Chinas Zentralbank bleibt ein stabiler Nachfragetreiber am Goldmarkt. Nach den jüngsten, offiziell gemeldeten Daten stiegen die Gold-Reserven der People’s Bank of China (PBoC) auch im Februar 2026 weiter – und damit zum 16. Mal in Folge. Gleichzeitig zeigte sich der Goldpreis in der vergangenen Woche ausgesprochen schwankungsanfällig: Auf einen schnellen Anstieg zu Wochenbeginn folgte eine ebenso zügige Korrektur, bevor sich Käufer im Bereich um 5.000 US-Dollar je Unze wieder bemerkbar machten.
Am Ende blieb zwar ein Wochenminus, doch das größere Bild aus Zentralbankkäufen, geopolitischen Risiken und De-Dollarisierungsdebatten sorgt weiter dafür, dass Gold in vielen Portfolios als Absicherungsinstrument präsent bleibt. Die aktuelle Entwicklung illustriert dabei ein Muster, das Marktteilnehmer seit einiger Zeit beobachten: Gold wird in asiatischen Handelszeiten auffällig gestützt, während später am Tag häufig Gewinnmitnahmen oder Umschichtungen einsetzen.
PBoC erhöht Goldreserven erneut – offiziell 74,22 Mio. Unzen per Ende Februar
Laut den veröffentlichten Angaben lagen Chinas Goldbestände per Ende Februar 2026 bei 74,22 Millionen Troy-Unzen. Im Januar 2026 waren es 74,19 Millionen Troy-Unzen. Auch der ausgewiesene Wert der Reserven legte deutlich zu: Ende Februar wird er mit 387,59 Milliarden US-Dollar angegeben, nach 369,58 Milliarden US-Dollar im Januar.
Diese Zahlen sind aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens dokumentieren sie die Fortsetzung einer länger laufenden Aufbauphase, in der die PBoC ihre offiziellen Goldreserven Monat für Monat erhöht. Zweitens fällt die starke Zunahme des Reservewertes auf, die nicht nur über die (kleine) Mengensteigerung erklärbar ist, sondern maßgeblich von der Preisentwicklung von Gold getragen wird.
Gleichzeitig muss betont werden, dass es sich bei diesen Angaben um die „offiziell“ berichteten Daten handelt. Seit Jahren wird spekuliert, dass Chinas tatsächliche Goldbestände höher sein könnten als die veröffentlichten Zahlen nahelegen. Als Argument werden dabei immer wieder unabhängige Schätzungen genannt – unter anderem wird auf Einschätzungen verwiesen, nach denen die realen Bestände deutlich höher liegen könnten als gemeldet. Für die Markteinordnung heißt das: Selbst wenn Investoren die offiziellen Daten als Mindestgröße verstehen, bleibt die PBoC als struktureller Käufer im Hintergrund relevant.
Goldpreis: Asien-Käufe, danach Rücksetzer – die Woche blieb dennoch nur leicht negativ
Parallel zu den Zentralbankdaten war die Preisbewegung von Gold stark von geopolitischer Nachrichtenlage geprägt. Zu Wochenbeginn sprang Gold im Zuge der Eskalation des US-Iran-Konflikts zunächst an und stieg zeitweise über 5.400 US-Dollar je Unze. Dieser Impuls hielt jedoch nicht lange: Bereits am Dienstag kam es zu einer deutlichen Verkaufswelle, die den Preis wieder nach unten drückte.
Auffällig ist, dass sich im Bereich um 5.000 US-Dollar Käufer zeigten. Der Marktbericht beschreibt, dass „Dip Buyers“ diese Zone nutzten, um Positionen aufzubauen oder aufzustocken. Damit blieb die Korrektur zwar schmerzhaft für kurzfristige Trader, führte jedoch nicht zu einem breiten Einbruch. Am Ende der Woche schloss Gold bei 5.171 US-Dollar – ein Rückgang von 2% auf Wochensicht. Es war damit erst der zweite Wochenverlust in diesem Jahr und der erste nach vier Wochen mit Gewinnen.
Ein weiteres Detail aus der Woche: Der Goldpreis wurde in jeder asiatischen Handelssitzung „geboten“ – also nach oben gestützt – und gab später am Tag wieder nach. Dieses Intraday-Muster kann unterschiedliche Ursachen haben, unter anderem regionale Nachfrage, taktisches Positionieren oder Hedging-Aktivitäten. Es zeigt aber, wie stark Gold derzeit zwischen Sicherheitsbedürfnis und kurzfristiger Risikoanpassung schwankt.
Warum Zentralbanken weiter Gold kaufen – und was das für die nächsten Monate bedeutet
Zentralbanken hätten derzeit „keinen Mangel an Gründen“, Gold zu halten oder auszubauen, wird in vielen Medien berichtet. Genannt werden vor allem drei Themenkomplexe: erstens erhöhte geopolitische Spannungen, zweitens fiskalische Sorgen in großen Volkswirtschaften und drittens der anhaltende Trend zur De-Dollarisierung, also zur Verringerung der Abhängigkeit vom US-Dollar in Reservestrukturen und Zahlungsströmen.
Für den Goldmarkt ist diese Kombination wichtig, weil sie weniger auf kurzfristige Preissignale reagiert als auf strategische Portfolioüberlegungen. Zentralbankkäufe können damit als stabilisierender Faktor wirken – gerade in Phasen, in denen spekulative Positionen abgebaut werden oder makroökonomische Erwartungen (Zinsen, Dollar, Risikoappetit) schnell drehen.
Gleichzeitig unterstreicht die vergangene Woche, dass Gold nicht automatisch und dauerhaft von geopolitischen Schocks profitiert. Die Bewegung über 5.400 US-Dollar zu Wochenbeginn und der anschließende Rückgang unterstreichen, wie schnell „Krisenprämien“ entstehen und wieder verschwinden können. Für die Marktpsychologie kann das bedeuten, dass Händler kurzfristig defensiver agieren, während längerfristige Akteure – darunter auch Zentralbanken – das Metall weiterhin als strategischen Baustein betrachten.