Helium ist unverzichtbar, dennoch bleibt es eines der am wenigsten diskutierten kritischen Materialien. Ohne Helium gäbe es keine Raketenstarts, keine MRT-Scanner und keine fortschrittliche Chip-Herstellung. Jahrzehntelang unterhielt die US-Regierung eine strategische Heliumreserve in Amarillo, Texas. Im Juni 2024 wurde das „Federal Helium System” jedoch an das Industriegasunternehmen Messer verkauft, wodurch die Verwaltung durch die Bundesregierung offiziell endete und dringende Fragen zur zukünftigen Versorgungssicherheit aufkamen.
Bislang stammte der größte Teil des Heliums in den USA aus der Erdgasförderung. Dieses sogenannte sekundäre Helium wird bei der Gasverarbeitung abgetrennt. Die Abhängigkeit von solchen Nebenprodukten wird jedoch zunehmend fragil. Die Branche vollzieht derzeit einen Wandel, den Experten als „Helium-Revolution” bezeichnen: die Förderung von primärem Helium aus Feldern, die reich genug an Helium sind, um ohne Kohlenwasserstoffe erschlossen zu werden.
Die einzigartige Geologie von Minnesota
Minnesota könnte bei diesem Übergang eine entscheidende Rolle spielen. Der Bundesstaat liegt auf einem der ältesten Kratone der Erde, dem Superior-Kraton, der sich über Minnesota, Ontario, Manitoba und Teile von Wisconsin und Michigan erstreckt. Die Felsen im Nordosten von Minnesota, wie beispielsweise der Giant’s Range Batholith, sind etwa 2,7 Milliarden Jahre alt und reich an Uran und Thorium. Über immense Zeiträume hinweg entsteht durch den radioaktiven Zerfall dieser Elemente Helium.
Vor etwa 1,1 Milliarden Jahren wäre der Kontinent beinahe entlang des Midcontinent Rift auseinandergebrochen, eines 2.000 Kilometer langen Risses, der sich von Kansas über Iowa bis nach Minnesota und dann weiter bis in den Norden von Wisconsin und Michigan erstreckt. Der Rift versagte schließlich und wurde durch massive Basaltströme verschlossen. Dadurch entstand ein natürliches Gewölbe: eine uralte Heliumquelle im Grundgestein, eingeschlossen unter undurchlässigen vulkanischen Kappen, die das Gas mehr als eine Milliarde Jahre lang am Entweichen hinderten.
Im Gegensatz dazu ist der Ostafrikanische Grabenbruch in Tansania tektonisch hyperaktiv. Dort bildet sich ebenfalls Helium, das jedoch häufig über aktive Verwerfungen in die Atmosphäre entweicht. Die geologische „Langweiligkeit” von Minnesota ist möglicherweise sein größter Vorteil, da sich Helium dort ansammeln und dort verbleiben kann.
Pulsar Helium: Ein Vorreiter
Hier kommt Pulsar Helium (TSXV/AIM: PLSR; OTCQB: PSRHF; FRA: Y3K) ins Spiel. Das Unternehmen ist das erste, das systematisch nach Helium in Minnesota sucht. Im September 2025 gab Pulsar Pläne bekannt, seine Präsenz durch den Erwerb der Rechte an 59.100 Acres (239 km²) Nicht-Kohlenwasserstoffgas von Quantum Hydrogen zu erweitern, was einer Steigerung der Landfläche von Pulsar um fast 1.000 % entspricht.
Der Vorreiter zu sein, hat sowohl Vorteile als auch Herausforderungen. Im Gegensatz zu Texas hat Minnesota keine Geschichte der Öl- und Gasförderung und daher nur wenige historische Daten, auf die man zurückgreifen kann. Primäre Heliumreservoirs verhalten sich auch anders als Kohlenwasserstoffvorkommen: Das Gas ist im Laufe der Zeit in das Muttergestein gewandert, was bedeutet, dass der Druck in der Regel geringer ist. Die Geologen von Pulsar beginnen gerade erst, die Strömungsdynamik des Reservoirs zu entschlüsseln.
Jetstream #1 liefert Weltklasse-Gehalte
Dennoch sind die ersten Ergebnisse beeindruckend. Die 2024–25 gebohrte Bohrung Jetstream #1 von Pulsar lieferte Heliumgehalte zwischen 8,7 % und 14,5 %, die zu den höchsten weltweit gehören, die jemals veröffentlicht wurden. Im August 2025 lieferte die Bohrung unter Kompression einen Spitzengasfluss von ~1,3 Millionen Kubikfuß pro Tag.
In den kommenden Monaten plant Pulsar nun bis zu zehn weitere Kernbohrungen, um das regionale Potenzial seines Gebiets zu testen, sowie eine detaillierte Gasanalyse von Jetstream #1.
Strategische Bedeutung für die Versorgung der USA
Die Auswirkungen sind klar. Die Vereinigten Staaten, einst der weltweit führende Heliumexporteur, laufen Gefahr, mit dem Rückgang der traditionellen Reserven zu einem Nettoimporteur zu werden. Im Jahr 2024 stammten die Importe hauptsächlich aus Katar, Algerien und Kanada. Eine skalierbare primäre Heliumfundstelle in Minnesota könnte die geopolitischen Versorgungsrisiken drastisch reduzieren und die Unabhängigkeit der USA wiederherstellen.
Wenn Pulsar nachweisen kann, dass Minnesota über ein kommerzielles, eigenständiges Heliumsystem verfügt, wäre dies nicht nur ein Meilenstein für das Unternehmen. Es könnte die Art und Weise verändern, wie Amerika und die Welt eines der wichtigsten Elemente des 21. Jahrhunderts beschaffen.