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Stand: 12.02.2021 von Florian Grummes

Der Silberpreis kann bereits jetzt auf sechs äußerst intensive, spannende und abwechslungsreiche Handelswochen im neuen Jahr zurückblicken. Gelang mit Kursen bis knapp 27,90 US-Dollar ein äußerst guter Start in das laufende Jahr, folgte im Anschluss an die heiligen drei Könige ein heftiger Rückfall.

Dieser erreichte erst am 18.Januar bei Kursen knapp oberhalb von 24 US-Dollar seinen Tiefpunkt. Seitdem geht es unterm Strich wieder nach oben.

Insbesondere ab dem 28.Januar überschlugen sich dann allerdings die Nachrichten und Kurse im Zuge der „Silbersqueeze“-Kampagne. So wurden die Silbernotierungen mit knapp 30,10 US-Dollar am 1.Februar kurzzeitig auf ein neues 8-Jahreshoch getrieben.

Diese Höchststände waren an jenem Montag aber bereits im Tagesverlauf nicht zu halten. Schnell fielen die Preise bis zum 4.Februar deutlich bis auf 25,89 US-Dollar zurück. Erst in den letzten Tagen ist wieder eine Stabilisierung zu beobachten.

Mit Kursen um 27 US-Dollar bewegt sich der Silberpreis derzeit im oberen Drittel der Handelsspanne der letzten sechs Monate und macht trotz der Nachrichten- und Kurs-Kapriolen einen guten und weiterhin vielversprechenden Eindruck.

Wer auf die technische Analyse als primäres Werkzeug setzt, hat den großen Vorteil, alle Nachrichten und Entwicklungen kompakt in einem Chart vor sich zu haben. Schließlich weiß der Markt immer mehr als ein einzelner Marktteilnehmer. Der Chart bildet einfach die Summe aller Transaktionen und deren Einfluss auf den Preis ab. Wer sich hingegen durch nicht enden wollenden Fundamentalanalysen, Statistiken und Experten-Videos kämpft, ist am Ende meist noch verwirrter. Natürlich ist die Fundamentalanalyse wichtig.

Die entscheidende Erkenntnis ist aber seit vielen Monaten bzw. dank dem auf neue Allzeithochs enteilten Goldpreis bereits seit fast einem Jahr eindeutig und bekannt. Die Edelmetalle befinden sich in einem übergeordneten Bullenmarkt und Silber besitzt jede Menge Aufholpotenzial. In einem Bullenmarkt will man möglichst nonstop investiert sein und geduldig auf Rücksetzer warten, um Positionen auf- und auszubauen („buy the dip“).

Wer allerdings erst reagiert, wenn sich plötzlich die ganze Welt mit einem möglichen „Silbersqueeze“ beschäftigt, kauft genau am falschen Zeitpunkt.

Trotzdem bestraft ein Bullenmarkt auch solcher Fehler nicht wirklich. Vorausgesetzt man kauft das edle Metall physisch und nicht via ETFs, Zertifikate, Futures oder Optionen. Nur dann kann man Rücksetzer wie in den letzten 10 Tagen problemlos aussitzen.

Wer mit Hebel und Margin unterwegs ist, hat hingegen keine Chance und dürfte entweder ausgestoppt, ausgeknockt oder liquidiert worden sein.

Silberchart in US-Dollar –  Am oberen Bollinger Band

Der Blick auf den Wochenchart macht klar, dass die Bullen im großen Bild weiterhin das Heft in der Hand haben. Zwar wackelte Mitte Januar zwischenzeitlich die Aufwärtstrendlinie der letzten 11 Monate, unterm Strich konnten die Bullen diese Unterstützung aber bislang verteidigen. Zwischen 21,50 und 22,75 US-Dollar hat sich zudem eine starke Unterstützung etabliert. Aktuell erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Silber diese Zone nochmals unterbieten wird.

Vielmehr dürfte sich der Fokus der Marktteilnehmer bereits auf die Widerstandszone um 30 US-Dollar verschoben haben. Gut möglich, dass es hier im Verlauf der nächsten Wochen und Monate noch mehrere Anläufe benötigen wird, bis dieser Widerstand überwunden werden kann. Im Anschluss wäre dann allerdings eine schnelle Rally bis zum Allzeithoch bei 50 US-Dollar zu erwarten.

Aus dieser Perspektive heraus wären also alle Rücksetzer kaufenswert.

Aktuell kratzt der Silberpreis am oberen Bollinger Band. Beide Bänder laufen derzeit seitwärts. Dieser Vorgang könnte sich durchaus noch eine Weile hinziehen. D.h. ein möglicher Bruch der Aufwärtstrendlinie muss nicht dramatische Konsequenzen haben, sondern einfach eine Verlängerung der Konsolidierung zwischen ca. 23 und 27 US-Dollar einläuten.

Alternativ brechen die Bullen das obere Bollinger Band weiter nach oben auf und können bereits in den kommenden Wochen erneut eine Attacke gegen die Marke von 30 US-Dollar fahren.

Tageschart Silber in US-Dollar – Seitwärtskonsolidierung

Auf dem Tageschart hingegen ist die Lage kurzfristig eher neutral zu bewerten. Die 200-Tageline (23,23 US-Dollar) bewegt sich immer noch in deutlichem Abstand unter dem aktuellen Preisgeschehen. Für ein Wiedersehen mit dem Preis benötigt es entweder eine tiefe Korrektur (eher unwahrscheinlich) oder einfach noch mehr Zeit, bis die Durchschnittslinie ungefähr das aktuelle Preisniveau erreicht hat.

Daraus ließe sich z.B. ein Seitwärtsszenario bis zum Frühsommer zwischen 25 und 30 US-Dollar ableiten. Gleichzeitig lässt sich aber gut erkennen, dass sollte die Aufwärtstrendlinie (aktuell ca. 26,15 US-Dollar) halten schon in den kommenden vier bis fünf Wochen eine weitere Attacke auf den Widerstand bei 30 US-Dollar anstünde.
Insgesamt bleibt die Ausgangslage für den Silberpreis bullisch.

Rücksetzer sind und bleiben kaufenswert. Allerdings sollte man vorsichtshalber genügend Geduld mitbringen, denn die laufende Konsolidierung kann sich durchaus noch bis zum Sommer hinziehen.

Silber in Euro: Neues Kauflimit bei 21,50 Euro

Auf Eurobasis konnte man mit dem genannten Kauflimit bei 20,50 Euro die Silber-Tiefstkurse im Januar ideal abfischen. Angesichts der gestiegenen Preise wird das Kauflimits auf 21,50 Euro erhöht.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst
www.goldnewsletter.de