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Ohne Lithium keine Energiewende. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Formel für eine grüne(re) Zukunft bringen. Denn ohne dieses chemische Element fährt kein Elektrofahrzeug, funktioniert kein Handy oder Laptop. Obgleich die Nachfrage schon in den vergangenen Jahren nach oben geschnellt ist, steht der eigentliche Lithium-Boom noch bevor.

Von 2028 an rechnet Kwasi Ampofo, der führende Analyst für Batterierohstoffe bei  Bloomberg New Energy Finance (BNEF), mit einem „beschleunigten Nachfragewachstum“. Dass die Ressourcen für den wachsenden Hunger nach diesem Leichtmetall nicht ausreichen könnten, halten die Experten für unwahrscheinlich. Sie schließen aber nicht aus, dass es dennoch zu Engpässen kommt. Denn die Herstellung von Lithium in Batteriequalität ist aufwendig. Nur wenige Unternehmen weltweit sind aktuell in der Lage, dieses Metall mit dem erforderlichen hohen Reinheitsgrad herzustellen.

Jahrzehnt der Lithium-Batterien

Von einem Boom ist im Moment nicht viel zu spüren. Aufgrund von Überinvestitionen in den Jahren 2016 bis 2018 und, seit Jahresbeginn 2020, der Pandemie gibt es zu viel Lithium. Seit die Welt an Covid 19 krankt, ist nicht nur die Nachfrage nach Lithium stark zurückgegangen, auch die Lieferketten sind geschwächt. Diese Flaute, die sich dramatisch auf den Preis des sogenannten weißen Goldes auswirkte, wird jedoch nur von kurzer Dauer sein. „Die 20er Jahre werden das Jahrzehnt der Lithium-Batterien sein“, prophezeit z.B. das Handelsblatt.

Allein die Pläne der Autoindustrie, möglichst rasch von Verbrenner- auf Elektromotoren umzusatteln, geben einen Vorgeschmack auf den künftigen Bedarf. So sollen Ende des Jahrzehnts weltweit 116 Millionen Elektro-Fahrzeuge auf den Straßen fahren. Momentan sind es 8,5 Millionen. Experten sehen sogar die Gefahr, dass die Einführung von Elektrofahrzeugen eventuell durch einen Mangel an Rohstoffen behindert werden könnte. Nach Auffassung von Chris Berry, des Präsidenten der Materialanalysten House Mountain Partners, wird sich die Lithiumnachfrage bis 2025 gegenüber dem heutigen Niveau verdreifachen und bis 2030 möglicherweise erneut verdoppeln.

Lithiumpreis zieht wieder an

Die große Nachfrage wirkt sich auch auf den Preis aus. Lithium, aber auch Nickel und Kobalt, die ebenfalls für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien erforderlich sind weisen äußerst volatile Preisverläufe auf. Während 2017 eine Tonne des weißen Goldes mit 14.000 Dollar notierte, brach der Preis zu Beginn dieses Jahres infolge der Corona-Pandemie dramatisch ein. Eine Tonne Lithium war für weniger als 9.000 Dollar zu haben. Experten rechnen jedoch damit, dass sich dieser Trend rasch umkehrt. Schon zu Beginn des nächsten Jahres könnte eine Tonne dieses Rohstoffs 12 000 Euro kosten.

Ein umkämpfter Zukunftsmarkt

Der Lithium-Ionen-Markt ist umkämpft. Bei der Herstellung von Batteriezellen hat China die Nase vorn. Die zwei größten Provinzen der Volksrepublik produzieren aktuell mehr Lithium-Ionen-Batterien als Europa und Nordamerika zusammen. Mittlerweile haben sich aber auch andere Staaten in Position gebracht. So wollen auch Unternehmen in Europa, etwa das schwedische Unternehmen Northvolt, und den USA ein Stück des Kuchens abhaben. Ebenfalls mitmischen will Deutschland, wo allein sieben Batteriefabriken am Werden sind, wie die Tesla-Gigafabrik vor den Toren Berlins und die Gigafactory von Contemporary Amperex Technologie (CATL). CATL ist der größte Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren in China. Je mehr dieser Fabriken tatsächlich realisiert werden, desto stärker steigt wiederum die Nachfrage nach Lithium sowie Kobalt, Graphit und Nickel. Doch auch wenn sich verschiedene Staaten anschicken, Chinas Dominanz zu brechen, so bleibt die Volksrepublik „aufgrund der vorhandenen Infrastruktur, des geistigen Eigentums und des größten Endmarkts immer der größte Elefant im Raum“, so Chris Berry.

Problem: sichere Versorgung mit Rohstoffen

Von einer zuverlässigen Versorgung mit Lithium hängt das Wohl und Wehe der Energiewende ab. Denn auch wenn die Ressourcen alles andere als knapp sind, so hängt die Versorgung mit dem sogenannten weißen Gold von vielen Faktoren ab, die nicht immer kalkulierbar sind. China etwa hat sich deshalb frühzeitig eine Monopolstellung gesichert. Obwohl die an Bodenschätzen so reiche Volksrepublik selbst über keine Lithium-Vorkommen verfügt, stellt sie 59 Prozent des weltweiten Lithium-Angebots her. Dagegen nimmt sich die Lithiumproduktion Europas mit weniger als einem Prozent mehr als bescheiden aus.

Europa und insbesondere auch Deutschland werden sich nicht aus dem Griff der Staaten lösen können, die über die für den Bau einer Lithium-Ionen-Batterie erforderlichen Rohstoffe verfügen. Sie sind stark abhängig von China und mittlerweile auch von Australien und den südamerikanischen Ländern Argentinien, Bolivien und Chile. Um vorne mitspielen zu können, müssen die europäischen Unternehmen die Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Denn in vielen Staaten, die über Minen verfügen, sind Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Korruption an der Tagesordnung. Dies gilt insbesondere für den Kobaltabbau im Kongo. Weniger problematisch ist aus humanitärer Sicht die Raffination von Lithium. Allerdings werden bei der Produktion des weißen Goldes große Mengen an Wasser verbraucht. Besonders große Umweltschäden verursacht der sogenannte Soleabbau, aus dem 50 Prozent des weltweiten Lithiums stammen. Der größte Teil der weltweiten Lithium-Vorkommen befinden sich in den Solebecken Südamerikas, etwa in der chilenischen Atacama-Wüste.

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