Die australische EcoGraf (WKN A2PW0M / ASX EGR) rückt ihre Goldaktivitäten in Tansania stärker ins Blickfeld und verbindet dabei zwei Entwicklungen, die für die weitere Ausrichtung des Portfolios wichtig sind: Zum einen konkretisiert das Unternehmen seine Strategie für die großflächigen Golden-Frontier-Goldassets, zum anderen ist mit AngloGold Ashanti das Starttreffen für das Farm-in auf dem Golden-Eagle-Goldprojekt erfolgt. Damit entsteht ein neues Bild eines Projektpakets, das sich über mehr als 3.000 Quadratkilometer erstreckt und laut Unternehmen inzwischen 21 aussichtsreiche Goldziele in den südlichen, nördlichen und westlichen Bereichen umfasst.
Der Zeitpunkt ist aus Sicht von EcoGraf nicht zufällig. Das Unternehmen verweist auf wachsendes Interesse aus der Branche, das sich zuletzt auch in Gesprächen mit Investoren und großen Goldproduzenten auf der Mining Indaba 2026 in Kapstadt gezeigt habe. Parallel dazu hat Tansania seine Position als drittgrößter Goldproduzent Afrikas weiter gestärkt. In einem Umfeld steigender Goldpreise und knapper verfügbarer Explorationslizenzen in dem ostafrikanischen Land gewinnt ein zusammenhängendes, großflächiges Landpaket wie Golden Frontier für potenzielle Partner zusätzlich an Gewicht.
EcoGraf prüft zwar verschiedene Optionen für seine Gold-Assets, das Graphitprojekt Epanko und das vertikal integrierte Anodengeschäft bilden allerdings weiterhin den Hauptfokus. Für Golden Frontier geht es nun darum, den Wert der Goldprojekte entweder durch Partnerschaften, durch eigenständige Exploration oder durch einen späteren Verkauf zum aus Unternehmenssicht optimalen Zeitpunkt zu heben.
EcoGraf lotet strategische Optionen für Golden Frontier aus
Nach der Vorstellung der Golden-Frontier-Strategie und erster Explorationsergebnisse hat EcoGraf die Arbeiten darauf konzentriert, das Paket Investoren und großen Goldproduzenten vorzustellen. Ziel ist es, das Interesse des Marktes auszuloten und daraus die künftige Goldstrategie abzuleiten. Zu den möglichen Wegen gehören Partnerschaften mit größeren Produzenten, eine Fortsetzung der Exploration in Eigenregie oder eine Veräußerung der Assets.
Diese Überlegungen fallen in eine Phase, in der sich Tansania laut Unternehmen als bevorzugte und stabile Jurisdiktion für Goldexploration positioniert. Bestehende Betreiber würden ihre Präsenz ausbauen, während Produzenten mit bisherigem Westafrika-Schwerpunkt zunehmend nach Alternativen suchten. Vor dem Hintergrund der Instabilität in mehreren westafrikanischen Ländern und der begrenzten Verfügbarkeit attraktiver Flächen in Tansania sieht EcoGraf in seinem Golden-Frontier-Landpaket ein strategisch relevantes Explorationsportfolio.
Unterstützt wird dieses Umfeld durch die Entwicklung des Goldpreises. Das Unternehmen verweist darauf, dass Gold zwischenzeitlich über 5.000 US-Dollar je Unze notierte und z.B. Goldman Sachs zum Jahresende 5.400 US-Dollar je Unze erwartet. Für EcoGraf erhöht dieses Marktumfeld die Flexibilität bei der Bewertung der verschiedenen strategischen Optionen für Golden Frontier.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Goldarbeiten nicht zulasten der Kerngeschäfte gehen sollen. Während Golden Frontier weiterentwickelt wird, konzentriert sich EcoGraf unverändert auf das Epanko-Graphitprojekt und sein Flusssäure freies (HFfree) Batterieanodengeschäft. Für Epanko hat das Unternehmen zuletzt eine aktualisierte Machbarkeitsstudie für 73.000 Tonnen pro Jahr sowie den Abschluss der Independent Engineers Review gemeldet. Auch das Fremdfinanzierungsprogramm für Epanko ist nach Angaben des Unternehmens unter Führung der KfW IPEX-Bank weit fortgeschritten und umfasst potenziell bis zu 105 Millionen US-Dollar an vorrangigen Darlehen im Rahmen des UFK-Programms der deutschen Bundesregierung.
Hazina und Golden Eagle prägen die nächsten Schritte von EcoGraf
Innerhalb des Golden-Frontier-Portfolios hebt EcoGraf aktuell insbesondere das Hazina-Prospekt hervor. Dort ist die nächste Phase der Explorationsplanung angelaufen. Hazina weist dem Unternehmen zufolge eine rund drei Kilometer lange geochemische Anomalie auf, die mit einer großen geophysikalischen Anomalie zusammenfällt. Hinzu kommen ein Gesteinssplitter-Ergebnis von 4,45 g/t Gold sowie Bachsediment-Anomalien von bis zu 8.820 ppb Gold. Für EcoGraf unterstreichen diese Daten das Potenzial auf ein größeres proterozoisches Goldsystem, wie es auch bei Handeni mit rund 1,0 Millionen Unzen und New Luika mit rund 1,1 Millionen Unzen zu sehen sei.
Parallel dazu ist für Golden Eagle der operative Startschuss für das Farm-in mit AngloGold Ashanti gefallen. Das erste gemeinsame Treffen nach Inkrafttreten der Vereinbarung über insgesamt 9,0 Millionen US-Dollar wurde inzwischen abgehalten. Der gemeinsame Ausschuss besteht aus Vertretern von AngloGold Ashanti und EcoGraf. Im Mittelpunkt des Treffens standen das Budget und das Arbeitsprogramm für die Feldsaison 2026. Die Finanzierung des Budgets übernimmt vollständig AngloGold Ashanti.
Golden Eagle umfasst nach Unternehmensangaben die direkt interpretierte nordöstliche Fortsetzung der gebänderten Eisenerzformation, in der sich die hochgradige Winston-Goldlagerstätte befindet. Dort wurden in der Vergangenheit Bohrabschnitte von 16 Metern mit 55,23 g/t Gold ab 116 Metern erzielt. Die ersten Vorstellungen des Projekts in den Gemeinden haben bereits begonnen, die eigentlichen Explorationsarbeiten sollen in Kürze folgen. Für EcoGraf ist das Farm-in ein zentraler Baustein, weil damit auf einem Kernprojekt ein finanzstarker Partner die nächste Explorationsphase trägt.
Northern Frontier ergänzt das Goldportfolio um Nickel- und Lithiumziele
Neben Gold verweist EcoGraf auch auf das zusätzliche Rohstoffpotenzial des Northern-Frontier-Projekts. Dieses liegt im Kibaran-Proterozoikum, also in demselben metallogenetisch bedeutenden Gürtel, in dem sich das Kabanga-Nickelsulfidprojekt von Lifezone Metals und das Manono-Lithiumprojekt von KoBold Metals befinden. Nach Angaben des Unternehmens enthält Northern Frontier Wiederholungen jener granitischen Intrusionen, die für die Lithium-Pegmatitfelder im benachbarten Ruanda verantwortlich sind.
Zudem gibt es in der Region umfangreichen artisanalen Zinn- und Wolframabbau, was als Hinweis auf lithiumführende Pegmatitsysteme gewertet wird. Innerhalb der 995 Quadratkilometer umfassenden Lizenzfläche von Northern Frontier hat EcoGraf inzwischen neun prioritäre Lithiumziele definiert. Etwa 100 Kilometer nördlich von Kabanga gelegen, teilt das Projekt laut Unternehmen auch günstige geologische Merkmale für Nickelsulfid-Mineralisierung.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält dieser Gürtel durch jüngste Aktivitäten der USA. Das US-Außenministerium unterstützte die Unterzeichnung zweier Vereinbarungen: Lifezone Metals schloss eine Exklusivitätsvereinbarung zur Weiterentwicklung der bedeutenden Musongati-Nickellagerstätte in Burundi, während KoBold Metals eine Absichtserklärung mit der Regierung Burundis zur Digitalisierung geologischer Daten im dortigen Teil des Kibaran-Proterozoikums unterzeichnete. Für EcoGraf unterstreichen diese Schritte das wachsende strategische Interesse an Batteriemetallen in genau jener geologischen Region, in der sich Northern Frontier befindet.
Unter dem Strich schärft EcoGraf damit das Profil seines Golden-Frontier-Portfolios deutlich. Während mit AngloGold Ashanti auf Golden Eagle die konkrete Feldarbeit vorbereitet wird, liefern Hazina und weitere Prospekte zusätzliche Explorationsansätze. Zugleich bleibt das Unternehmen flexibel bei der Frage, wie der Wert dieser Gold-Assets künftig am besten realisiert werden kann.
Eine umfassende Präsentation zu den Gold-Assets von EcoGraf gibt es auf der Homepage des Unternehmens: