Stand: 27.03.2026 von Florian Grummes
Seit fast vier Wochen hält der Krieg gegen den Iran die Welt in Atem – ein Konflikt, der nicht nur geopolitisch, sondern auch wirtschaftlich tiefe Spuren hinterlässt. Die Volatilität sowie die Unsicherheit an den globalen Märkten nehmen täglich zu. Die hochkorrupte US-Administration schwankt angesichts der überraschenden Widerstandskraft des Irans zwischen wilden Drohgebärden, militärischer Mobilmachung, absurden Behauptungen, peinlicher Planlosigkeit und dem typischen Einknicken Trumps.
Palast-Circus – Der Krieg und seine globalen Folgen
Das türkische Sprichwort „Wenn ein Clown in einen Palast einzieht, wird er nicht zum König – der Palast wird zum Zirkus“ bringt es auf den Punkt. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels hat die gesamte Welt in ein beispielloses Chaos gestürzt: Die Ölpreise sind explodiert, was bereits jetzt zu einem teilweisen Erliegen der globalen Wirtschaft geführt hat. Gleichzeitig sind die Lieferketten für Lebensmittel, Düngemittel, Medikamente und Technologie massiv gefährdet. Gleichzeitig drohen gewaltige Flüchtlingswellen aus dem Nahen Osten, die ganze Regionen destabilisieren könnten.
Umweltzerstörung und Klima-Ironie
Ausgerechnet in einer Zeit, in der sich Deutschland seit Jahren dem angeblichen Klimawandel zuliebe wirtschaftlich und energieversorgungstechnisch selbst kastriert hat, wird die Umwelt im Mittleren Osten durch zerbombte Raffinerien, Raketen, versunkene Öltanker und chemische Kontamination schwer vergiftet – mit langfristigen, vermutlich irreversiblen Schäden für Klima und Biodiversität. Und über allem schwebt die reale Gefahr eines nuklearen Armageddons, solange die Kriegstreiber in Washington und Jerusalem als auch in Teheran weiterhin das Sagen haben.
Fonds stoppen Auszahlungen – Es droht neue Finanzkrise

Während der Iran-Krieg die Welt bereits in ein wirtschaftliches und geopolitisches Chaos gestürzt hat, droht weiteres Ungemach aus den USA. Seit 2008 haben zahlreiche große Investmentfonds Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben, die von Banken keine Finanzierung mehr erhielten. Unternehmen wie Blue Owl Capital, KKR, Morgan Stanley, BlackRock, Apollo Global Management und Ares Management füllten damit die Lücke, die nach der Finanzkrise durch strengere Bankenregulierungen entstanden war. Heute verwalten Private-Credit-Fonds Kredite im Volumen von rund 1,8 Bio. US-Dollar – vor allem an mittelgroße Unternehmen ohne Zugang zu den öffentlichen Kapitalmärkten.
Die anhaltenden Spannungen auf den Kredit- und Immobilienmärkten weisen zunehmend Parallelen zur Finanzkrise von 2008 auf. Während damals hypothekenbesicherte Wertpapiere implodierten, geraten heute illiquide Private-Credit- und Immobilienfonds ins Wanken.
Exemplarisch: Der UBS Euroinvest Immobilienfonds (469 Mio. USD) hat Anteilsrücknahmen wegen akuter Liquiditätsnot ausgesetzt – bereits der dritte offene Fonds 2026. Anlegern drohen Auszahlungsfristen bis zu drei Jahren.
Der Präzedenzfall ist alarmierend: Im Juni 2007 stoppte Bear Stearns zwei Hedgefonds mit exakt demselben Vorwand. 15 Monate später kollabierte Lehman Brothers und löste die globale Krise aus. Die UBS hat ihr Portfolio nun geprüft. Überbewertete Bürogebäude mit Rekord-Leerstand lassen sich nicht liquidieren, ohne massive Abschreibungen hinnehmen zu müssen.Die Illusion hoher Immobilienwerte zerplatzt – genau wie 2008.
