunderlich, dass die Ölhändler ein zukünftiges Szenario mit reduzierten Lieferungen einpreisen, was zu höheren Preisen führt.
Diese Dynamik dürfte sich nur noch verstärken, je länger der Konflikt ohne realistische Aussicht auf eine Deeskalation andauert, was Raum für weitere Preissteigerungen pro Barrel schafft.
Ricardo Evangelista – Senior Analyst, ActivTrades