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Der Goldpreis erreichte am 24. Februar mit 1.689 US-Dollar ein Sieben-Jahres-Hoch. Heute, knapp drei Monate später handelt der Goldpreis um 1.739 US-Dollar gut 50 US-Dollar höher.

Man kann also sagen, dass es trotz Corona-Crash und dramatischen Geldmengenausweitungen bislang nicht zu einem exorbitanten Anstieg bei den Goldpreisen gekommen ist. Vielmehr bewegen sich die Notierungen seit gut fünf Wochen grundsätzlich bullisch aber immer noch volatil auf hohem Niveau seitwärts. Spektakulär hingegen sind die Anstiege bei den Minenaktien.

Nachdem die Goldbullen am Montag mit 1.765 US-Dollar ein erneutes Sieben-Jahres-Hoch feiern konnten, kam es noch am selben Handelstag zu einer scharfen Umkehr und einem deutlichen Rücksetzer. Auch am gestrigen Donnerstag gelang den Bären mit Tiefstkursen um 1.717 US-Dollar ein neuerlicher Etappensieg. Insgesamt ringen beide Seiten auf hohem Niveau, ohne dass es bislang zu einer Entscheidung über den Kursverlauf der kommenden Wochen und ein bis drei Monaten gekommen wäre.

Trotz der bullischen Ausgangslage erscheint ein Festlaufen im Bereich um 1.740 bis 1.765 US-Dollar derzeit am wahrscheinlichsten. Im Anschluss müsste es den typischen frühsommerlichen Rücksetzer geben, welcher dann endlich wieder ein gutes Chancen/Risiko-Verhältnis für neue Einstiege am Goldmarkt liefern sollte.

Goldpreis-Chart in US-Dollar – Seitwärts auf hohem Niveau

Die vor vier Wochen geäußerte Vermutung, dass die Luft für den Goldpreis in US-Dollar langsam aber sicher immer dünner wird, hat sich mehr oder weniger bewahrheitet. Unterm Strich kommt der Goldpreis schon seit Wochen nicht mehr wirklich voran. Preisspitzen, welche lediglich neue Hochpunkte liefern, sorgen zwar für Optimismus, sind aber extrem trügerisch.

Aus bullischer Sicht könnte man sagen, Gold konsolidiert auf hohem Niveau und schiebt die Handelszone Woche für Woche etwas höher. Die Bären hingegen werden argumentieren, dass sich die Preise festlaufen.

Das seit vier Wochen fallende Handelsvolumen gibt den Bären Recht. Nur ein klarer Wochenschlusskurs oberhalb des letzten Hochpunktes bei 1.765 US-Dollar würde alle Zweifel beseitigen. Gleichzeitig gibt es bisher aber auch noch keine bestätigten Umkehrsignale.

Da am Silbermarkt die Rally noch intakt zu sein scheint, kann sich das Seitwärts-Geschachere beim Gold auf hohem Niveau auch noch ein paar weitere Wochen hinziehen.

Charttechnisch liegt allerdings ein neues Verkaufssignal bei der Stochastik auf dem Tageschart vor. An dem Oszillator lässt sich das schwindende Momentum der Bullen gut ablesen. Der Ausbruch aus dem Konsolidierungsdreieck hat zwar zu Wochenbeginn einen Anstieg bis 1.765 US-Dollar gebracht, der gestrige Rücksetzer hat diesen Ausbruch aber wieder komplett egalisiert. Es wäre daher nicht überraschend, wenn die Bären auf höheren Niveaus zwischen 1.750 und 1.765 US-Dollar in den kommenden Tagen erneut angreifen würden.

Insgesamt handelt der Goldpreis seit Anfang April in der grau markierten Konsolidierungsbox seitwärts. Dass die Goldkurse hier allerdings nochmal nach unten, also unter 1.650/1.660 US-Dollar ausbrechen, ist eher unwahrscheinlich. Ein Test der steigende 50-Tagelinie (1.661 US-Dollar) bzw. der April-Tiefs um 1.650 bis 1.665 US-Dollar sollte bis zum Hochsommer aber in jedem Fall eingeplant werden. Nur im Falle einer deflationären Implosion des gesamten Finanzsystems sind jetzt noch Goldpreise deutlich unter 1.550 US-Dollar denkbar.

Angesichts der in sechs Monaten anstehenden US-Wahlen wird es die amerikanische Zentralbank dazu sicherlich nicht kommen lassen. Vielmehr werden die Geldmengenausweitungen weitergehen und vermutlich einen von der Realwirtschaft entkoppelten Crack-up-Boom (Katastrophenhausse) in fast allen Anlageklassen erzeugen.

Neues Kauflimits unterhalb von 1.545 Euro

In Euro bewegt sich der Goldpreis seit Anfang April ebenfalls seitwärts. Gleichzeitig haben sich die Aufgelder für physische Edelmetalle in den letzten vier Wochen weiter beruhigt und handeln nun wieder auf vernünftigen Niveaus. Im Idealfall kommt es bis zum Hochsommer nochmal zu einem Rücksetzer bis auf ca. 1.540 Euro. Damit bietet sich in diesem Bereich wieder eine gute Einstiegschance an und es empfiehlt sich ein neues Kauflimit bis 1.545 Euro.

Wer noch überhaupt kein Gold und Silber besitzt, sollte zumindest fünf Prozent seines Gesamtvermögens so schnell wie möglich in die Edelmetalle tauschen. Dabei kommt es jetzt nicht auf den besten Preis an, sondern nur auf die Tatsache, dass man es in den eigenen Händen hält.

Autor: Florian Grummes
Technischer Analyst
www.goldnewsletter.de