Zum ersten Mal seit 1996 halten Zentralbanken weltweit mehr Gold als US-Staatsanleihen – eine deutliche Verschiebung in den Devisenreserven. Experte Tavi Costa von Crescat Capital sieht, wie er in einem X-Post erklärt, darin den Auftakt einer der größten globalen Neuausrichtungen der jüngeren Zeit.
Offiziell liegen in den Tresoren nun 36.344 Tonnen Gold (Stand Mai 2025). 2020 und 2021 kauften die Notenbanken damit zusammen weniger als 1.000 Tonnen; danach zog die Nachfrage stark an: 2022 waren es 1.082 Tonnen, 2023 1.037 Tonnen und 2024 rekordnahe 1.180 Tonnen – deutlich über dem Zehnjahresschnitt von 400–500 Tonnen.
Gold jetzt bei 20% der Notenbankreserven
Gold macht inzwischen 20% der Reserven aus und liegt damit hinter dem US-Dollar (46 %) aber noch vor dem Euro (16%) auf Platz Zwei. Zuletzt flauten die Käufe etwas ab: Im ersten Quartal 2025 kamen 244 Tonnen hinzu, im zweiten 166 Tonnen.
Metals Focus rechnet fürs Gesamtjahr mit einem Minus von 8 %, erwartet aber dennoch Käufe von insgesamt 1.000 Tonnen. Und das Interesse bleibt hoch: Laut WGC planen 43 % der Zentralbanker, ihre Goldbestände in den nächsten 12 Monaten weiter aufzustocken.