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Nachdem der Silberpreis Mitte März im Zuge des weltweiten „Corona-Crashs“ bis auf 11,65 US-Dollar abgestürzt war, folgte bis Anfang August eine phänomenale Rally. Diese sorgte für einen Kursanstiege von 156,5% in fünf Monaten und katapultierte den Preis für eine Feinunze bis auf fast 30 US-Dollar (29,83 US-Dollar).

Nach neun Jahren bitterem Bärenmarkt war Silber plötzlich wieder gefragt und holte den großen Rückstand auf den Goldpreis zumindest teilweise in kürzester Zeit auf.

Trotzdem macht die „Silber-Diva“ ihrem teilweise zweifelhaften Ruf mal wieder alle Ehre, denn seit dem 7. August 2020 stecken die Edelmetalle in einer Korrektur und Silber scheint rückblickend erst auf der Zielgeraden der sektorweiten Rally durchgestartet zu sein.

Die sensationelle Aufwärtsbewegung begann im Edelmetall Sektor hingegen schon im August 2018 mit dem Goldpreis-Tief bei 1.160 US-Dollar. Silber konnte dabei in den letzten zwei Jahren selten wirklich überzeugen. Lediglich ab Ende Mai bis Anfang September 2019 ließ Silber seine Muskeln spielen und stieg in drei Monaten um 37,5% an.
Trotzdem kam es im Anschluss bis zum März dieses Jahres noch zu dem erwähnten neuen 11-Jahres-Tief!

Nun stecken die Edelmetalle also in einer gesunden und notwendigen Korrektur. Dabei wird Silber wie gewohnt deutlich stärker abgestraft als Gold, so dass sich seit Mitte der Woche langsam, aber sicher vor allem beim Silber wieder Kaufkurse einstellen.

Langfristig besteht kein Zweifel, dass Silber sein Allzeithoch bei 50 US-Dollar überwinden wird können.

Aktuell ist Silber bereits fast 27% günstiger als noch vor sieben Wochen zu bekommen. Silber Spot -Kurse unterhalb von 20 Euro (aktuell 19,06 Euro) sind daher eine Kaufempfehlung!

Silberpreis in US Dollar – Korrektur bis 18,60 US-Dollar denkbar

Seit dem Hoch am 7. August und einem ersten scharfen Rücksetzer bis auf 23,40 US-Dollar konsolidierte der Silberpreis zunächst auf hohem Niveau. Diese Konsolidierung spielte sich innerhalb eines mehrwöchigen Dreiecks ab, wobei sich dessen genaue Form erst wenige Tage vor dem Durchbruch nach unten exakt einzeichnen ließ.

Leider ist dies eine Charaktereigenschaft von Dreiecken, da sie sich erst relativ spät genau erkennen lassen. Wir waren aber rückblickend in der Silberanalyse vom 28. August bereits auf der richtigen Spur und hatten sowohl am 29. Juli als auch am 13. August schon nachdrücklich vor der drohenden Korrektur gewarnt!

Zum Wochenauftakt gelang den Bären also der erwartete Durchbruch nach unten.

Mit Tiefstkursen von 21,66 US-Dollar hat sich die Korrektur in den letzten Tagen bereits sehr schnell voran gearbeitet. Weder die 50-Tagelinie (25,79 US-Dollar) noch das 38,2%-Fibonacci Retracement (22,89 US-Dollar) konnten die Bären in irgendeiner Form aufhalten.

Damit ist der Weg zu einem Wiedersehen mit der steigenden 200-Tagelinie (19,08 US-Dollar) im Grunde genommen bereits frei. Spätestens in der Nähe der Hochs vom Sommer 2016 (21,15 US-Dollar) wäre aufgrund der kurzfristig stark überverkauften Lage allerdings mit einer ersten größeren Gegenbewegung zu rechnen.

Das Wiedersehen mit der 200-Tagelinie könnten daher erst in einigen Wochen in etwas höheren Gefilden um die Marke von 20 US-Dollar stattfinden. Trotzdem sind im größeren Bild auch noch Kursrückgänge bis ca. 18,60 US-Dollar durchaus denkbar.

Diese Marke stellt das 61,8%-Fibonacci Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit dem Corona-Crash dar und sollte im Hinterkopf behalten werden.

