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Burcon NutraScience (Frankfurt WKN: 157 793, TSX: BU) nutzt die hohe Aufmerksamkeit, die das Unternehmen durch die strategische Zusammenarbeit mit Nestle erhalten hat, zu einer sofortigen weiteren Aufstockung seiner Liquidität. Wie das Unternehmen heute mitteilt, wird Burcon auf dem Wege eines institutionellen Bought-Deals quasi über Nacht 10 Mio. CAD an frischem Kapital aufnehmen. Der Bezugspreis für die Zeichner liegt bei 1,55 CAD, wobei noch ein halber Warrant bei 2,00 CAD mit zwei Jahren Laufzeit hinzukommt.

Die allermeisten deutschen Anleger dürften bei dieser Kapitalrunde wohl leider leer ausgehen. Bezugsrechte für bestehende Aktionäre gibt es bedauerlicherweise nicht. Bemerkenswert ist immerhin, dass die aktuelle Runde nur wenige Wochen nach dem erfolgreichen Abschluss eines Wandeldarlehens über 9,5 Mio. CAD bei 1,00 CAD erfolgt. Die neuen Investoren sind offenbar bereit, innerhalb kürzester Zeit eine mehr als 50prozentige Prämie gegenüber dem Wandlungspreis des Wandeldarlehens zu bezahlen.

Was die Verwendung der Mittel betrifft, deutet Burcon an, dass das frische Geld u.a. für die weitere Expansion der Produktion vorgesehen ist. Das Unternehmen sollte hierzu in Kürze mehr Einzelheiten mitteilen, denn diese Expansion würde ja auch eine Investition auf Seiten des Partners Merit Food bedingen.

Nestle-Deal bestätigt Burcon als Technologieführer für pflanzliche Proteine

Der Nestle-Deal hat die Sichtbarkeit von Burcon NutraScience für Anleger weltweit enorm erhöht. Wohl auch aus diesem Grund wollen sich jetzt institutionelle Investoren positionieren. Der beste Werbeträger für die Zukunft pflanzlicher Produkte ist derzeit aber der Nestle CEO Ulf Mark Schneider selbst. Er hat Anfang vergangener Woche in einem Interview mit CNBC auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, folgendes zu Protokoll gegeben:
Frage: Auf welche Innovation freuen Sie sich im Moment für 2020 am meisten?
Antwort: „Insgesamt denke ich, dass pflanzliche Produkte ein fortwährendes Thema sind, nicht nur für Fleischalternativen. Das wird eine Sache von zehn, zwanzig, dreißig Jahren. Ich denke, es ist eine der besten Möglichkeiten, um Gesundheitsziele mit Nachhaltigkeitszielen zu erreichen. Wir nennen es "Richtig für Sie - Richtig für den Planeten". Dies wird keine kurzfristige Modeerscheinung sein. "

Mehr braucht man nicht zu wissen, um zu verstehen, warum Firmen wie Burcon NutraScience eine große Zukunft bevorstehen dürfte. Es handelt sich um einen langfristigen Trend, fundamental begründet durch den Wandel der Ernährungsgewohnheiten zunächst bei den urbanen Eliten und den Millennials. Das Bewusstsein für nachhaltig produzierte Nahrungsmittel wächst. Immer mehr junge Konsumenten erkennen, dass Fleisch, aber auch Milchprodukte einen riesigen CO2-Fußabdruck hinterlassen.

Die Partnerschaft mit Nestle bedeutet, dass die Technologie von Burcon die bedeutendste Lebensmittelfirma der Welt beglaubigt wird. Burcon ist ein Technologieführer bei pflanzlichen Proteinen. Wenn es daran je noch Zweifel gab, sind diese jetzt ausgeräumt. Die Zweifel waren verständlich, denn natürlich gibt es reichlich Wettbewerb. Der größte Produzent von Erbsenprotein weltweit ist die französische Roquette (die ähnlich wie Dupont vor Jahren einmal Due Diligence bei Burcon zwecks Kooperation gemacht hat). Roquette hat gerade erst eine Produktionsanlage für Erbsenprotein in Kanada fertiggestellt, die rund die zehnfache Kapazität der bisher geplanten Anlage von Burcon/Merit besitzt.

Wenn Erbsenprotein einfach eine Commodity wäre, könnten Nestle und Co einfach beim Größten und Billigsten kaufen. Die Wahrheit ist – und genau das zeigt die Zusammenarbeit mit Nestle - , dass Burcons Proteine gerade keine Commodity sind. Und das aus mehreren Gründen: erstens, weil die Proteine von Burcon reiner sind als die der Konkurrenz und nicht denaturiert (beschädigt) sind. Diese Eigenschaft macht vielfältiger verwendbar als die Konkurrenzprodukte.

Außerdem öffnet Burcon die Tür zur Nutzung von Rapsprotein, das heute noch gar nicht in der menschlichen Ernährung vorkommt. Das ist wirklich revolutionär. Durch die Zusammenarbeit mit Nestle erschließt sich Burcon selbsttätig einen riesigen Markt – und zwar als Lieferant von Spezial-Ingredienzien mit entsprechenden Margen. Was morgen als Produktinnovation beginnt, hat gute Chancen irgendwann zu einem neuen Standard werden: Beispielsweise milchfreie Käse oder Eiscreme, die aber den gleichen Proteingehalt (und Ernährungswert) haben werden wie tierische Milchprodukte. Die Wettbewerber von Nestle sind herausgefordert: Nestle sichert sich durch die Kooperation mit Burcon exklusive Innovationen über ganze Produktkategorien hinweg.

Es geht um mehr als den Ersatz von Fleisch

Viele Kommentatoren – zuletzt in einem Interview mit Bloomberg/BNN – scheinen bei der Zusammenarbeit zwischen Burcon und Nestle vor allem an Burgerpatties zu denken. Darum wird es bei der Zusammenarbeit wohl auch gehen, aber das Einsatzspektrum dürfte wesentlich größer sein: es geht gerade nicht nur um den Ersatz von Fleisch, sondern vor allem auch um Alternativen zu tierischen Milchprodukten in flüssiger wie in fester Form. Man denke etwa Hafer-Milch, Joghurt, Käse, Kaffeeweiß etc. Der globale Markt für diese Dinge hat eine riesige Dimension.

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