Das verdeutlicht, wie eng die Liquidität an den Märkten geworden ist. Anleger, die einst in offene Fonds geflüchtet waren, weil sie Sicherheit und regelmäßige Rückgabemöglichkeiten versprachen, sitzen nun auf eingefrorenem Kapital. Sinkende Mieteinnahmen, fallende Bewertungen von Büroimmobilien und steigende Finanzierungskosten verschärfen den Druck – ähnlich wie 2008, als Vermögenswerte plötzlich illiquide wurden und Bewertungen sich als Illusion erwiesen.
Parallel dazu spitzt sich im globalen Finanzsystem eine breitere Kreditkrise zu, die durch geopolitische Unsicherheit, steigende Anleiherenditen und strukturelle Probleme im sogenannten „Schattenbankensystem“ getrieben wird.
Private-Credit-Fonds, die nach der Finanzkrise von 2008 die riskanteren Finanzierungen der Banken übernommen haben, geraten nun selbst unter Druck: Steigende Ausfallrisiken, wachsende Rückgabewünsche und Zweifel an den Bewertungen ihrer illiquiden Kredite wecken Erinnerungen an den Sommer 2007. Wenn Fonds wie Ares, Apollo oder Blue Owl Kapitalrücknahmen begrenzen oder ganz stoppen, kann dies einen Dominoeffekt aus Vertrauensverlust und Liquiditätsengpässen auslösen – die klassische Dynamik einer Kreditkrise. Der Unterschied zu 2008 ist jedoch, dass die Risiken diesmal nicht in den Bankbilanzen, sondern in den Fondsportfolios der Anleger liegen.
Wenn der Dollar taumelt, wird Gold glänzen
Es droht also eine neue weltweite Finanzkrise, bei der der US-Dollar langfristig zum großen Verlierer werden dürfte. Als bevorzugtes Liquiditäts- und Reservemedium in unsicheren Zeiten erlebt er derzeit zwar nochmals einen vermutlich kurzen Aufschwung, doch die gewaltigen Konsequenzen des Konflikts – von zerstörter Öl-Infrastruktur über explodierende Staatsausgaben bis hin zu globaler Instabilität – beschleunigen seinen unaufhaltsamen Vertrauensverlust und sollten letztlich zu seinem Untergang als Weltleitwährung führen.
Die US-Staatsverschuldung hat bereits den Punkt überschritten, an dem die Zinszahlungen das Verteidigungsbudget übersteigen. Jede Großmacht der letzten 500 Jahre, die diesen Punkt erreicht hat, befand sich unwiderruflich im Niedergang.Gold hingegen wird massiv als echter sicherer Hafen und reales Geld profitieren, das in einer solchen apokalyptischen Lage unersetzlich werden wird.
Volatile Korrektur am Goldmarkt
Unmittelbar nach dem ersten amerikanischen Angriff schoss der Goldpreis am Montag, den 2. März noch kurzzeitig auf 5.419 US-Dollar, bevor sich in den letzten dreieinhalb Wochen dann jedoch wie befürchtet eine brutale Korrektur ihren Weg bahnte. Dabei erlebten sowohl die Edelmetalle als auch die Aktienmärkte einen massiven Einbruch.
Am Montagmorgen erreichte der Goldpreis schließlich bei 4.099 US-Dollar seinen Tiefpunkt – ein Minus von 24,27 Prozent.
Noch stärker traf es Silber: Ausgehend von 96,42 US-Dollar brach der Kurs seit Anfang März um 36,73 Prozent ein und fand erst bei 61 US-Dollar einen Boden.
Zum Wochenschluss zeigen sich beide Edelmetalle jedoch deutlich erholt von diesen Tiefstständen. Damit spiegeln die Edelmetallpreise derzeit sowohl die Angst als auch die Hoffnung vieler wider: Angst vor einer weiteren Eskalation und Hoffnung auf Stabilität in stürmischen Zeiten.
Gold – Heftige ABC-Korrektur bringt Wiedersehen mit der 200-Tagelinie

Seit dem neuen Allzeithoch von 5.594 US-Dollar am 29. Januar durchläuft der Goldpreis eine hochvolatile Korrekturphase, die sich in den letzten dreieinhalb Wochen deutlich zugespitzt hat. Vom Höchststand bis zum Tief bei 4.099 US-Dollar entspricht dies einem Rückgang von insgesamt 26,8 Prozent.
