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China nutzt Rohstoffe und seine Einkaufsmacht gerne als politische Erpressungsmittel. Kritik an der allmächtigen KP Chinas wird rigoros bestraft. Der jüngste Fall: Offenbar haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen China und Australien inzwischen derart verschlechtert, dass China ein Einfuhrverbot für australische Kohle angeordnet haben soll. Das berichten mehrere Quellen, darunter die Online-Plattform „The Assay“. Laut "ungenannten Quellen" wurde erstmals am 9. Oktober bekannt, dass Peking mündlich die Anweisung gegeben habe, diese Importe auf unbestimmte Zeit vollständig auszusetzen.

Die Beziehungen zwischen Australien und China waren in diesem Jahr aufgrund der Forderung Canberras nach einer Untersuchung des Umgangs Chinas mit der COVID-19-Pandemie angespannt. Peking reagierte ursprünglich mit einem Importverbot für australische Gerste, beschränkte die Einfuhr von Wein und Fleisch und hielt seine Bürger davon ab, nach Australien zu reisen (auch zu Bildungszwecken). Da alle Berichte über das Importverbot für Kohle bisher inoffiziell waren, hat der australische Handelsminister Simon Birmingham erklärt, dass seine Regierung von China eine Bestätigung darüber wünscht, ob es weiterhin die Bedingungen des chinesisch-australischen Freihandelsabkommens und seine Verpflichtungen im Rahmen der Welthandelsorganisation einhalten wird. Unterdessen hat Mark McGowan, der Premierminister von Westaustralien, die australische Regierung seither gedrängt, ihre Beziehungen zu China zu verbessern, da er die Auswirkungen befürchtet, die dieser Bruch auf die australische Bergbauindustrie haben könnte.

China ist seit langem der größte Handelspartner Australiens. Kohle ist nach Eisenerz und LNG-Gas einer der drei größten Exportrohstoffe Australiens. Auf Chinas Seite ist Australien der Hauptlieferant von Eisenerz und Kokskohle sowie ein wichtiger Lieferant für ihre LNG-Gas und Kraftwerkskohle.

Die Daten des amerikanischen Analysehauses Refinitiv zeigen, dass die Importe australischer Kohle nach China bereits zurückgegangen sind. Die Gesamteinfuhren australischer Kohle beliefen sich im September auf 5,48 Millionen Tonnen, gegenüber 6,04 Millionen im August und 8,17 Millionen im Juli dieses Jahres.

Indonesien ist traditionell der größte Kohlelieferant für China. Auch Indonesien lieferte im September nur 4,18 Millionen Tonnen, die niedrigste Menge, die Refinitiv seit Beginn der Verfolgung dieser Zahlen im Jahr 2015 verzeichnet hat.

Die Auswirkungen für China sind unterschiedlich: Bei Kraftwerkskohle kann China auf ähnliche Qualitäten aus anderen Regionen der Welt zu einem relativ ähnlichen Preis zurückgreifen. Bei Kokskohle ist die Situation angespannter. Australische Lieferungen machen in der Regel 2/3 der Kokskohleimporte Chinas aus. Australiens Gesamtanteil am Weltmarkt für Kokskohle beträgt 55%. Wenn China die Importe aus Australien stoppen würde, hätte es Schwierigkeiten, diesen Verlust auszugleichen, sowohl beim Zugang als auch bei den Kosten.

China fördert Klimaziel und baut neue Kohlekraftwerke

Man kann die Reduktion der Kohleimporte aus Australien allerdings auch im Kontext der Klimadiskussion lesen. Der chinesische Präsident Xi Jinping hat im Rahmen der Klimawoche NYC 2020 erst kürzlich auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York City erklärt, er wolle, dass sein Land "vor 2060 die Klimaneutralität erreicht". Für den weltgrößten Emittenten von Treibhausgasen (GHG) wird dies keine leichte Aufgabe sein.

In seiner Rede hatte Xi zu einer "grünen Revolution" aufgerufen, da die COVID-19-Pandemie die Notwendigkeit unterstreiche, die Umwelt der Erde zu erhalten. Xi forderte die Länder auf, eine "grüne Erholung der Weltwirtschaft in der Post-Covid-Ära" zu erreichen.

"Die Menschheit kann es sich nicht länger leisten, die wiederholten Warnungen der Natur zu ignorieren", sagte Xi und zitierte das Pariser Klimaabkommen von 2015 und die Anstrengungen, die sein Land unternehme, um die Ziele des Abkommens zu erreichen. Er sagte, sein Land werde seine Emissionsreduktionsziele mit "energischen Politiken und Maßnahmen" anheben und fügte hinzu: "Wir streben an, dass die CO2- [Kohlendioxid-] Emissionen vor 2030 ihren Höhepunkt erreichen und vor 2060 kohlenstoffneutral sind".

Das Erreichen der Klimaneutralität bedeutet, dass ein Unternehmen oder Land kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre abgibt. Es kann auch erreicht werden, indem eine CO2-Menge verrechnet wird (CO2-Handel), die der emittierten Menge entspricht, was für China ein wahrscheinlicheres Szenario sein könnte.

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