Kursziel 40 USD: Kanadische Großbank will Silber erneut shorten!

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Nach einem Kursanstieg von fast 150 % im Jahr 2025 wettet die kanadische Bank TD Securities erneut auf eine deutliche Korrektur beim Silberpreis – mit einem Kursziel von nur 40 US-Dollar je Unze!

TD Securities geht beim Silberpreis erneut short

Silber hat die Marke von 80 US-Dollar je Unze zuletzt nicht halten können – und genau an diesem Punkt sieht TD Securities erneut eine Einstiegschance auf der Short-Seite. In einem aktuellen Rohstoffbericht haben die Experten der Bank, bekanntgegeben, dass TD Securities eine Short-Position in März-Silber-Futures bei 78 US-Dollar pro Unze eröffnet hat.

Das Kursziel liegt bei 40 US-Dollar, also in etwa einer Halbierung des aktuellen Preisniveaus! Gleichzeitig wurde ein Stop-Loss bei 92 US-Dollar je Unze gesetzt. Die Bank spielt damit ein Szenario, in dem die Rallye im Silbermarkt ihren Zyklus-Höhepunkt erreicht hat und eine Phase der Bereinigung bevorsteht.

Zum Zeitpunkt des Berichts wurden März-Silber-Futures um 77,94 US-Dollar je Unze gehandelt – ein Rückgang von knapp 4 % am Tag. Zuvor hatte Silber im vergangenen Jahr in der Spitze rund 84 US-Dollar je Unze erreicht und damit ein neues Allzeithoch markiert. Insgesamt legte der Silberpreis 2025 um fast 150 % zu und gehörte zu den stärksten Rohstoffen überhaupt.

Rebalancing und Fundamentaldaten: Warum TD Securities beim Silber skeptisch ist

Die neue Short-Wette von TD Securities auf Silber ist eng mit der anstehenden jährlichen Index-Neugewichtung verknüpft. Die Bank erwartet, dass in den kommenden zwei Wochen rund 13 % des gesamten Open Interest an der COMEX über die Index-Rebalancings verkauft werden. Ein solcher Verkaufsdruck aus passiven Produkten könnte aus Sicht der Bank eine „dramatische Neubewertung nach unten“ auslösen.

Gleichzeitig sieht TD Securities eine Verschiebung der Angebots- und Nachfragesituation im Silbermarkt. Die Rekordrallye auf bis zu 84 US-Dollar je Unze sei zu einem guten Teil durch Störungen in der physischen Lieferkette, kräftige Industrienachfrage und die Angst vor weiteren Engpässen getrieben worden. Robust steigende Nachfrage in Bereichen wie Solarindustrie, Elektronik und Automobilsektor hatte in den vergangenen Jahren wiederholt zu physischen Angebotsdefiziten geführt und die Lagerbestände spürbar reduziert.

TD Securities argumentiert nun, dass die hohen Preise selbst beginnen, den Markt zu „heilen“: Nachfrage wird in einzelnen Segmenten zurückgedrängt (Demand Destruction), während höhere Preise Recycling anregen und die Bereitschaft erhöhen, vorhandene Bestände wieder in den Markt zu geben. Aus Sicht von TD Securities sind dies klassische Signale eines reifen Zyklus im Silber – mit zunehmender Wahrscheinlichkeit einer Korrekturphase.

Silber, Tarife und die USA: Ein möglicher Katalysator für den Preisrückgang

Ein weiterer zentraler Faktor für die Einschätzung von TD Securities ist die politische Komponente rund um die Einstufung von Silber als „kritisches Metall“ in den USA und die Diskussion über mögliche Importzölle. Die bloße Aussicht auf US-Zölle hatte 2025 dazu geführt, dass große Mengen physischen Silbers in die USA geflossen sind und dort verblieben, was außerhalb der USA zu einer zusätzlichen Verknappung beitrug.

Die Bank rechnet allerdings damit, dass Silberimporte am Ende nicht mit Zöllen belegt werden. Wenn diese Einschätzung bestätigt wird, könnte ein Teil des in den USA „geparkten“ Metalls wieder in den globalen Markt zurückfließen – etwa über Exporte, Umschichtungen aus privaten Tresoren oder verstärktes Angebot von Schrottmaterial. TD Securities erwartet, dass dadurch die Londoner Lagerbestände wieder aufgefüllt werden und der Druck auf physische Prämien nachlässt.

Die Bank fasst diese Sichtweise zusammen: Das primäre Angebotsdefizit im Silbermarkt schrumpfe, die Zeitspanne bis zu einer hypothetischen Lagererschöpfung verlängere sich, und die Marktdaten trügen „die Merkmale eines Zyklus-Hochs“. Viele Analysten teilen zumindest den Punkt, dass echte Zölle auf Silber den US-Industriesektor – etwa Elektronik, Solar und Feinmechanik – massiv belasten würden, da die heimische Silberförderung die lokale Nachfrage bei weitem nicht decken kann. Entsprechend halten zahlreiche Marktbeobachter eine tarifliche Belastung von Silber für unwahrscheinlich.

Zweiter Versuch: TD Securities und die Risiken einer Silber-Short-Wette

Bemerkenswert ist, dass TD Securities mit der neuen Short-Positionierung bei Silber einen zweiten Anlauf nimmt. Bereits im Oktober 2025 war die Bank mit einer Short-Wette eingestiegen, als der Silberpreis gerade die Marke von 50 US-Dollar je Unze überschritt. Diese Position musste jedoch mit einem Verlust von rund 2,4 Mio. US-Dollar wieder geschlossen werden, nachdem sich der Markt weiter nach oben bewegte und in den Short Squeeze hinein neue Höchststände erreichte.

Die aktuelle Einschätzung von TD Securities zeigt damit auch, wie außergewöhnlich dynamisch der Silbermarkt in der aktuellen Phase ist. Trotz struktureller Angebotsdefizite der vergangenen Jahre sehen einzelne Häuser – wie TD Securities – nun kurzfristig eine Überdehnung und setzen auf eine Normalisierung des Preisniveaus.

Gleichzeitig bleibt Silber ein ausgesprochen volatiler Rohstoff, dessen Kursverlauf häufig stärker und schneller reagiert als der von Gold. Sollte sich die Erwartung einer Entspannung in der physischen Versorgung als falsch erweisen oder neue geopolitische und finanzielle Schocks auftreten, kann der Markt auch weiterhin heftige Ausschläge nach oben zeigen – mit entsprechenden Risiken für Short-Positionen.

Ob sich die aktuelle Short-Strategie von TD Securities beim Silberpreis durchsetzt oder erneut vom Markt „überrollt“ wird, dürfte damit zu einem weiteren Lackmustest für die Stabilität der jüngsten Rekordrallye beim Silber werden.

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