Arafura Rare Earths (WKN 787896) hat einen weiteren wichtigen Schritt zur Finanzierung seines Seltene-Erden-Projekts Nolans in Australien gemacht. Das an der ASX notierte Unternehmen hat verbindliche Zeichnungsvereinbarungen mit der deutschen staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der australischen Exportkreditagentur Export Finance Australia (EFA) unterzeichnet. Zusammen soll Arafura Rare Earths dadurch Eigenkapitalzusagen in Höhe von 230 Mio. A$ erhalten.
Die neuen Mittel setzen sich aus 84 Mio. A$ von der KfW im Namen des German Raw Materials Fund und 146 Mio. A$ von Export Finance Australia zusammen. Für Arafura Rare Earths ist das ein zentraler Baustein in der Finanzierung des Nolans-Projekts, das als integrierter Seltene-Erden-Betrieb mit Verarbeitung vom Erz bis zum Oxid geplant ist. Mit den nun vereinbarten Transaktionen rückt das Unternehmen seinem Ziel näher, die Eigenkapitalbasis für die Projektentwicklung abzuschließen.
Bereits zuvor hatte Arafura Rare Earths eine verbindliche Zusage über Wandelanleihen im Umfang von 200 Mio. A$ von der National Reconstruction Fund Corporation erhalten. Hinzu kommt eine Kapitalaufnahme über 481 Mio. A$, die Ende vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. Zusammengenommen hat das Unternehmen damit einen großen Teil der Eigenkapitalfinanzierung für Nolans abgesichert und das Finanzierungsrisiko für das Projekt deutlich reduziert.
Arafura Rare Earths stärkt die Finanzierung von Nolans
Für Arafura Rare Earths ist die neue Kapitalzusage auch deshalb bedeutsam, weil sie der bereits kommunizierten Finanzierungsstrategie entspricht. Diese setzt auf Ankerinvestitionen durch staatlich unterstützte Fonds für kritische Rohstoffe, durch Kunden sowie durch weitere strategische Investoren. Mit der KfW und Export Finance Australia kommen nun zwei staatlich gestützte Institutionen hinzu, die die strategische Bedeutung des Projekts unterstreichen.
Das Nolans-Projekt ist auf eine lange Laufzeit und eine vollständig integrierte Verarbeitung ausgelegt. Die Lagerstätte soll jährlich 4.440 Tonnen Neodym– und Praseodymoxid produzieren. Das entspräche laut den vorliegenden Angaben rund 4% der weltweiten Nachfrage. Geplant ist zudem eine Minenlaufzeit von 38 Jahren. Hinzu kommt eine vollständig integrierte Anlage direkt am Standort, die den Rohstoff vom Erz bis zum Oxid verarbeiten soll.
Gerade diese Kombination aus langfristiger Produktion, einem integrierten Verarbeitungskonzept und der Ausrichtung auf NdPr-Oxide macht Nolans zu einem Projekt mit strategischer Relevanz für Lieferketten außerhalb der bislang dominierenden Anbieter. Für Arafura Rare Earths bedeutet das nicht nur eine stärkere Position in der Projektfinanzierung, sondern auch eine breitere institutionelle Unterstützung durch öffentliche Einrichtungen.
Nolans soll globale Lieferketten für Seltene Erden diversifizieren
Die Beteiligung der KfW ist eng mit den Interessen der deutschen Industriepolitik verknüpft. Aus deutscher Sicht passt das Nolans-Projekt zu dem Ziel, die Versorgung mit Seltenen Erden für die Herstellung von Permanentmagneten abzusichern. Diese sollen unter anderem in Offshore-Windturbinen eingesetzt werden, die am Siemens-Gamesa-Renewable-Energy-Standort in Cuxhaven montiert werden.
Damit erhält Arafura Rare Earths nicht nur Kapital, sondern zugleich ein Signal, dass Nolans in internationale Überlegungen zur Diversifizierung von Rohstofflieferketten eingebunden ist. Seltene Erden wie Neodym und Praseodym spielen eine zentrale Rolle bei Permanentmagneten, die in verschiedenen Hochtechnologie- und Energieanwendungen benötigt werden. Für das Nolans-Projekt erhöht das die strategische Sichtbarkeit.
Mit Abschluss der Zeichnung erhält die KfW zudem das Recht, ein Mitglied für den Vorstand beziehungsweise das Board von Arafura Rare Earths zu nominieren. Auch das zeigt, dass die Beteiligung über eine rein finanzielle Unterstützung hinausgeht und mit einer engeren institutionellen Anbindung verbunden ist.
Export Finance Australia wiederum beteiligt sich im Rahmen der 5 Mrd. A$ schweren Critical Minerals Facility der australischen Regierung. Nach Einschätzung der EFA kann das Nolans-Projekt dazu beitragen, den australischen Sektor für kritische Mineralien weiterzuentwickeln. Für Arafura Rare Earths bedeutet das zusätzliche politische Rückendeckung aus dem Heimatmarkt, während das Projekt zugleich internationale industrielle Anforderungen adressiert.
Staatliche Partner geben Arafura Rare Earths zusätzlichen Rückenhalt
Aus Sicht von Arafura Rare Earths festigen die neuen Vereinbarungen die Unterstützung, die Nolans bereits von staatlichen Stellen erhalten hat. Das Unternehmen sieht sich dadurch in einer deutlich besseren Position, um das Eigenkapitalpaket für das Projekt abzuschließen. Der Fokus liegt dabei auf dem Ziel, in Australien den ersten vollständig integrierten Seltene-Erden-Betrieb vom Erz bis zum Oxid umzusetzen.
Noch ist die Transaktion allerdings nicht vollständig abgeschlossen. Die Zeichnungsvereinbarungen unterliegen weiterhin bestimmten regulatorischen Verfahren sowie der Zustimmung der Aktionäre von Arafura Rare Earths. Über diese Zustimmung soll zu einem späteren Zeitpunkt auf einer Haupt- beziehungsweise Sonderversammlung entschieden werden.
Trotz dieser noch ausstehenden Schritte ist die Richtung klar: Arafura Rare Earths hat mit den verbindlichen Vereinbarungen über 230 Mio. A$ zwei weitere zentrale Bausteine für die Finanzierung von Nolans gesichert. Zusammen mit den bereits bekannten 200 Mio. A$ an Wandelanleihen und der 481 Mio. A$ schweren Kapitalaufnahme aus dem vergangenen Jahr verfügt das Unternehmen nun über eine wesentlich breiter abgestützte Finanzierungsstruktur.