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Liebe Leserin, lieber Leser, sinkende US-Staatsanleiherenditen unterstützen in 2017 die Goldpreisentwicklung. Diesen Zusammenhang und die besondere Rolle der FED haben wir bereits letzte Woche schon ausführlich beleuchtet. Doch es gibt noch einen weiteren Faktor, der den Goldpreis in 2017 antreiben wird: der sinkende US-Dollar.

Anfang bis Mitte 2016: US-Dollar-Schwäche treibt Goldpreis an

rd3101 1 Quelle: stockcharts.com

Betrachten Sie hier zunächst die Entwicklung von Goldpreis und US-Dollar von Anfang 2016 bis Mitte 2016. Während der US-Dollar um 7% abgab, ist der Goldpreis um fast 18% gestiegen.

Das verwundert nicht, denn ein schwacher US-Dollar führt im Umkehrschluss immer zu einer Aufwertung des Goldpreises in US-Dollar.

Und die Entwicklung wiederholt sich....

Anfang 2017: US-Dollar-Schwäche unterstützt Goldpreis

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Quelle: stockcharts.com

Wieder zeichnet sich die gleiche Entwicklung ab. Seit Jahresbeginn 2017 hat der US-Dollar bereits um 1,7% abgegeben, während der Goldpreis um über 3% gestiegen ist.

Da stellt sich die Frage: Wird 2017 eine Wiederholung von 2016? Wird der Goldpreis erneut abgehen wie eine Rakete, während der US-Dollar Schwäche zeigt?

Nun vieles kommt natürlich darauf an, wie sich die politischen Entscheidungen in diesem Jahr entwickeln werden. Doch ich bin der Meinung, dass der US-Dollar derzeit überbewertet ist und eine Anpassung nach unten verdient. Kurioserweise stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine.

Donald Trump und der viel zu starke Dollar
Seit Mitte des vergangenen Jahres, spätestens aber seit den US-Wahlen hatte der US-Dollar bis zum Jahreswechsel 2016/17 zugelegt. Die Euphorie bezüglich der erwarteten Konjunkturprogramme, FED-Zinsanhebungen und Deregulierungsmaßnahmen hatte die Märkte fest im Griff.

Doch so langsam scheint den Märkten endlich klar zu werden, worauf sie sich da eigentlich eingelassen haben. Die neue Trump-Regierung hat bereits in den ersten Tagen klar gemacht, wie unberechenbar diese Administration mit dem neuen US-Präsidenten ist. Verlassen sollte man sich hier besser auf Nichts, außer darauf, dass Trumps widersprüchliche Aussagen und „Pläne" in der Realität durchaus das Gegenteil von dem bewirken werden, was Trump gerne hätte.

Trumps größtes Wahlversprechen ist es „Amerika groß zu machen". Doch zieht er tatsächlich mehr Kapital in die USA, dann führt das zu einer deutlichen Aufwertung des US-Dollar, was wiederum US-Exporte auf dem Weltmarkt verteuert, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes noch weiter einschränkt und damit das US-Wirtschaftswachstum beeinträchtigt. Der Schuss würde also massiv nach hinten los gehen.

Irgendjemand muss Trump diesen Zusammenhang erläutert haben, denn inzwischen propagiert Amerikas neue Führungsgestalt tatsächlich für einen schwachen US-Dollar.

Wie er die Abschwächung der US-Währung allerdings bewerkstelligen will, das steht wohl in den Sternen.

Janet Yellen, die US-Wirtschaft und der Dollar
An dieser Stelle kommt nun wieder die US-Notenbank FED ins Spiel. Die will zwar mehrmals in diesem Jahr die Zinsen anheben, doch die Realität dürfte der guten Janet Yellen dabei kräftig eins vor die Kniescheibe geben.

Die Aufwertung des US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte 2016 schwächte die US-Konjunktur bereits massiv ab. Nur um 1,6% wuchs das US-BIP, im Vergleich zu 1,9% in Deutschland oder 2% in UK. Damit wuchs die US-Wirtschaft so schwach wie seit 2011 nicht mehr. Tatsächlich sank das BIP-Wachstum vor allem im letzten Quartal 2016 - gegenüber dem Sommer 2016 gab es um massive 1,6 Prozentpunkte ab.

Vor allem die Exporte sanken um massive 4,3% - das entspricht dem stärksten Minus seit Anfang 2015.

Die Auftragseingänge für langlebige US-Wirtschaftsgüter sinken bereits seit 2014 beständig.

Und das öffentliche Defizit in Höhe von circa 5,5% des BIP (zum Vergleich Eurozone unterhalb von 2%) und eine weiterhin starke Kreditausweitung an den Privatsektor bei erneut extrem schwachen Kreditvergabestandards unterhalb des Niveaus des Jahres 2007 (FICO-Scores), sprechen nicht nur für sich, sondern sind mit ausschlaggebend für die schwache US-Wirtschaftsentwicklung.

Das ist die Realität der US-Wirtschaft heute.

Doch mit Trump wird es nicht besser, sondern schlimmer werden.

Denn jegliche „Pläne" und Wahlversprechen des Donald Trump sind auf eine massiv steigende Defizitfinanzierung und deutlich steigende US-Schulden ausgerichtet. Zumindest bislang hat die neue Administration keine überzeugenden Pläne vorgelegt, wie ansonsten Ausgaben und Steuererleichterungen finanziert werden sollten.

Yellen wird keine andere Wahl haben, als zurück zu rudern
Janet Yellen hält Donald Trumps „Pläne" nicht zu Unrecht für ausgemachten Schwachsinn. Das hat sie bereits mehrmals durch die Blume kundgetan. Deshalb wäre sie durchaus bereit dieser US-Regierung einmal nicht die Hand zu halten und stattdessen einen Affront zwischen Regierung und Notenbank zu riskieren.

Aber Yellen wird nicht das Wohl der US-Wirtschaft aufs Spiel setzen.
Früher oder später wird sie deshalb nachgeben. Eventuell wird es im März noch zu einer weiteren Zinsanhebung kommen, aber danach wird Yellen sich als die Klügere erweisen müssen. Das bedeutet, dass die FED entweder wie schon im letzten Jahr auf weitere Zinsanhebungen verzichten wird oder sogar (je nachdem wie schlimm es dann schon steht) zurück in den Zinssenkungsmodus wechseln muss.

Das alles führt zu zwei Entwicklungen:

Zu einem schwächeren US-Dollar in 2017

Zu einem steigenden Goldpreis in 2017

So long liebe Leser...so viel für heute zum Jahresausblick 2017 für den Goldpreis in Abhängigkeit zum US-Dollar....doch im Goldmarkt bestehen natürlich auch wichtige fundamentale Faktoren, welche die Goldpreisentwicklung mitbestimmen...dies werde ich nächsten Dienstag ausführlich beleuchten....vorher lesen wir uns aber noch am Freitag wie gewohnt zur Silbermünzen-Reihe wieder...liebe Grüße...

Ihre Miriam Kraus

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