Der Goldpreis setzt seine Rekordfahrt erst einmal fort, während die nächste Sitzung der US-Notenbank immer näher rückt. Die Erwartung, dass die Fed schlussendlich beginnen wird den Leitzins in den USA zu senken, führt das gelbe Metall auf mittlerweile mehr als 3.685 USD pro Unze und damit ein weiteres Rekordhoch.
Damit hat das gelbe Metall 2025 einen Anstieg von mehr als 40% hingelegt. Zu den Faktoren, die diese Entwicklung ausgelöst haben, gehören zum einen die starken, anhaltenden Käufe der Notenbanken weltweit und zum anderen die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten, die Gold als Sicheren Hafen immer attraktiver erscheinen lassen. Der Goldpreis konsolidierte nach seinem Anstieg auf die Marke von 3.500 USD zunächst eine ganze Weile, doch wie von verschiedenen Analysten prognostiziert scheint sich jetzt ein Ausbruch anzubahnen.

Gold profitiert aktuell vor allem von Zinssenkungserwartungen
Der jüngste Anstieg ist dabei vor allem darauf zurückzuführen, dass am Markt von einer Zinssenkung der Federal Reserve um mindestens 25 Basispunkte ausgegangen wird – vor allem, nachdem die zuletzt veröffentlichten Daten vom US-Arbeitsmarkt schwach ausfielen. Diese Erwartungen haben auch die Renditen der US-Anleihen auf das niedrigste Niveau seit Monaten fallen lassen. Das wiederum schwächt den US-Dollar und erhöht die Attraktivität von Gold als Möglichkeit zur Vermögenssicherung.
Darüber hinaus wird darauf spekuliert, dass die US-Zentralbank noch vor Ende des Jahres einen weiteren Zinsschritt um weitere 25 Basispunkte vornehmen könnte. Was viele Beobachter als Auslöser für einen möglichen Anstieg des Edelmetalls auf 3.700 USD pro Unze betrachten. Allerdings stellen sich viele Experten auch die Frage, da im Goldpreis ein erster Zinsschritt schon größtenteils eingepreist sei, ob Gold seine Gewinne auch halten können wird, sollte die Fed keine Andeutung in Richtung einer weiteren Zinssenkung noch dieses Jahr machen.
Einig sind sich viele Analysten aber, dass in diesem Fall ein Rücksetzer im Goldpreis vermutlich nur vorrübergehend wäre.
Das am heutigen Dienstag beginnende Treffen des Offenmarktausschusses der Fed steht zudem unter besonderer Beobachtung, da die unabhängige Institution in den letzten Wochen und Monaten unter starkem Druck steht. US-Präsident Donald Trump setzt alle Hebel in Bewegung, um größeren Einfluss auf die Entscheidungen der Notenbanker zu erhalten. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen und die Fed gar ihre Unabhängigkeit verlieren, könnte das einen weiteren Preisschub bei Gold bedeuten, glauben viele Experten. Bei der US-amerikanischen Großbank Goldman Sachs, geht man in diesem Fall sogar von einem Goldpreisanstieg auf 5.000 USD je Unze aus.