Entscheidend ist jedoch: Nach zwei Jahren spektakulärer Rallye war Gold auf Wochen- und Monatsbasis stark überkauft und stolperte nach dem initialen Abverkauf Ende Januar bereits leicht angeschlagen in das neue geopolitische Kriegsumfeld – was die exorbitanten Kursrücksetzer bei Gold und Silber erklärt.
In diesem panischen Marktumfeld fiel der Goldpreis am vergangenen Montag schließlich nahe an seine schnell steigende 200-Tage-Linie (aktuell 4.112 US-Dollar) zurück, ehe eine fulminante Erholung einsetzte und die Goldnotierungen wieder bis auf 4.602 US-Dollar nach oben katapultierte. Genau am 38,2 %-Fibonacci-Retracement bei 4.602 US-Dollar endete dieser Aufschwung jedoch recht abrupt, gefolgt von einem raschen Rückfall von rund 250 US-Dollar.
Solange der klare Ausbruch über das 38,2 %-Retracement um 4.600 US-Dollar ausbleibt, ist der übergeordnete Abwärtstrend ohne Zweifel intakt. Typischerweise deutet eine Erholung, die lediglich bis zum 38,2 %-Retracement reicht, trotz kurzfristig stark überverkaufter Indikatoren auf eine strukturelle Schwäche des Marktes hin.Das Risiko neuer Tiefs unterhalb von 4.100 US-Dollar bleibt also bestehen.
Ebenfalls reicht uns der schnelle und nur sehr oberflächliche Test der 200-Tagelinie nicht aus. Ein zweites Standbein auf dieser vielbeachteten Durchschnittslinie sollte für die kommenden Wochen mindestens mit eingeplant werden.
Dennoch stehen die Chancen für eine größere Erholung oder zumindest für einen weiteren Angriff auf die aktuell entscheidende Widerstandszone bei 4.600 US-Dollar recht gut, denn die Tages-Stochastik hat gedreht und generiert ein neues Kaufsignal.
In diesem schwankungsintensiven Umfeld, das von geopolitischen Turbulenzen und Trumps anhaltenden Inszenierungen geprägt ist, ist jederzeit alles möglich. Daher bleiben wir angesichts der zunehmenden globalen Instabilität vorsichtig positioniert. Mit einer deutlich erhöhten Liquiditätsquote warten wir geduldig auf die sich im Jahresverlauf bietenden Chancen.
Wir sehen erneute, deutliche Rücksetzer in Richtung von 4.300, 4.100 und insbesondere unter 4.000 US-Dollar als attraktive Einstiegschancen für Gold. Unser „Worst-Case“-Szenario für die Goldpreis-Korrektur sieht eine Zielzone zwischen 3.400 und 3.600 US-Dollar vor.
Fazit: Gold – Vom Iran-Krieg zur globalen Finanzkatastrophe
Seit vier Wochen setzen der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran sowie dessen Gegenangriffe die Welt unter Dauerstress: Die blockierte Straße von Hormus stranguliert den globalen Schiffsverkehr, lässt die Ölpreise explodieren und lähmt auf der ganzen Welt essentielle Lieferketten. während zerbombte Raffinerien die Umwelt irreversibel vergiften. Gleichzeitig wankt die Trump-Administration planlos zwischen Drohgebärden und Rückziehern, während Private-Credit-Fonds mit 1,8 Bio. US-Dollar Volumen unter Liquiditätsnot leiden und Parallelen zur 2008er-Krise zeichnen.
Droht der ultimative Finanzcrash? Der US-Dollar verliert seinen Status als Weltreservewährung immer schneller. Er ist durch Zinslasten jenseits des Verteidigungsbudgets belastet. Jede Großmacht der letzten 500 Jahre scheiterte an diesem Punkt.
Demgegenüber etabliert sich Gold als unersetzlicher sicherer Hafen inmitten des Chaos, doch der Übergang könnte zunächst noch chaotischer ausfallen.Edelmetall-Investoren müssen in den kommenden Wochen und Monaten dicke Haut zeigen, da die Korrektur bei den Gold- und Silberpreisen noch nicht abgeschlossen scheint.
Unabhängig vom kurzfristigen Preis-Geschehen und einer möglichen Erholung bzw. Gegenbewegung, befürchten wir, dass der Goldpreis erst frühestens eine Etage tiefer seinen finalen Trendwendepunkt finden wird.