Die Finanzmärkte geraten wenige Wochen vor der US-Wahl unter Druck

Mittlerweile rückt die heiße Phase vor den US-Wahlen immer näher. Dass die Finanzmärkte und damit insbesondere auch die Edelmetalle nun von den Sorgen vor einem erneuten Corona-Lockdown sowie einem möglichen Government Shutdown in den USA hart abgestraft werden, kommt aus der saisonalen Perspektive nicht überraschend.

Die Aktienmärkte waren im September und Oktober schon immer anfällig. Nach den starken Anstiegen im Frühjahr und Sommer ist hier eine schmerzhafte Korrektur nur logisch und gesund. Für die Edelmetalle kommt erschwerend hinzu, dass der Goldpreis vor der jeweiligen US-Wahl in der Vergangenheit einfach nie wirklich steigen durfte.

Vielmehr wurde er häufig verprügelt, denn sonst würde das goldene Thermometer ja signalisieren, dass irgendetwas faul im System bzw. im Staate USA wäre. Der ewige Streit zwischen Team Rot und Team Blau muss aber unbedingt weitergehen, ohne dass der US-Bürger merkt, dass das Ganze im Grunde genommen nur eine riesige Show ist und der Ausgang der Wahl sowieso nicht viel ändern wird.

Interessant wird es, wenn wir das Kursgeschehen am Goldmarkt im Umfeld der letzten drei US-Wahlen unter die Lupe nehmen.

- 2008 Obama gegen John McCain: Vom Hoch bei 990 USD Mitte Juli fällt der Goldpreis über 30% und findet erst Ende Oktober bei 681 USD sein Tief.

Die Wahl findet am 4.November 2008 statt. Erst ab dem 20.November beginnen die Goldpreise wieder nachhaltig zu steigen!

- 2012 Obama gegen Mitt Romney: Vom Hoch bei 1.790 USD fällt der Goldpreis bis zum 5.November innerhalb von 4 Wochen wie ein Stein bis auf 1.672 USD deutlich zurück. Am 6.November 2012 gewinnt Obama die Wahl.

- 2016 Donald Trump gegen Hilary Clinton: Am 11.Juli toppt der Goldpreis bei 1.375 USD und fällt bis zum 7.Oktober 2016 bis auf 1.241 USD zurück. Bis zur Wahl am 8.November kommen die Goldnotierungen nicht mehr nachhaltig auf die Beine.

Nach der Wahl von Donald Trump bricht der Goldpreis komplett ein und erreicht erst am 15.Dezember bei 1.123 USD sein finales Tief.

Würde der US-Bürger realisieren, dass die Entscheidung zwischen rot oder blau nicht wirklich eine demokratische Wahlmöglichkeit darstellt, könnte das über Jahrhunderte etablierte US-System und damit der „Deep State“ in Gefahr geraten.

Wie Sie wissen hatten unabhängige Kandidaten und Freigeister wie Ron Paul in den USA nie auch nur den Hauch einer Chance.

Zusammengefasst ist auf Sicht der kommenden sechs Wochen und eventuell bis in den Dezember hinein mit einem schwierigen Umfeld für die Edelmetalle zu rechnen. Die notwendige und gesunde Korrektur wird all die schwachen Hände von Board spülen müssen, die in den Wochen vor dem neuen Allzeithoch noch panisch in die Edelmetalle geflohen bzw. gierig in die Edelmetallaktien gestürmt sind.

Diese bittere und für viele nicht nachvollziehbare Korrektur liefert Antizyklikern und geduldigen Investoren jedoch endlich wieder gute Einstiegschancen! Im großen Bild geht der Crack-Up-Boom natürlich weiter und die ständigen Geldmengenausweitungen werden nur noch immer größer werden.

Vergessen Sie nicht, EZB-Präsidentin Madame Lagarde kreiert jede Woche 10 bis 30 Mrd. Euro aus dem Nichts!

Der Vertrauensverlust in die jeweilige Währung wird sich weltweit beschleunigen. Schon im nächsten Jahr sind neue Allzeithochs beim Gold und auch beim Silber zu erwarten!Silber in Euro: Kauflimit unter 20,00 Euro hat gegriffen

Die starken Kursrückgänge führten am Mittwoch erstmals seit Mitte Juli wieder zu Silberpreisen unterhalb von 20 Euro am Spotmarkt. Damit hat unser erstes Limit für physische Käufe gegriffen. Das nächsttiefere Kauflimit empfiehlt sich unterhalb von 17,50 Euro.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst