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1. Rückblick

Im Anschluss an die fulminanten Sommermonate befindet sich der Goldmarkt seit dem 3.September in einer korrektiven Phase. Diese sorgte zunächst vor allem für eine Verschiebung weg von einem klar aufwärtsgerichteten Markt hin zu einem verwirrenden und schwierigen Seitwärtsmarkt. Allerdings konnten die Bären den Goldpreis am 12.November auf ein neues Tief bei 1.446 US-Dollar drücken. Damit verwandelt sich die Seitwärtsphase zunehmend in einen Abwärtstrend, welcher von tieferen Hochs und tieferen Tiefs gekennzeichnet ist.

Bislang konnte Gold jedoch die Unterstützungszone zwischen 1.440 und 1.460 US-Dollar sowie die mittlere Trendlinie innerhalb des größeren Aufwärtstrendkanals verteidigen.

2. Chartanalyse Gold in US-Dollar

Quelle: Tradingview

Auf dem Wochenchart ist der Goldpreis in den letzten zweieinhalb Monaten wieder an die mittlere Trendlinie innerhalb des seit August 2018 gültigen Aufwärtstrendkanals zurückgefallen. An dieser Linie konsolidierte Gold bereits im Juli wochenlang, bevor die Bullen dann im August die Preise weiter gen Norden treiben konnten. Nun kommt der Goldpreis von oben und testet diese Unterstützung. Ein mehrwöchiges Verweilen um diese Trendlinie ist daher nicht ausgeschlossen. Können die Bullen diese Unterstützung möglicherweise sogar verteidigen, dürfte spätestens zum Jahresende die nächste Aufwärtsbewegung gezündet werden.

Angesichts des nach wie vor intakten Verkaufssignals bei der Stochastik müssen wir aber eher davon ausgehen, dass sich hier früher oder später die Bären durchsetzen werden. In diesem Fall eröffnet sich gewaltiges Abwärtspotential, denn die untere Begrenzung des übergeordneten Aufwärtstrendkanals verläuft derzeit bei ca. 1.342 US-Dollar und steigt bis Mitte Dezember auf ungefähr 1.355 US-Dollar. Insgesamt ist die ehemalige Widerstandszone zwischen 1.350 und 1.400 US-Dollar nun eine sehr starke Unterstützung. Allerdings wäre es durchaus typisch, wenn Gold den im Juni erfolgten Ausbruch über 1.350/1.375 US-Dollar in den kommenden Wochen bzw. Monaten testen würde.

Die Konklusion bringt einen Wochenchart, der mittlerweile zwar klar bärisch einzustufen ist, aber derzeit an der mittleren Trendlinie noch an einer relativ soliden Unterstützung hängt.

Quelle: Tradingview

Das vermutete symmetrische Dreieck hat sich auf dem Tageschart nicht bestätigt. Zwar brachen die Notierungen kurzzeitig nach oben aus, schnell kam es dann aber direkt zu einem scharfen Abverkauf in der Größenordnung von knapp 70 US-Dollar. Rückblickend also ein klassische Bullenfalle.

Offensichtlich bewegt sich der Goldpreis seit Anfang September vielmehr in einem relativ flachen Abwärtstrendkanal, der allerdings immer noch als korrektive Gegenbewegung zur vorangegangenen Rally verstanden werden kann. Dabei lotet der Goldpreis in diesen Wochen das Tief der 4.Welle aus. Entweder kommt dieses im Bereich 1.440 bis 1.460 US-Dollar zustande, oder der Goldpreis wird noch bis mindestens 1.400 US-Dollar zurückfallen müssen. Hier verläuft die steigende 200-Tageline (1.393 US-Dollar) sowie die breite ehemalige Widerstandszone. Rückgänge bis in diese jetzt als Unterstützung fungierende Zone (1.350 bis 1.400 US-Dollar) würden in jedem Fall eine Kaufchance mit sich bringen.

Insgesamt ist der Tageschart kurzfristig aber positiv zu bewerten. Die Stochastik hat ein neues Kaufsignal geliefert und nach unten konnte das Schlimmste bislang verhindert werden. Eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 1.485 und eventuell sogar 1.500 US-Dollar wäre daher zunächst gut möglich. Im Anschluss müsste Gold dann aber den Abwärtstrend wieder aufnehmen, wobei sich der Ausverkauf beschleunigen dürfte.
 
3. Terminmarktstruktur Gold

Quelle: CoT Price Charts

Die miserable Terminmarktstruktur ist bereits seit mehreren Monaten die Achillesferse des Goldmarktes. In die massive Aufwärtsbewegung ausgehend vom Tief bei 1.160 US-Dollar im August 2018 bis zum Hoch am 3.September bei 1.557 US-Dollar sind die kommerziellen Händler von einer Netto-Long Positionierung ganz extrem auf eine Netto-Short Positionierung umgeschwenkt.

Zum letzten Stichtag am Dienstag, den 12.November, lag die kommerzielle Shortposition kumuliert bei 301.468 leerverkauften Kontrakten. Trotz der erfolgten Preiskorrektur von knapp 100 US-Dollar hat das „smart money“ also bislang nur in sehr überschaubarem Maße seine Leerverkäufe wieder eingedeckt. Angesichts dieser Ausgangslage drohen dem Goldpreis weitere massive Preisrückgänge! Halbwegs akzeptabel wird die kommerzielle Shortposition eigentlich erst ab einer Größenordnung unterhalb von ca. 100.000 leerverkauften Kontrakten. Bis dahin wird der Goldpreis noch deutlich weiter korrigieren müssen!

Insgesamt liefert der CoT-Report nach wie vor ein klares Verkaufssignal. Die Bereinigung des Terminmarktes steckt vermutlich immer noch im Anfangsstadium und wird nur über eine Preiskorrektur fortgesetzt werden.

4. Sentiment Gold

Quelle: Sentimenttrader

Die Stimmung am Goldmarkt ist seit der sehr optimistischen Verfassung Anfang September mittlerweile deutlich abgekühlt. So liefert der Sentiment-Index von Sentimentrader derzeit mit Werten um 49 ein ausgeglichenes und neutrales Stimmungsbild. Im ganz großen Bild hingegen ist der Edelmetallsektor weit entfernt von der Euphorie, die wir in den Jahren 2010 und 2011 gesehen haben.

5. Saisonalität Gold

Quelle: Sentimenttrader

Saisonal betrachtet befindet sich der Goldmarkt mitten in der zweitbesten Phase des Jahres. Diese liefert im Durchschnitt der vergangenen 40 Jahre zwischen November und Mitte/Ende Februar meist grüne Vorzeichen.

Die Saisonalität bis zum Frühjahr 2020 günstig und könnte in den kommenden Monaten nochmals für eine Erholung und Preise oberhalb von 1.500 US-Dollar sorgen.

7. Fazit und Empfehlung

Nach dem fulminanten Ausbruch über die sechsjährige Widerstandszone 1.350 – 1.375 US-Dollar und einer sehr starken Sommerphase mit Höchstkursen um 1.555 US-Dollar tut sich der Goldpreis seit Anfang September zunehmend schwer. Grundsätzlich ist diese Entwicklung normal und gesund, denn im Vergleich zum Jahresbeginn notiert der Goldpreis immer noch knapp 170 US-Dollar höher.

Solange aber der Wochenchart nicht klar gedreht hat und die Terminmarktdaten wesentlich besser aussehen, überwiegt mittelfristig die Wahrscheinlichkeit, dass es zu deutlich tieferen Kursen kommen wird. Anleger sollten daher ein Abrutschen in Richtung 1.400 US-Dollar und etwas tiefer unbedingt mit einkalkulieren. Dieses Szenario bestätigt sich mit einem neuerlichen Abrutschen unter 1.450 US-Dollar.

Auf der Oberseite würde hingegen nur ein Anstieg über 1.510 US-Dollar das technische Bild deutlich aufhellen. Dann wären innerhalb des Aufwärtstrendkanals auch Kurse oberhalb von 1.600 US-Dollar denkbar. Längerfristig betrachtet fehlt der seit August 2018 laufenden Aufwärtsbewegung weiterhin das parabolische Finale!

Florian Grummes

Edelmetall- und Krypto-Experte
www.midastouch-consulting.com
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Autor: celticgold.eu

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