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Seit dem letzten Tiefpunkt bei 1.535 am 13.Januar konnte der Goldpreis in den letzten sechs Wochen wie erwartet erneut deutlich zulegen. Mit dem Ausbruch über 1.580 US-Dollar ist der Goldpreis nun in die nächste Beschleunigungsphase übergegangen. Diese brachte zum Wochenauftakt im Zuge der um sich greifenden Corona Panik und scharf fallenden Aktienmärkten den nächsten steilen Anstieg bis auf 1.689 US-Dollar. Damit erreichte der Goldpreis ein neues 7-Jahreshoch!

Diese kurzfristige Übertreibung konnten die Goldbullen jedoch nicht halten, so dass die gerissene Kurslücke bei 1.643 US-Dollar bereits am heutigen Dienstag wieder geschlossen wurde. Kurzfristig dürfte die deutlich gestiegene Volatilität für ein wildes Hin- und Her sorgen.

Aber bereits um 1.635 US-Dollar ist der Goldpreis unterstützt. Im schlechtesten Fall kommt es noch zu einem Rücksetzer bis an die psychologische Marke von 1.600 US-Dollar bevor die Rally weitergeht.

Das oft genannte Kursziel von 1.800 US-Dollar bleibt auf Sicht der nächsten Wochen bzw. ein bis drei Monaten realistisch. Silber und die Minenaktien dürften dabei in den kommenden Wochen ein wahres Kursfeuerwerk zünden.

Goldpreis-Chart in US-Dollar – Wilder Ritt bis 1.800 US-Dollar

Seit dem August 2018 befindet sich der Goldpreis in US-Dollar im Rallymodus. Trotz etlicher Korrekturen und Konsolidierungen sitzen die Bullen fest im Sattel und konnten den Goldpreis seit Abschluss der Herbst-Korrektur ausgehend von 1.445 US-Dollar bereits um weitere 250 US-Dollar nach oben treiben.

Dabei wird der Ritt immer wilder. Trotz des klaren Aufwärtstrends sind die zunehmenden Tagesschwankungen nichts für Marktteilnehmer mit schwachen Nerven. Wer allerdings den zahlreichen Kaufempfehlungen in den letzten Jahren gefolgt ist, kann den deutlichen Preisanstieg entspannt verfolgen.

Die Überraschungen liegen nachwievor auf der Oberseite, was absolut typisch für einen Bullenmarkt ist. Scharfen Anstiege wie in den letzten Tagen werden zwar regelmäßig korrigiert, die Rücksetzer enden aber meist deutlich höher als das die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet.

Aktuell hat der Goldpreis zum Wochenauftakt erneut eine Übertreibung abgeliefert, die momentan korrigiert wird. Dabei ist die Marke von 1.635 US-Dollar bereits eine Unterstützung, obwohl diese erst am letzten Freitag überschritten wurde.

Eine Etage tiefer liegt bei ca. 1.600 US-Dollar vermutlich schon das Maximum bzw. der „worst case“ der Gegenbewegung.

Natürlich ist die Lage insgesamt sowohl auf dem Tageschart als auch auf dem Wochenchart klar überkauft. Ein gutes Chancen/Risiko-Verhältnis liegt daher sicherlich nicht vor. Gerade erst haben die Goldbullen das obere Bollinger Band (1.650 US-Dollar) auf dem Tageschart fünf Tage lang hintereinander nach oben aufgebogen.

Damit wird eine vorübergehende und irgendwie seitwärts verlaufende Konsolidierung zwischen 1.600 und 1.660 kurzfristig sehr wahrscheinlich.

In dem angelaufenen parabolischen Finale kann so eine Konsolidierung aber auch recht schnell über die Bühne gehen. Extrem tiefe Rücksetzer sind jedenfalls nicht zu erwarten, auch wenn die 50-Tagelinie (1.556 US-Dollar) doch recht deutlich unter dem aktuellen Marktgeschehen notiert. Vielmehr dürfte sich die Lage schon in Kürze weiter beschleunigen.

Tageschart Gold in Euro – Neues Allzeithoch bei 1.560 Euro!

Der Goldpreis in Euro erreichte zum Wochenauftakt mit 1.560 Euro pro Feinunze ein neues Allzeithoch. Damit ist jeder Investor, der irgendwann in den letzten Jahrzehnten Gold gekauft hat im Plus! Der Kaufkraftverlust aufgrund des schwachen Euros konnte so problemlos abgefangen werden. Wie immer in den letzten 5.000 Jahren stellt Gold mal wieder seinen einzigartigen Charakter als sicherer Hafen eindrucksvoll unter Beweis.

Charttechnisch bewegen sich die Kurse nun natürlich in undefinierten Territorium. D.h. hier kann man eigentlich nur mit Projektionen und Extensionen arbeiten. Widerstände und mögliche Unterstützungen müssen sich erst noch bilden.

Dennoch scheint der Goldpreis in Euro den seit September 2018 etablierten Aufwärtstrendkanal vorerst zu respektieren. So konnte sich die gestrige Preisspitze oberhalb des Trendkanals nicht halten und fiel wieder zügig in diesen zurück. Die laufende Gegenbewegung könnte aber bereits um 1.500 Euro ihr Ende finden. Alternativ wäre im Bereich zwischen 1.460 und 1.485 Euro das Tief zu erwarten.

Im Anschluss ist von neuerlichen Kursanstiegen und neuen Allzeithochs auszugehen, denn insgesamt befindet sich der Goldpreis in Euro in einem klaren Aufwärtstrend. Dessen Ende ist bislang nicht absehbar.

Sollte der Goldpreis in US-Dollar tatsächlich bis auf 1.800 US-Dollar ansteigen, wären in Euro gerechnet Preise im Bereich um 1.650 Euro zu erwarten. Dort sollte dann aber in diesem Frühjahr ein markantes Zwischenhoch eingeplant werden. Die anschließende Korrektur müsste im weiteren Jahresverlauf auch wieder günstigere Goldkurse und damit Kaufchancen liefern.
Zunächst keine neuen Kauflimits

Mit etwas Glück konnten die Tiefstkurse Mitte Dezember an fünf Handelstagen mit unserem tiefen Kauflimit von 1.315 Euro ideal abgefischt werden. Nach der neuerlichen Preisexplosion und der klar überkauften Lage, liegt derzeit jedoch definitiv kein gutes Chancen/Risiko-Verhältnis für physische Goldkäufe vor.

Wer dem mentalen Druck etwas zu verpassen nicht standhält, ist gut beraten auf Silber und Platin auszuweichen. Diese beiden Edelmetalle habe enormes Aufholpotenzial und liefern langfristig denkenden Investoren derzeit ein deutlich besseres Chancen/Risiko-Verhältnis.

Florian Grummes
Technischer Analyst
Goldnewsletter.de

Bitte erwarten Sie bei den Edelmetallen grundsätzlich keine fulminanten Kursgewinne, sondern machen sie sich nochmals klar, dass es sich bei den Edelmetallen um eine Versicherung gegen dramatische Verwerfungen an den Finanzmärkten handelt!

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