Frankreich holt auch das letzte Gold aus New York zurück

Frankreich holt seine Gold-Reserven aus New York zurück

Frankreich hat einen weiteren Schritt bei der Neuordnung seiner Goldreserven abgeschlossen. Wie die Banque de France mitteilt, hat sie die verbliebenen Goldbestände, die noch in New York gelagert waren, vollständig ersetzt und hält diese nun in ihren Tresoren in Paris. Konkret ging es um 129 Tonnen Gold, was rund 5% der gesamten Bestände entspricht. Damit befindet sich der gesamte französische Goldschatz von etwa 2.437 Tonnen nun im unterirdischen Tresor der Notenbank in La Souterraine.

Damit endet ein jahrzehntelanges Kapitel, in dem ein kleiner Teil der Reserven weiterhin bei der Federal Reserve Bank of New York lagerte. Zudem nutzt die Banque de France den Schritt, um ältere oder nicht mehr standardisierte Barren sukzessive durch Gold zu ersetzen, das modernen internationalen Standards entspricht. Die physische Gesamtmenge der Goldreserven Frankreichs blieb dabei unverändert, doch die Zusammensetzung und der Lagerort wurden neu geordnet.

Frankreich zählt seit langem zu den großen Goldhaltern weltweit. Ein Teil dieses Goldes wurde seit den späten 1920er-Jahren in New York verwahrt. Bereits in den 1960er-Jahren begann allerdings eine Rückführung französischer Bestände. Diese Entwicklung fiel in die Zeit vor dem Ende des Bretton-Woods-Systems, als die USA den Umtausch von Dollar in Gold für ausländische Regierungen faktisch beendeten. Trotz dieser historischen Bewegung blieb bis zuletzt noch ein kleiner Anteil der französischen Goldreserven in New York zurück.

Goldreserven Frankreichs werden technisch neu aufgestellt

In den vergangenen 20 Jahren hat die Banque de France ihre Goldreserven nicht nur geografisch, sondern auch qualitativ neu geordnet. Ziel war es, ältere oder sogenannte nicht standardisierte Goldbestände durch Barren zu ersetzen, die heutigen internationalen Marktstandards entsprechen. Gerade die in New York gelagerten Bestände zählten zu diesen älteren Positionen.

Ausgelöst wurde der jüngste Schritt durch eine interne Prüfung aus dem Jahr 2024. Auf deren Empfehlung hin begann die Notenbank zwischen Juli 2025 und Januar 2026 damit, das in den USA gelagerte Gold auszutauschen. Bemerkenswert ist dabei die gewählte Vorgehensweise: Die Banque de France verzichtete darauf, die alten Barren zu raffinieren und anschließend nach Frankreich zu transportieren. Stattdessen wurden die in New York gehaltenen Bestände verkauft und in Europa neue Goldbarren erworben.

Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, betonte, dass diese Entscheidung nicht politisch motiviert sei. Nach seinen Angaben fiel die Wahl auf Paris als Lagerort deshalb, weil die höher standardisierten Goldbarren auf einem europäischen Markt erworben wurden. Die Maßnahme wird von der Notenbank damit vor allem als technischer und bilanzieller Schritt dargestellt, nicht als geopolitisches Signal.

Banque de France erzielt durch Goldmaßnahme hohen Buchgewinn

Neben der Struktur der Reserven spielte auch das Marktumfeld eine wichtige Rolle. Wegen der gestiegenen Goldpreise führte der Austausch der Bestände zu einem Kapitalgewinn von 13 Milliarden Euro. Dieser Effekt wirkte sich deutlich auf das Jahresergebnis der Banque de France aus. Nach einem Nettoverlust von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2024 erzielte die Notenbank für das Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn von 8,1 Milliarden Euro.

Für die Einordnung der Goldreserven Frankreichs ist das bemerkenswert, weil die Maßnahme nicht mit einer Verringerung des Bestands verbunden war. Die 129 Tonnen in New York wurden nicht abgebaut, sondern durch eine gleich große Menge neuer Barren in Europa ersetzt. Der finanzielle Effekt ergab sich also aus dem Austauschprozess in einem Umfeld höherer Goldpreise, nicht aus einer Veränderung der strategischen Reservehöhe.

Damit zeigt sich, dass Goldreserven für Zentralbanken nicht nur ein sicherheitspolitischer oder währungspolitischer Faktor sind, sondern auch bilanziell erheblichen Einfluss haben können. Im Fall der Banque de France trug die Neuordnung eines vergleichsweise kleinen Teils des Bestands wesentlich dazu bei, das Jahresergebnis ins Plus zu drehen.

Frankreichs Goldreserven sind noch nicht vollständig umgestellt

Trotz des nun abgeschlossenen Austauschs der New Yorker Bestände ist die Modernisierung der französischen Goldreserven noch nicht vollständig beendet. Nach Angaben der Banque de France müssen weitere 134 Tonnen Gold noch auf den aktuellen Standard gebracht werden. Dieses Ziel will die Notenbank bis 2028 erreichen.

Damit ist die Rückholung der letzten in New York gelagerten 129 Tonnen zwar ein symbolisch wichtiger Meilenstein, aber nicht der Endpunkt des gesamten Programms. Vielmehr fügt sich der Schritt in eine längerfristige Strategie ein, die über zwei Jahrzehnte hinweg verfolgt wurde: ältere Bestände nach und nach durch standardisierte Barren zu ersetzen und die französischen Goldreserven in einer zeitgemäßen Form zu konsolidieren. Für Frankreich bedeutet das Ergebnis vor allem eines: Die gesamten rund 2.437 Tonnen Gold befinden sich jetzt vollständig im eigenen unterirdischen Tresor in Paris. Zugleich bleibt die Arbeit an der technischen Standardisierung eines restlichen Teils der Bestände bis 2028 auf der Agenda.

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