Hammer-News nach Börsenschluss: EcoGrafs Graphitprojekt Epanko bereit für Erweiterung auf 390.000 Tonnen pro Jahr

EcoGraf Bohrstelle auf dem Graphit-Projekt Epanko

EcoGraf (ASX: EGR; Deutschland: FMK) konkretisiert seine Wachstumspläne für das Epanko-Graphitprojekt in Tansania! Eine neue Expansionsstudie skizziert, wie nach Handelsende in Australien veröffentlicht, einen stufenweisen Ausbau der Produktion auf bis zu 390.000 Tonnen (!) Konzentrat pro Jahr, um die geplanten EcoGraf HFfree®-Purifizierungsanlagen (frei von hochgiftiger Flusssäure) in Europa, Nordamerika und Asien mit Rohstoff zu versorgen.

Das Unternehmen betont dabei den integrierten Ansatz: Feines Graphitkonzentrat aus Epanko soll zunächst in Tansania zu Batterieanoden-Vorprodukt geformt und anschließend in HFfree®-Standorten zu hochreinem Batterie- Anoden-Material (BAM) verarbeitet werden. Für die Finanzierung der ersten Phase über 73.000 tpa soll die KfW IPEX-Bank bis zu 105 Mio. US-Dollar an Senior Debt unter dem deutschen UFK-Programm arrangieren; ein unabhängiger Ingenieurbericht steht als Meilenstein in diesem Prozess an.

EcoGraf: Produktionserweiterung von 73.000 auf 390.000 Tonnen Konzentrat geplant

Die Expansionsstudie von EcoGraf untersucht drei Ausbauphasen auf Basis der bestehenden Mineralressource und gemeinsamer Infrastruktur. Ausgehend von Phase 1 mit 73.000 tpa sind weitere Stufen zu 130.000 tpa (Phase 2) sowie zwei zusätzliche Anlagen mit jeweils 130.000 tpa (Phasen 3 und 4) vorgesehen. Damit ergäbe sich ein stufenweiser Ramp-up auf insgesamt 390.000 tpa innerhalb von rund zehn Jahren. Die Erweiterungen liegen innerhalb der bestehenden Special Mining Licence, das kontinuierliche Erzkörpermodell des Epanko-Vorkommens dient als geologische Grundlage.

Phase 2 ist dabei als Duplikation der ersten Anlage am aktuellen Standort konzipiert – mit Vorteilen bei Ersatzteilen, Schulungen und Betriebsabläufen. Phase 3 soll am südlichen Ende der westlichen Erzkörpers entstehen; Phase 4 dupliziert dann diese Kapazität. In den ersten Jahren einer jeden Stufe ist eine Oxid-Erzverarbeitung mit höherem Durchsatz vorgesehen, später folgt eine Mixtur aus Oxid- und Frischmaterial.

Die Phase-1- und Phase-2-Anlagen sind jeweils für 850.000 tpa Oxid-Erz ausgelegt und umfassen Brechen/Siebung, Mahlung, Flotation, Filtration, Handling, Reagenzien, Abraummanagement sowie Strom- und Wasserversorgung. Konzentrat aus Phasen 3 und 4 wird per Pipeline zur Phase-1-Sektion geleitet, wo Trocknung und Verladung zentral gebündelt werden. Untersuchungen zufolge bietet das Tal ausreichend Kapazität für den Abraum – ein Vielfaches des für das Projekt benötigten Volumens.

Downstream-Strategie: EcoGraf HFfree® in USA und Europa

Kern der Strategie von EcoGraf ist der Aufbau kommerzieller HFfree®-Purifizierungsanlagen in wichtigen Batterieclustern. Für eine erste Anlage in den USA mit 25.000 tpa Batterie-Anoden-Material nennt das Unternehmen folgende Eckdaten: Investitionskosten (inkl. Reserve) von 95 Mio. US-Dollar, ein Vorsteuer-NPV10 von 282 Mio. US-Dollar, eine IRR von 42 % sowie ein jährliches EBITDA von 42 Mio. US-Dollar bei Prozesskosten von 478 US-Dollar pro Tonne. Eine vergleichbare Purifizierungsanlage ist für Europa geplant – mit Schwerpunkt Deutschland. Vorläufige Planungen deuten auf niedrigere Investitionskosten und leicht höhere Betriebskosten gegenüber den USA hin, sodass sich in Summe ähnliche Kennzahlen ergeben.

