Cerro de Pasco Resources hat mit der U.S. International Development Finance Corporation (DFC) eine Projektentwicklungsvereinbarung für das Quiulacocha Tailings Reprocessing Project in Peru geschlossen. Die Vereinbarung verschafft Cerro de Pasco Resources (TSXV: CDPR; Frankfurt: N8HP; WKN: A2N7XK) zunächst Zugang zu bis zu 5 Millionen US-Dollar an meilensteinabhängiger Projektfinanzierung und eröffnet zugleich die Perspektive auf eine deutlich größere Baufinanzierung.
Nach Unternehmensangaben stellt die DFC – die Entwicklungsfinanzierungsinstitution der US-Regierung – die Mittel bereit, um zentrale Entwicklungsarbeiten am Projekt voranzutreiben. Parallel prüft die Behörde die Möglichkeit, künftig einen langfristigen Direktkredit von bis zu 300 Millionen US-Dollar für den Bau von Quiulacocha bereitzustellen. Eine solche Finanzierung ist jedoch an mehrere Bedingungen geknüpft und nicht garantiert.
Cerro de Pasco Resources sichert Mittel für Projektentwicklung
Mit dem Abkommen erhält Cerro de Pasco Resources eine strukturierte Finanzierung für die nächste Phase der Projektentwicklung. Die bis zu 5 Millionen US-Dollar werden in Tranchen ausgezahlt und sind an definierte technische Meilensteine gebunden.
Das Quiulacocha-Projekt gilt als eine der größten historischen Tailings-Ressourcen weltweit. Das Vorhaben konzentriert sich auf die Wiederaufbereitung alter Bergbauhalden im traditionsreichen peruanischen Bergbaudistrikt Cerro de Pasco. Ziel ist die Rückgewinnung mehrerer Rohstoffe:
- Silber
- verschiedene Basismetalle
- Gallium
- Indium
Während Silber und Basismetalle den klassischen Bergbauaspekt abdecken, rücken Gallium und Indium zunehmend in den Fokus strategischer Rohstoffversorgung. Beide Metalle werden unter anderem in Halbleitern, Energiesystemen und Verteidigungsanwendungen eingesetzt.
Die Einbindung der DFC unterstreicht die wachsende Bedeutung sicherer Lieferketten für kritische Mineralien. Gleichzeitig weist Cerro de Pasco Resources darauf hin, dass die Finanzierung strikt an Fortschritte im Projekt gebunden ist.
Umfang der Entwicklungsarbeiten am Quiulacocha-Projekt
Im Rahmen der Vereinbarung verpflichtet sich Cerro de Pasco Resources, eine Reihe klar definierter Projektentwicklungsaktivitäten umzusetzen. Diese sogenannte „PD Activity“ umfasst insbesondere:
- Sonic-Bohrprogramme
- geotechnische Bohrungen
- hydrogeologische Untersuchungen
- Erstellung einer Machbarkeitsstudie
- Engineering-Arbeiten
- Ausarbeitung einer umfassenden Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie (ESIA)
Die DFC finanziert ausgewählte Komponenten dieser Arbeiten. Wichtig dabei: Für die geförderten Workstreams muss Cerro de Pasco Resources jeweils Eigenmittel im Verhältnis 1:1 beisteuern. Dieses Matching-Modell erhöht die Kapitalbeteiligung des Unternehmens an der Projektentwicklung.
Die Auszahlungen erfolgen als erstattungsfähige Beträge, die an konkrete technische Ergebnisse gekoppelt sind. Sollte das Projekt innerhalb der vereinbarten Frist eine qualifizierende Finanzierung erreichen, hat die DFC Anspruch auf Rückzahlung der bereitgestellten Entwicklungsbeträge gemäß den Vertragsbedingungen und behält bestimmte Finanzierungsrechte.
Option auf Großfinanzierung durch die DFC
Neben der unmittelbaren Entwicklungsfinanzierung enthält die Vereinbarung eine weitergehende Option: Die DFC prüft eine mögliche langfristige Projektfinanzierung von bis zu 300 Millionen US-Dollar für die Errichtung der Anlage in Peru.
Diese potenzielle Finanzierung steht jedoch unter mehreren Vorbehalten. Dazu zählen unter anderem:
- erfolgreicher Abschluss der Entwicklungsarbeiten
- zufriedenstellende Due-Diligence-Prüfung
- interne Kreditgenehmigungen der DFC
- Abschluss verbindlicher Finanzierungsdokumente
Cerro de Pasco Resources betont ausdrücklich, dass es keine Garantie für eine spätere Kreditvergabe gibt. Gleichwohl schafft die Vereinbarung einen institutionellen Rahmen, innerhalb dessen eine mögliche Baufinanzierung geprüft werden kann.
Executive Chairman Steven Zadka bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt für das Unternehmen und das Quiulacocha-Projekt. Er verwies darauf, dass nur wenige Entwicklungsprojekte im Bergbau direkte Unterstützung über eine strukturierte Einrichtung der US-Regierung erhalten. Zudem hob er die zuletzt intensivierte Zusammenarbeit zwischen den USA und Peru bei der Sicherung verantwortungsvoller Mineral-Lieferketten hervor.
Strategische Bedeutung von Quiulacocha
Für Cerro de Pasco Resources verbindet Quiulacocha mehrere Themenfelder: die wirtschaftliche Nutzung historischer Tailings, die Gewinnung von Edel- und Basismetallen sowie die potenzielle Produktion strategischer Technologiemetalle. Gleichzeitig hat das Projekt eine Umweltkomponente, da die Wiederaufbereitung von Bergbauhalden häufig mit Sanierungsmaßnahmen einhergeht.
Die nun vereinbarte Entwicklungsfazilität liefert zunächst die finanziellen Mittel, um zentrale Grundlagen wie Machbarkeitsstudie, Engineering und Umweltprüfung voranzubringen. Diese Schritte gelten in der Branche üblicherweise als Voraussetzung für größere Projektfinanzierungen.
Mit der Beteiligung der DFC erhält das Quiulacocha-Projekt von Cerro de Pasco Resources eine institutionelle Struktur für die nächste Entwicklungsphase. Ob daraus tatsächlich eine umfassende Baufinanzierung entsteht, dürfte maßgeblich von den Ergebnissen der anstehenden technischen Programme und Prüfprozesse abhängen.