Nachdem er zuvor in Richtung seines Allzeithochs von knapp über 3.500 USD je Unze gestiegen war, gibt der Goldpreis diese Woche wieder deutlich nach und ist in den letzten fünf Tagen damit nur marginal vorangekommen. Auslöser für den Rücksetzer ist nach Ansicht von Beobachtern der Abschluss einer Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan, der – zusammen mit einigen anderen solche Deals – die Angst vor einem globalen Handelskrieg reduzierte und damit die Nachfrage nach dem Sicheren Hafen Gold zurückgehen ließ.
Kurzfristig, glauben Experten, könnte das dafür sorgen, dass sich der Preis des gelben Metalls erst einmal weiter unter deutlichen Schwankungen seitwärts bewegt. Langfristig aber bleibt der Ausblick für den Goldpreis nach Ansicht vieler Beobachter positiv, da die steigenden Bedenken angesichts der zunehmenden Verschuldung der USA den Trend zur „Entdollarisierung“ verstärken könnten. Was bedeuten würde, dass die Goldbestände der Notenbanken weiter ansteigen würden.
2025 ist der Goldpreis bislang um ca. 28% gestiegen, vor allem angesichts der Verwerfungen, die die Handelspolitik von US-Präsident Trump ausgelöst haben, sodass sowohl Anleger als auch Zentralbanken bei dem Edelmetall zugriffen. So erreichte der Goldpreis das Allzeithoch bei etwas über 3.500 USD pro Unze, bevor er in eine Seitwärtsspanne überging.
Silber hält sich besser als Gold
Mittlerweile hat aber der Silberpreis die Performance des großen Bruders übertroffen und liegt seit Jahresbeginn mehr als vorn. Auch wenn es ebenfalls etwas abwärts ging, hielt doch die Marke von 39 USD pro Unze bislang.
Die bessere, relative Performance hat auch damit zu tun, dass die Nachfrage nach Silber zu einem großen Teil aus der Industrie stammt. Ist das Edelmetall also nicht oder weniger als Sicherer Hafen gefragt, könnten Prognosen über eine wachsende Nachfrage aus Bereichen wie der Solarindustrie dazu führen, dass Silber dennoch weiter steigt.
Experten halten auch einen nachhaltigen Anstieg des Silberpreises über die Marke von 40 USD pro Unze für möglich, sollte der Goldpreis wieder anziehen, sich der US-Dollar weiter abschwächen oder sich Anzeichen für ein steigendes Angebotsdefizit ergeben. In letzter Zeit war zum Beispiel berichten Zufolge Silber in London knapp, nachdem laut Bloomberg fast eine halbe Million Unzen in Warenhäuser in den USA verlegt wurden, aus Angst, US-Präsiden Trump könnte Einfuhrzölle auf das gelbe Metall verhängen.