Parallel berichtet EcoGraf von Gesprächen über Fördermittel in der EU und den USA. Positives Feedback liege zu einer White-Paper-Einreichung beim US-Verteidigungsministerium über eine potenzielle Förderung von 76,3 Mio. US-Dollar vor. Die Lieferkette soll mehrere Hubs umfassen: Formgebung des feinen Konzentrats in einer Midstream-Anlage in Tansania, anschließende HFfree®-Reinigung in den Zielmärkten und Belieferung von Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien (EV und stationäre Speicher). Damit positioniert sich EcoGraf als Anbieter einer fluorwasserstofffreien Aufbereitungslösung abseits traditioneller, größtenteils China-zentrierter Wertschöpfung.

Rohstoffbasis: Epanko-Qualität und Ressource stützen EcoGraf

Die Ressourcengrundlage des Epanko-Projekts umfasst laut Ressourcenschätzung insgesamt 290,8 Mio. Tonnen mit 7,2 % TGC (Total Graphitic Carbon), davon 88,0 Mio. Tonnen in den Kategorien „gemessen“ und „angezeigt“ mit 7,6 % TGC (6,71 Mio. Tonnen enthaltenes Graphit). Das durch die Studie adressierte Anfangsjahrzehnt des Ramp-ups soll vollständig aus Tonnagen der Kategorien gemessen und angezeigt gespeist werden; darüber hinaus sieht EcoGraf Konversions- und Erweiterungspotenzial, unter anderem entlang noch ungetesteter südlicher Streckenabschnitte der Western Zone. Schlitzprobenarbeiten lieferten dort hohe Gehalte (u. a. 23 m mit 20,79 % TGC und 33 m mit 19,69 % TGC), was auf lokal erhöhte Metamorphose und entsprechend kristallines, Material mit geringen Verunreinigungen hindeutet.

Blick über den Gipfel des Mount Grafit mit hochgradigen Schürfgräben (Blickrichtung Süden); Bild: EcoGraf
Blick über den Gipfel des Mount Grafit mit hochgradigen Schürfgräben (Blickrichtung Süden); Bild: EcoGraf

Prozessseitig verweist EcoGraf auf eine hohe Konzentratqualität von 96–98 % C und eine ausgewiesene Prozessausbeute von 94,7 %. Der niedrige Stripping-Faktor (0,3:1) und ein Flake-Anteil >150 μm von 63 % werden als weitere Merkmale genannt. Aus Sicht des Unternehmens reduziert eine höhere Ausgangsqualität die Aufwendungen in der nachgelagerten Reinigung – ein Vorteil für die HFfree®-Prozesse zur Herstellung von Battery Anode Material. In einem technischen Vergleich hebt EcoGraf Unterschiede zu gängigen Feedstocks hervor, etwa geringere Silika-Gehalte und höhere Kristallinität, was die Ausbeuten in der Purifizierung beeinflussen kann.

Logistik, Marktumfeld und Einordnung

Für Phase 1 ist der Transport des verpackten Konzentrats per Lkw über etwa 70 km nach Ifakara und weiter zum Hafen Dar es Salaam vorgesehen; ab Phase 2 soll der Abschnitt Ifakara–Hafen per Bahn erfolgen. Die geplante Produktionsentwicklung von EcoGraf steht im Kontext eines erwarteten Anstiegs der Graphitnachfrage ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts – getrieben durch den Einsatz in Anoden von Lithium-Ionen-Batterien, einen höheren Anteil natürlichen Graphits in Mischungen sowie Fragen der Versorgungssicherheit. Exportkontrollen, Zölle und geopolitische Faktoren haben die Diskussion um alternative Lieferketten zusätzlich verstärkt.

Mit der Epanko-Expansion und den HFfree®-Downstream-Plänen adressiert EcoGraf die Nachfrage nach hochreinem Graphit außerhalb etablierter chinesischer Strukturen. Ob das Modell in der skizzierten Geschwindigkeit realisiert wird, hängt von Genehmigungen, Finanzierung, Anlagenbau und Marktentwicklung ab. Die jetzt vorgelegten Kennzahlen und der stufenweise Ausbaupfad geben jedoch einen strukturierten Überblick über die nächsten Schritte – von 73.000 tpa in Phase 1 bis zu einer möglichen Gesamtleistung von 390.000 tpa, abgestimmt auf die Kapazitäten der geplanten HFfree®-Hubs in den USA, Deutschland/Europa und Asien.

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