Ricardo Evangelista – Senior Analyst, ActivTrades
Der Goldpreis ist am Dienstagmorgen gefallen und bewegt sich derzeit knapp über der Marke von 4.200 US-Dollar. An den Finanzmärkten ist die Risikobereitschaft wieder gestiegen, was sich in Kursgewinnen bei Aktienindex-Futures widerspiegelt. Diese Entwicklung wirkt sich negativ auf das Edelmetall aus, das in Zeiten der Risikoaversion in der Regel besser abschneidet.
Zusätzlichen Druck üben die steigenden Hoffnungen auf eine Lösung des Krieges in der Ukraine aus, die den Zufluss von Kapital in den sicheren Hafen Gold verringert haben. Der Abwärtsdruck bleibt jedoch aufgrund der zunehmend zurückhaltenden Erwartungen an die US-Notenbank begrenzt. Hochrangige FOMC-Vertreter haben kürzlich öffentliche Erklärungen abgegeben, die die Tür für Zinssenkungen im Dezember und darüber hinaus offen lassen, was aufgrund der umgekehrten Preiskorrelation zwischen den beiden Vermögenswerten zur Schwäche des US-Dollars beiträgt und die Goldpreise stützt.
Vor diesem Hintergrund werden Händler die Veröffentlichung wichtiger PCE-Daten im Laufe der Woche genau beobachten. Als bevorzugter Inflationsindikator der Fed könnte dieser dazu beitragen, die Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen zu festigen und die kurz- bis mittelfristigen Aussichten für die Goldpreise zu prägen.